Und ich schrecke nass geschwitzt und mit rasendem Herz aus dem Schlaf hoch. Brauche eine Weile, bis ich in der Realität ankomme. Habe Angst, Panik, würde am liebsten schreien. Bis die Gegenwart langsam durchdringt, bis mir klar wird, dass ich in meinem Bett liege, sicher bin.
Ich habe von meinem Vater geträumt. Davon, dass er mir auf die Mailbox redet, dass er so gerne wissen würde, warum ich nicht mit ihm rede. Und dann bin ich merkwürdigerweise bei ihm, schreibe ihm eine Zettel, schreibe darauf, dass er mich so oft geschlagen hat, dass er einfach nie wirklich für mich da war, dass er mir psychisch und physisch weh getan hat, dass er mir meine Mama nahm, mir die Möglichkeit nahm meine Schwester aufwachsen zu sehen, dass soooo viele Dinge passiert sind und er sich nie dafür entschuldigt hat.
Und dann ist er plötzlich da. Liest das, rastet aus. Wie so oft damals. Er schreit, er kommt bedrohlich auf mich zu, er wird gewalttätig. Ich will nur noch weg, schreie, renne raus. Er wirft Gegenstände. Eine Nachbarin kommt, will wissen, was los ist. Ich flüchte mich nach draußen. Sie ruft nur noch „renn, bring dich in Sicherheit“ und ich laufe über den Hof, laufe auf die Straße, hoffe dass ein Auto kommt und mich mitnimmt, doch da ist nichts als Dunkelheit. Ich renne und renne und höre ihn immer näher kommen…
Und dann wurde ich wach.
Nun liege ich hier und traue mich nicht wieder einzuschlafen. Liege hier und bin total neben der Spur, kann mich nur schwer in der Realität halten. Ich habe Angst. Selbst nach so vielen Jahren habe ich einfach Angst.

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