Ich bin wieder zuhause. Zum Glück, denn ich glaube ich hätte es keine einzige Minute länger ausgehalten. Ich habe das Gefühl, dass meine komplette Kraft drauf gegangen ist für die letzten Tage. Ständig Menschen um mich haben, nicht heulend zusammenbrechen. Und dann die ganze Zeit die Gespräche über meinen Vater. Nachdem es am Freitag schon damit anfing hörte meine Mutter einfach nicht mehr auf. Ständig fing sie wieder an mit der Scheidung, mit diesem und jenem und mit der Selbstverletzung. Irgendwann meinte sie, dass ich das ja nur tue, um meiner besten Freundin etwas zu beweisen. Um zu ihr zu gehören. Aber natürlich. Ich verletze mich deswegen. Sie fragte, was mein Vater denn getan hätte. Und dann kam, dass er sie ja auch geschlagen hätte. Ja, das ist schlimm. Nur war ich eben keine Erwachsene, sondern ein Kind, völlig von ihm abhängig, und es waren auch nicht ein paar Mal, sondern so unzählige viele Male. Und so viel mehr. „Ja, bei mir…“. Am Liebsten hätte ich sie angeschrien. Dass es nicht um sie geht. Dass sie nicht vergleichen kann zwischen sich und mir. „Ja wegen sowas musst du doch nicht ritzen…“. Ich kann nicht mehr sagen. Ich kann ihr nicht sagen, was sonst war.
Und nun bin ich eben zuhause. Ich fühle mich unglaublich kraftlos. Leergesaugt. Ich will mich verletzen. Schlimm und heftig. Ich will die Augen schließen und nie mehr öffnen. Ich will den Schmerz los werden. Für immer. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Außer aufgeben. Ich will einfach nur aufgeben. Aufgeben. Aufgeben.

1 Comment

  • Es tut mir leid, dass deine Mutter so denkt. Natürlich ist es für dich schlimm gewesen. Darum fühlst du auch so. Niemand kann dir das Recht nehmen, dich deswegen verletzen zu müssen. Viel wichtiger ist es doch, wenn sie dir damit beistehen könnte, damit dein Gefühl abschwächen kann. Damit du nicht allein damit bist. Ich wünsch dir ganz viel Kraft! Ruh dich aus von dem anstrengenden Tag. Und pass auf dich auf. Bleib stark!
    Alles Liebe
    Mariposa

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