Ich habe ein wenig in meinen instagram-Bildern gestöbert. Da gibt es eins auf dem meine twloha-Bänder drauf sind, mit Arm. Die Narben darauf sind noch nicht sehr alt und heben sich deutlich von der Haut ab.
Ich schaue meinen Arm an. Und muss bei eine paar Narbe doch etwas genauer schauen, ob sie tatsächlich noch da sind. Das Bild ist etwas über ein Jahr alt. Und ich halte es mal wieder kaum aus, dass die Narben verblassen. Das ist so verrückt, dass ich mich über mich selbst ärgere. Ich creme meine Narben ein und tue einiges, damit sie nicht mehr so auffallen und nicht mehr so schmerzen. Das steht in einem solch krassen Gegensatz zueinander, dass ich manchmal nicht weiß wie diese zwei Dinge gleichzeitig existieren können. Ich würde so gerne den ganzen innerlichen Schmerz, das ganze innerliche Chaos nach außen tragen, für mich sichtbar machen. Es fühlt sich so unaushaltbar an das alles nur innerlich zu spüren und auszuhalten.

In 5 Stunden werde ich am Bahnhof sein und Richtung Hauptstadt fahren. Eigentlich wollte ich um diese Zeit schlafen und eigentlich habe ich das auch schon getan. Knapp 3 Stunden lang, dann ist der Terrorkater wie blöde durchs Bett gefegt, den Schrank hoch, den Schrank runter, unter meiner Decke durch und das Ganze von vorn. Zwischendurch hat er kurz Halt gemacht um mir in die Zehen zu beißen. Da konnte ich einfach nicht mehr schlafen, trotz Medis und unglaublicher Müdigkeit.
Ich überlege immer noch, ob es sich lohnt für knapp 4 Stunden ins Bett zu gehen. Wenn ich aber an den langen Tag vor mir denke, dann scheint die Idee wach zu bleiben ziemlich anstrengend. Also krabbel ich wieder ins Bett und hoffe einfach, dass ich noch ein paar Stunden Schlaf bekommen werde. 3 Stunden bin ich mit dem Bus unterwegs, vom Busbahnhof bis zur Ambulanz der Psychiatrie sind es zu Fuß ca. 30 Minuten. Wenn alles planmäßig funktioniert habe ich also noch eine Stunde Luft, in der ich dann in Ruhe schauen kann wo genau ich hin muss und vielleicht ein bisschen das Gelände anzuschauen. Ich bin froh, dass es sehr zentral liegt, 14 Wochen irgendwo abgeschieden würde ich vermutlich nicht aushalten.
Ich weiß nicht, was mir lieber wäre. Wenn sie mir sagen, dass ich noch ein Jahr warten muss auf einen Platz oder wenn sie meinen, ich könnte quasi direkt kommen sobald ich kann. Beides macht Angst. Ich mag mich immer noch so gerne verkriechen, schlafen und den Termin ignorieren. A. schrieb vor ein paar Tagen, dass der richtige Weg immer der ist, der Angst macht. Und ich will weiter gehen und weiter kommen. So kann es nicht ewig weiter gehen.
Also versuche ich eben ein wenig zu schlafen, werde totmüde die Reise auf mich nehmen, werde das durchziehen und heute Abend hoffentlich ein wenig schlauer und beruhigter wieder die Heimfahrt antreten.

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