In den letzten Tagen ist mein Vater oft in meinem Kopf.
Die Gerichtsshow, in der die Tochter vom Vater geschlagen wird. Der Krimi, in dem ein Kind eingesperrt wird. Der Internetartikel, in dem es um ständige Kontrolle der Kinder geht. Die Sendung, bei der die Tochter keinen Unterhalt für die pflegebedürftige Mutter bezahlen will, weil sie jahrelang psychisch und physisch misshandelt wurde. Der Tag, an dem ich einen Termin habe und beim Blick aufs Datum feststelle, dass er dann Geburtstag haben wird. Die Fahrt nach Freiburg und die Orte, die mich an ihn erinnern. All das sind Dinge, bei denen ich an ihn denken muss. Der Geruch nach Alkohol, als mein Nachbar bei mir klingelt. Die Sendung über das Jahr ’99. Der Einkauf, bei dem ich Kochideen im Kopf habe und sie dann schnell verwerfe, weil er das oft gekocht hat. Meine Schwester, die vom Besuch bei ihrem Vater erzählt.

Ich frage mich, ob es irgendwann besser werden wird. Manchmal denke ich wochenlang kaum an ihn. Und manchmal ist er einfach ständig da. Die Dinge, die ich in 17 Jahren erlebt und überlebt habe, zeigen bis heute deutlich ihre Spuren. Und auch wenn ich räumlich von ihm getrennt bin, so ist er manchmal doch immer da. Ich höre seine Worte in meinem Kopf, höre wie er mich beschimpft und beleidigt bei jeder Bewegung, bei jedem Atemzug.
Und mit diesen Dingen kommen die Suizidgedanken. Ich will einfach nur, dass es vorbei ist. Dass der Schmerz aufhört und die Angst. Ich will eigentlich gar nicht mein Leben beenden. Ich will nur, dass dieser ganze Mist in meinem Kopf aufhört. Ich würde so gerne diesen Teil in mir töten, der so sehr leidet, so gequält ist, so sehr kämpft und kämpft und kämpft und einfach nicht mehr kann. Hätte so gerne nur den Rest, den positiven Teil, die schönen Momente. Aber das geht nicht. Es gibt mich nur komplett. Und wenn ich mit diesem ganzen Mist leben muss, lohnt es sich dann überhaupt? Lohnt es sich ständig stark sein zu müssen, zu kämpfen, immer wieder aufzustehen?
In mir ist gerade einfach so viel Schmerz. So unglaublich viel Schmerz, dass es sich anfühlt als würde es einfach nicht in mich rein passen. Als würde ich überlaufen, explodieren. Schmerz, Schmerz, Schmerz. Nichts anderes mehr.

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