Jahresrückblick

​Der Jahresrückblick. Liebgewonnene Tradition und immer ein schönes Resümee. 2016 war wild und turbulent und voller Höhen und Tiefen. Aber es endet mit Hoffnung und Zuversicht und genau das zählt letztendlich. 

Kommt gut hinüber ins neue Jahr meine lieben Leser. Feiert (oder feiert nicht) wie ihr es möchtet, achtet auf euch. Wir lesen uns in 2017.

Was hast du in diesem Jahr gelernt? Woran bist du gewachsen

Ich bin gewachsen an der DBT. Ich habe gelernt, dass Gefühle okay sind und manchmal sogar positiv. Gelernt meine Glaubenssätze zu hinterfragen und entgegengesetzt zu handeln. Gelernt meine Anspannung besser einzuschätzen und sie mit noch mehr Möglichkeiten zu handhaben. Gelernt die Notausgangstüre ein gewaltiges Stück zu schließen und Suizid nicht mehr als ständige Notlösung im Kopf zu haben. Gelernt auch mal nein zu sagen. Gelernt meine eigenen Grenzen und Bedürfnisse wahrzunehmen und vor allem gegenüber mir selbst zu vertreten. Gelernt, dass es Menschen gibt, die mich nehmen wie ich bin und genau so mögen. Gelernt ein Stück weit mehr meine Vergangenheit zu akzeptieren. Gelernt mich öfter einfach mal okay zu finden und nicht ständig selbst zu zerpflücken. Gelernt den neuen Weg zu gehen. Gelernt stolz auf mich sein zu können. 


Womit hast du angefangen? 

Damit meine Zukunft zu planen und damit auch ein Leben, in dem ich mich wohlfühlen und leben kann.  Mit Gefühlen und Stolz sein und all dem Kram. Mit Verreisen. Mit Medis für/gegen/bei ADHS und der Auseinandersetzung mit dem Thema. Mit Selbstvalidierung.  


Worauf bist du stolz?

Auf mich. Darauf, dass ich all meinen Mut zusammen genommen habe, dass ich die 14 Wochen Therapie durchgezogen habe, obwohl ich mehr als einmal nicht mehr konnte und wollte, darauf, dass ich mich mit den schweren Themen auch auseinander gesetzt habe und bereit war daran zu arbeiten. Stolz, dass ich stolz sein kann. 


Womit aufgehört/abgeschlossen? 

Mit der Selbstverletzung. Damit mich zu sehr für andere zu verbiegen und dabei meine eigenen Grenzen zu überschreiten. Abgeschlossen mit dem Anspruch an mich selbst ein Leben zu führen wie alle anderen und mich ständig an „der Norm“ zu messen. Aufgehört zu schweigen. 


Schönster Moment des Jahres? 

Stolz sein können auf mich und die Dinge, die ich erreicht habe nach 14 Wochen DBT. Stolz sein können und es akzeptieren können, mich freuen können, es okay finden. Mit einem Schlag all die Veränderungen sehen, spüren, weinen vor Freude. 


Schlimmster Moment? (Und evtl. Erkenntnisse daraus?)

Die letzte Selbstverletzung. Die drängenden Suizidgedanken, die unglaubliche Anspannung, die selbst dadurch nicht wirklich besser wurde. Erkenntnis daraus, dass es so nicht weiter gehen kann, dass es anders werden muss, dass ich so nicht mehr weiter leben kann und will. 


Wem sagst du danke – und wofür?

Der kleinen Hexe. Für unzählige Stunden am Telefon, fürs Dasein, für alles. 

J., für viel Tee, für die Worte, für die Unterstützung, für ein weiteres Jahr da sein, für deine Mitfreude über meine Entwicklung, für unzählige WhatsApp-Nachrichten und dafür, dass du den Glauben an mich nie verloren hast. 

Chrissie. Fürs weltbeste beste Freundin sein. 

Meiner Therapeutin. Weil. 

Dem Team der Station P2. Fürs Mittragen und Unterstützen und mit mir den Weg gehen. 

Fylgja für viele schöne Momente, backen, kochen, quatschen, Känguru. 

Bibi für die Freundschaft, fürs zuhören, fürs dasein.

Genauso N. für die Freundschaft, für viele schöne Momente, Spaziergänge und für die tolle Kater- und Meeriversorgung in den 14 Wochen Klinik. 

Dem Team der Station 8. Besonders Frau K. Für alles. 

Und last but noch least: Puffpuff, F., L., A., K., C. und M., meinem Club der schwarzen Bänder, für die gemeinsame Zeit, weil ihr die Tollsten, Besten, Mutigsten und Verrücktesten seid. <3 


Was bringt 2017/ Was wünschst du dir für 2017?

Die Reha. Und damit hoffentlich noch ein Stückchen mehr Stabilität. 

Möglichkeiten den neuen Weg zu gehen, zu probieren und zu üben und zu schauen was funktioniert und was nicht. 

Ich wünsche mir, dass alles so klappt wie ich es möchte und ich anfangen kann zu studieren. 


Unvergessenswertes?

Die 14 Wochen Klinik. 

Hannover und Hamburg und H. endlich mal live treffen. 

Den Lieblingsösi wiedersehen. 

Die kleine Fee wiedersehen. 

Fylgja kennen lernen und viele tolle Momente gemeinsam. 

Berlin. Mitten im Schnee auf dem Flughafen Tempelhof stehen und sich so frei fühlen. 

Die kleine Hexe mal wieder treffen. 

Kreta. 

Der Umzug von WordPress auf meine eigene Seite. 

N. kennen lernen. 

Meine Kinder- und Jugendtherapeutin wieder treffen. 


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