Winterschlaf und Frühlingsantrieb 

Vor einer ganze Weile habe ich mich ja mal ziemlich darüber amüsiert, dass jemand „Kater schläft auf diary card“ bei Google eingab und dadurch wohl auf meinem Blog gelandet ist. Aber der Kater hält sich daran. Heute bekam ich die diary card zum Ausfüllen von der Studie, und prompt liegt das Katerkind drauf und macht ein Schläfchen. 

Ich hab es heute eeeeendlich geschafft mir in den Hintern zu treten und den Kram für die Reha und die Rentenversicherung auszufüllen. Für die Rentenversicherung muss ich jetzt erst noch was von der Krankenkasse ausfüllen lassen. Also habe ich den Brief an die Krankenkasse und den für die Reha eingetütet und bringe die beiden morgen zur Post. Wieder etwas weniger auf der to-do-Liste. 

Morgen muss ich unbedingt waschen. Ansonsten muss ich nämlich nackig weg fahren. Und dafür ist es mir ein wenig zu kalt. 

Heute hat es geschneit. Und geschneit. Die ersten Dinge, die ich heute morgen zu sehen bekam, waren Schnee (vor dem Fenster), Schnee (auf einem Foto von Mama), Schnee (auf Facebook) und querstehende LKWs auf den Straßen unseres Bundeslandes, insgesamt 8 Stück. Zum Glück musste ich heute nirgendwo hin. Doch bis zum Supermarkt habe ich mich getraut, durch den Schnee und den Schneematsch. Das Projekt „ich kauf ab jetzt jeden Tag ein anstatt für ne Woche“ funktioniert ganz gut, so gehe ich immerhin vor die Türe. Auch das mit der diary card ausfüllen funktioniert. Genauso wie der Kram, der mit dem Lebensvertrag zusammen hängt. Und, ein Wunder, Selbstvalidierung. So viel selbst validiert wie in den letzten Monaten habe ich mich in über 20 Jahren nicht. 

Der Zitronenkater scheint in den Winterschlaf zu fallen. Jedenfalls rollt er sich auf mir zusammen, sobald ich sitze, und schließt die Augen. Und es ist ihm egal, ob ich gerade bequem da sitze, oder ob er nur über einem Bein oder auf einem Fuß liegt. Hauptsache auf mir, der Rest ist ihm egal. 

Langsam habe ich das Gefühl, dass die Antriebslosigkeit und das Durchhängen weniger werden. Ich schlafe nicht mehr ganz so viel, bin nicht mehr ganz so Matsch und antriebslos. Gefühlsmäßig ist es so, dass ich es mir langsam wieder zutraue etwas zu tun. Arbeiten vielleicht noch nicht so wirklich, aber vielleicht ein paar Stunden. Oder etwas ähnliches. Deswegen denke ich, dass Tagesklinik eine gute Sache wird und auch zum richtigen Zeitpunkt. Ich hab mehr Vertrauen in mich selbst, traue mir eher wieder zu irgendwas zu schaffen. Nicht mehr alles ist schwarz und hoffnungslos. Ein schönes Gefühl. Vielleicht kriege ich ja verfrühten Frühlingsantrieb. 

Und nun schnappe ich mir das kleine Schlafmonster und kuschel mich in mein Bettchen. In der Hoffnung, dass der Herr Kater morgen früh nicht wieder um halb 6 der Meinung ist, dass er vom zwei Meter hohen Kleiderschrank auf mich springen und dann wie ein Irrer durch die Wohnung galoppieren muss. Aber kein Wunder, wenn man den ganzen Tag nur schläft, dann ist man eben früh wach. Faules Fellknäuel. 

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