Wie sehr ich diese Momente hasse, in denen es kippt. Ich will einen schönen Tag, der einfach mal schön ist und schön sein darf, ohne dass es abends einfach bescheiden wird.
Ich habe Druck. Erst vorhin habe ich mir die Fäden gezogen (ja, ich habe alles gut desinfiziert und das brav anständig gemacht), einen Teil der Klammerpflaster entfernt (bei den anderen traue ich mich noch nicht, ich habe Angst dass die Wunden wieder aufreißen), die Wunden und Narben eingecremt. Mein einer Arm ist immer noch so kaputt, dass da eigentlich gar kein Platz für etwas neues ist. Und der andere ist auch noch nicht komplett verheilt. Und abgesehen davon will ich einfach nicht schneiden, so vom Kopf her. Aber meine Gefühle machen Drama, mein Inneres fühlt sich an, als ob es bald explodiert. Am besten werfe ich mir jetzt schon meine Medikamente für die Nacht ein, vielleicht wird es dadurch ein wenig besser.
Und bald kuschel ich mich in mein Bett, unter, über, zwischen meine drei Decken, grabe mich ein, komme am besten dort auch nicht mehr raus solange der Druck so extrem ist.
Und nicht zum ersten Mal frage ich mich, wie krank/bekloppt/irre/wasweißich dieser ganze Mist eigentlich ist. Sich selbst wehzutun entspricht einfach absolut gar nicht dem natürlichen Selbsterhaltungstrieb. Aber der setzt bei mir ja sowieso regelmäßig aus, versuchen sich umzubringen ist ja auch nicht wirklich im Einklang damit.
Oftmals versuche ich Leuten, die so gar nichts mit Selbstverletzung anfangen können, zu erklären warum und weshalb ich es tue und ich denke mir jedes Mal, dass man das einfach nicht begreifen kann. Vielleicht ein Stück weit nachvollziehen, was dazu führt und auch, dass es Erleichterung bringt, aber so komplett? Manchmal verstehe ich mich selbst ja nicht.
Bei mir ist es hauptsächlich um die innere Anspannung los zu werden. Teilweise auch „nur ich kann mir so wehtun“. Manchmal auch Selbsthass. Oft, weil ich nicht wirklich „da“ bin, weil ich mich spüren muss, mir selbst zeigen, dass ich noch lebe.
Normalerweise wäre der nächste Schritt nun skillen. Aber ich habe keine Lust. Und keine Kraft. Und denke mir einfach, dass es doch eh völlig sinnlos ist. Destruktivität lässt grüßen. Aber ins Bett gehen ist auch eine Art von Skill und Selbstschutz. Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich krank werde. Da ist Bett wohl auch keine schlechte Idee. Egal wie hoch ich die Heizung drehe, ich friere. Vielleicht ist es aber auch einfach psychisch, ich fühle mich miserabel. Druck, Suizidgedanken, Angst. Dieses „es wäre doch so leicht“ in meinem Kopf macht mich wahnsinnig, strengt unglaublich an. Manchmal geht mir dieses auf mich selbst aufpassen müssen gewaltig auf den Keks. Aber was ist Alternative?
Apropos Alternative, ich glaube ich muss dringend mal wieder meinen Tablettenvorrat dezimieren. Der Berg ist in den letzten Monaten dann doch wieder größer geworden und eigentlich gefährde ich mich damit nur unnötig. Ich muss mir das Leben ja nicht schwerer machen als es schon ist.

Bett, Decken, vielleicht ein schöner Film oder eine Serie. Durchhalten. Weiter atmen. Ich schaffe das, ganz ohne destruktiv zu sein.

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