And to sleep under the stars 

Vorhin haben wir Mäxchen beerdigt. Hinten im Garten, dort wo der Wald beginnt. In einer Winnie-Pooh-Kiste, mit Salat und Gurke und Möhren und Chrissies Kuschelmeerchen und am Schluss ein Räucherstäbchen angezündet.
Meine 3 Mädels zögern noch den Schutz des Häuschens und der untersten Etage zu verlassen, stecken nur ab und zu die Nase raus. Ich hoffe sie kommen bald wieder hier an und verkraften es gut, dass ihre kleine Familie nun noch etwas kleiner ist.

Die Hunde haben sich in meinem Wohnzimmer breit gemacht, Spielzeug überall verteilt und liegen gerade mitten im Weg rum und pennen. Gleich tapse ich Richtung Bett, mal sehen ob sie mit kommen oder doch irgendwo anders schlafen. Es tut gut sie jetzt bei mir zu haben, nicht alleine zu sein die ersten Tage, die nun einer hier fehlt.
Hoffentlich kommt niemand auf die Idee heute Nacht durchs Treppenhaus zu stapfen, dann bellen sie wahrscheinlich erstmal, genau wie sie in den ersten Minuten die ungewohnten Geräusche aus der Meeris-Villa ausgebellt haben.

Während dem Tee sagte J. heute, dass meine Arme ganze Geschichten erzählen. Damit hat sie recht. In der letzten Zeit fällt es mir enorm schwer meine Arme zu sehen, weil so viele neue Narben da sind, so viele rote Linien zwischen den weißen. Irgendwann werden sie auch verblassen, alte Geschichten erzählen.

In der Therapie ging es heute um meine Mutter, darum, dass sie immer noch völlig Banane ist. Oder besser gesagt: normal. Und das ist Banane, denn meine Mutter war noch nie, wirklich nie, normal. Sie hat noch nie normal darauf reagiert, dass ich Therapie machen will, dass meine Arme ein Schlachtfeld sind, dass ich keinen Kontakt zu meinem Vater will. Nur in letzter Zeit, und da das eben so völlig seltsam ist beschäftigt es mich enorm.
Und mein Vater war Thema. Dass ich in letzter Zeit so oft zwischen aufwachen und richtig wach sein Flashbacks habe. Erinnerungsfetzen. Und ich habe auch erzählt, dass ich zum ersten Mal wirklich darüber geredet habe, so außerhalb der Therapie.
Und nun kuschel ich mich mit Dr. House und schnarchendem Hund im Hintergrund ins Bett und versuche eine Portion Schlaf zu bekommen.
In meinem Kopf sind Suizidgedanken, aber genauso ist dort die Gewissheit, dass ich mir heute Nacht nichts antun werde. Besser macht es die Gedanken zwar nicht, aber es ist ein wenig erträglicher. Egal was passiert, diese Nacht werde ich weiteratmen.

Not the snow, not the rain 
Can change my mind 
The sun will come out, wait and see 
And the feeling of the wind in your face 
Can lift your heart 
Oh there’s nowhere I would rather be

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