Ankommen 

Irgendwas kleines und quietschendes hängt an mir und drückt mich fest. So verlief die erste Begrüßung auf Station von Puffi. Dann quietschte es wieder und C. drückte mich fest und mir noch einen Knutscher auf die Backe. Es folgen Umarmungen, Gequietsche, noch mehr Umarmungen, noch mehr Gequietsche. 

Zuvor saß ich nervös in der Küche. Wartete auf das Ende der Gruppe, schrieb und telefonierte mit K., versuchte meine Anspannung und die tausend verschiedenen Gefühle in mir in den Griff zu kriegen. 

Die Station zu betreten war merkwürdig. 14 Wochen habe ich dort gelebt, gekämpft, geschlafen. Und doch war da auch das Gefühl von einem Ende. Ich gehöre dort nicht mehr hin, nicht mehr als Patientin. Und das sage ich nicht mit Traurigkeit, sondern mit einer Portion Stolz. Denn ich habe die Therapie gemeistert, habe vieles erreicht, es ist zu Ende dort. Zumindest momentan, ob und wann ich das Wiederkommer-Programm in Anspruch nehmen werde steht noch in den Sternen. Aber es ist okay so. Es fühlt sich vertraut an, ich fühle mich in einem gewissen Maße dort sicher und wohl, aber es ist eben nicht mehr „meine“ Station. 

Mit den Mädels saß ich dann noch zusammen, wir haben Neuigkeiten ausgetauscht, Tatsachen erörtert und es fühlte sich an, als ob ich nie weg gewesen wäre. Ich freue mich auf morgen, zuerst werde ich mit der lieben Mira etwas unternehmen, später dann mit den Mädels zusammen sein. 

Fylgja wieder zu sehen war auch schön. Gemeinsam mit einer Freundin von ihr haben wir Ofenkartoffeln gemacht, zusammen in der Küche gesessen, geredet, gegessen. Es war eine schöne Atmosphäre. 

Und wenn man schon so lieb und toll das Gästezimmer hergerichtet bekommt, dann muss man einfach nicht mehr lange erklären, warum ich sie mag und mich hier wohl fühle.

Nun werde ich versuchen zu schlafen. Der Tag war lang und aufregend und ich bin eine ziemlich erledigte Zitrone. 

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