bleib jetzt nicht stehen

Mein Körper ist furchtbar müde, mein Kopf läuft auf Hochtouren. Und so liege ich im Bett, stöber in Blogs, klicke mich von hier nach dort nach irgendwo. Stolpere wie so oft über die Themen Hochbegabung und Hochsensibilität. Stolpere zum wiederholten Male über ein Buch zu dem Thema. Und überlege zum wiederholten Male, ob ich es mir zulegen soll. Mein Psychiater sagt, dass das eine auf mich zutrifft, meine Therapeutin meinte immer, dass ich Anzeichen von dem anderen zeige. Und ich kann beidem zustimmen und finde es trotzdem furchtbar, weil es wieder sowas von Stempel aufdrücken hat. Bisher habe ich es immer gut hin bekommen die Themen zu umgehen und mich nicht damit auseinander zu setzen, gerade frage ich mich, ob es vielleicht irgendwas ändern könnte wenn ich es täte.
Das ich alles mögliche zerdenke werde ich wohl nicht mehr „verlernen“. Schmerzempfindlichkeit, extreme Reaktionen auf Reize, die mich Geschmack zu tun haben, ausgeprägter Gerechtigkeitssinn und ein großes Bedürfnis nach Harmonie werden wohl auch nicht einfach verschwinden. Ich glaube ich werde meinen Psychiater beim nächsten Termin auf das Thema Hochsensibilität ansprechen, mal sehen ob er mir da weiter helfen kann. Vielleicht lässt sich damit ja wirklich irgendwas anfangen, irgendwas ändern.
Ich mag einfach nur schlafen. Dieses ganze nachdenken und hin und her wälzen macht mich wahnsinnig. Mr. Mau findet auch keine Ruhe, er wandert durch die Wohnung, macht ab und an Halt in meinem Bett, tapst dann wieder davon.
Einfach einkuscheln, Augen zu, dem Schnurren und dem Hörbuch lauschen. Solange ich im Bett bleibe kann ich nicht schneiden. Und auch keinen sonstigen Blödsinn machen obwohl ich dazu gerade richtig Lust hätte. Das ist immerhin positiv.

Und nichts hält dich auf
Nichts bringt dich zum stehen
Denn du bist hier
um bis ans Ende zu gehen
Kein Weg ist zu lang
Kein Weg ist zu weit
Denn du glaubst an jeden Schritt
weil du weißt
irgendwann schließt sich der Kreis

4 Comments

  • Meine Geschichte dazu kennst du ja. Ich denke, dem dauerhaft aus dem Weg gehen zu wollen, hilft auf lange Sicht nicht. Im Gegenteil. Letztendlich sind es halt organische Besonderheiten und die machen Theater, wenn man sie ignoriert. Und hässlicherweise kann beides Folgen haben, die dem, was man mit Borderline erlebt, recht ähnlich sein können und das somit tatsächlich noch verstärken. Gerade was Anspannung und so was angeht. Eine unerkannte Hochbegabung ist Energie, die sich ihren eigenen Weg sucht, wenn man nicht lernt, mit ihr umzugehen. Und eine ignorierte Hochsensibilität ist, als würde man im Winter in Sommersachen draußen herumlaufen. Ist beides nicht so gut.

    Solltest du, was eine Hochbegabung angeht, Gewissheit haben wollen und sollten deine Helfermenschen da keinen Test machen (aus welchen Gründen auch immer, sind ja z.B. auch nicht alle darin ausgebildet), kannst du gern meinen nächsten Gutschein von Mensa haben. Ist zwar ein bisschen anders als ein Einzeltest, aber auch anerkannt. (Und man ist nicht verpflichtet anschließend beizutreten.) Ich müsste Anfang des nächsten Jahres irgendwann wieder einen bekommen.

      • Nein, ich brauch den nicht, du kannst ihn gern haben. Ich hab eben noch den von diesem Jahr wiedergefunden, ich dachte, mein Mailprogramm hätte den unwiederbringlich gefressen. Also wenn du magst, könntest du auch den schon nutzen, der ist noch bis zum 31.03. gültig. Der nächste schließt dann an den an. Also je nach dem, wie es dir am besten passt… sag einfach Bescheid.

  • Tja, ich habe nie eine Antwort auf eine der Fragen bekommen und mir wurde immer geraten, mich lieber anzunehmen wie ich bin, als ein Etikett für mich zu suchen. Dass ich Hochsensibel bin, braucht mir keiner mehr zu beweisen, das weiß ich mittlerweile selbst. Intelligent bin ich auch, ob nun hochbegabt oder nicht, lass ich mal dahingestellt sein. Symptome vom ADHS hab ich auch genug, ohne dass mir das je einer hätte bestätigen können oder wollen. Habs aufgegeben. ^^

    Das Einzige, was ich tun kann, ist mit dem zu arbeiten und zu leben, was ich hab und bin. Ob ich jetzt Dies oder Jenes hab, ändert an der (meiner) Therapie nichts. Da ich ja mittlerweile weiß, wie ich auf Reize etc. reagiere, kann ich mich im Alltag entsprechend darauf einstellen und komme halbwegs damit zurecht. Ich werde immer mehr Schwierigkeiten haben als andere und die kann ich nicht ignorieren, sondern nur klarkommen. Ich werde weder je ein sozialer, noch ein unkomplizierter Mensch sein, fertig aus.

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