But I can’t stay and watch the city burn

Gestern war kein guter Tag. Direkt nach dem Frühstück wurde mir furchtbar übel und mein Frühstück kam wieder raus. Übelkeit macht alte Erinnerungen macht Anspannung macht Übelkeit. Dementsprechend bin ich gestern irgendwann mit einer Anspannung knapp unter der Decke rumgelaufen. Hatte extreme Suizidgedanken, extremen Selbstverletzungsdruck. Skills, aushalten, Skills, Skills, aushalten, Bedarf. Bisher habe ich nichts gefunden, dass mich aus einer so hohen Anspannung zuverlässig rausholt. Manchmal klappt es, oftmals ist es nur Schadensbegrenzung, nur der Versuch die Anspannung auf dem gleichen Level zu halten, damit sie nicht noch mehr steigt.
Mit vomex und Bedarf und Finalgon und Wärmekompresse auf dem Bauch bin ich letztendlich irgendwann zur Ruhe gekommen und eingeschlafen. Heute morgen fing es nach dem Frühstück direkt wieder an. Aber gerade geht es, nach vomex und Mittagessen fühle ich mich nicht mehr ganz so furchtbar.
Der Psychopeut hatte leider keine Zeit gestern, weil ihm einiges dazwischen kam. Dafür haben wir heute geredet, über meine Träume der letzten Nacht, über die Übelkeit, über die Anspannung und *würg* Verhaltensanalysen. Ich soll sie schreiben in der Zeit Zuhause. Meine Begeisterung hält sich deutlich in Grenzen. Ein Grund mehr die Selbstverletzung zu lassen.
Gleich mache ich mich auf den Weg in die Hauptstadt. Vorher schaue ich im Supermarkt vorbei, kaufe ein wenig ein für die nächsten Tage, bringe den Kram heim und dann los. Und einen Napf für Zitronenkater will ich besorgen. Momentan hat er sein Futter mit dem Wasser in einem zusammenhängenden Napf, da er beim fressen den Napf durch die Gegend schiebt setzt er so ständig meine Küche unter Wasser. Also bekommt er einen extra Napf und in den aktuellen mache ich dann jeweils Nassfutter und TroFu.
Vielleicht tut das heute ganz gut, ein wenig Ablenkung, Zug fahren. Denn Therapien sind heute Mittag keine mehr.  Gleich verziehe ich mich noch eine Weile auf den Balkon und durchstöber Rezepte. Auf Kartoffelsalat habe ich mal wieder richtig Lust. Und bald werde ich die Suppensaison wieder einleiten und mich mit Kartoffel-, Kürbis-, Tomatensuppe und diversen anderen glücklich machen. Darauf freue ich mich auch schon gewaltig. Mal schauen ob es im Supermarkt hier Süßkartoffeln gibt, auf die hab ich auch mal wieder Lust.
Morgen will Schwesterherz mit Lieblingsschwager vorbei kommen. Dann lernt sie auch mal den Zitronenkater kennen.
In 4-5 Wochen habe ich wieder einen Aufnahmetermin. Je nachdem wie es so ist soll ich mich melden. Ich werde versuchen die 5 Wochen anzustreben. Noch weiß ich nicht, wie ich das dann mit Zitronenkater machen soll. Ich will ihn nicht irgendwo hin geben, also wird er vermutlich bei mir bleiben. Vielleicht werde ich einfach immer hin gehen und ihn füttern und bespielen und bekuscheln, ein wenig Zeit ist ja jeden Tag. Bzw ich werde die Nachbarin bitten, falls ich mal nicht kann. Aber da sind ja noch ein paar Wochen Zeit zum überlegen.
Ich freue mich auf jeden Fall sehr auf ihn, auf meine Möhrchen und mein Bett. Und auf Sofa und Fernsehen können, wann und was ich will.
Ich will auf jeden Fall weiter an der Achtsamkeit arbeiten. Versuchen nicht hundert Dinge gleichzeitig zu tun. Vielleicht bringt das auch mehr Ruhe rein. Vielleicht hilft der Zitronenkater dabei, weil er nämlich meckert wenn ich während dem kuscheln noch etwas anderes tue. Er merkt, wenn nicht meine gesamte Aufmerksamkeit bei ihm ist und findet das doof.
Morgen werde ich die Stationsrunde noch mitmachen und dann nach Hause verschwinden. Katerchen schnappen und den ersten Tag daheim vermutlich einfach mal gar nichts tun außer genießen und PC und Sofa und TV.

So, I’ll try
‚Cause I finally believe
I’ll try, ‚cause I can see what you see
I’ll try, I’ll try, I will try, try, try
I’ll try, try, try
To fly

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