but still I’ll raise the flag 

Heute ist es schon deutlich besser als gestern. Ich habe zwar immer noch einige Tiefs am Tag, aber es war heute doch ganz erträglich. Ich hab wieder viel Schlaf nachgeholt, war draußen (der Balkon war leider wegen einem Suizidgefährdeten abgesperrt…) und hatte Besuch von meiner Nachbarin. Tag 2 ist geschafft, leider immer noch ohne Therapieplan. Wo der schon wieder verschollen ist weiß niemand. Aber auch so kriege ich mich beschäftigt.
Gestern Abend war ich nach den Medis um 18 Uhr schon so müde, dass ich ins Bett gekippt bin. Und mit kurzer Unterbrechung um kurz vor 22 Uhr, als der Pfleger kam um die Nachtmedis zu bringen, habe ich bis 6 Uhr durchgeschlafen. Den Druck gestern habe ich mit Finalgon dann gut überstanden und aushalten können. Heute ist er bisher noch nicht allzu extrem geworden, auch wenn es Momente gab ich denen ich dachte „gleich kippt es“. Bei der Morgenrunde zum Beispiel, da haben teilweise einfach zu viele Leute durcheinander geredet. Das war mir dann einfach zu anstrengend.
Eine Patientin ist hier, bei der denke ich mir, dass ein paar Einstellungen von ihr mir echt gut tun würden. Sie freut sich so sehr über die kleinen Dinge des Lebens, über Kekse auf dem Tisch, über die Sonne am Himmel, über Joghurt zum Abendessen. Mir würde das auch gut tun, so die kleinen positiven Dinge des Lebens zu sehen. Sowas zum Beispiel.

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Oder der Mitpatient, der vorhin heimlich eine Flasche Wodka getrunken hat und dann ne Stunde hier saß mit Schluckauf. Das war zu lustig.
Mal sehen ob ich es morgen früh wieder so früh aus dem Bett schaffe. Eigentlich wäre das so ein Ding, dass ich gerne wieder lernen/beibehalten/whatever will. Morgens aufstehen. Nicht unbedingt um 6, aber zu einer normalen Uhrzeit. Tagesrhythmus. Und mir dann wirklich auch in den Arsch treten und mich dran halten.
Es fehlt mir zu kochen, mein Bett zu haben, meine Meerchen.
Aber es tut auch gut hier zu sein, Abstand zu haben, an mir zu arbeiten. Vorwärts kommen, auch wenn es nur kleine Schritte sind.
Bis Mittwoch werde ich bleiben, vielleicht können wir es ja wieder so machen, dass ich mich nach 3 Wochen melde und dann entscheiden kann, ob ich noch eine oder doch zwei Wochen schaffe.
Und nun verkrieche ich mich ins Bett, hoffentlich wird die Nacht genauso gut und ruhig wie die letzte.

Maybe I’m in the black, maybe i’m on my knees 
maybe I’m in the gap between the two trapezes 
but my heart is beating and my pulses start 
cathedrals in my heart 

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