Carried away by a moonlight shadow

Es ist nach halb 4, ich sitze auf der Gartentreppe und kucke Mond.
Eben dieser und extreme Suizidgedanken haben mich bisher nicht einschlafen lassen. Nur der Herr Kater hat in meinem Arm tief und fest geschlummert und im Traum mit Ohren und Pfoten gezuckt.

So kann ich nun immerhin selbst die Mondfinsternis und den Blutmond sehen und muss mir das ganze nicht auf Bildern im Nachhinein anschauen. Endlich hat die Schlaflosigkeit auch mal was Gutes.
Blöd nur, dass mein Arzttermin nicht heute ist, dann hätte ich grade aufbleiben können und müsste mich nicht nochmals mitten in der Nacht aus dem Bett bewegen. Aber dann dürfte ich nun auch weder trinken, noch essen, noch rauchen. (wobei ich dennoch rauchen werde. Pf!)
Großes Blutbild, mal wieder. Das letzte war ja ziemlich getrübt durch die Nierenbeckenentzündung und die ganzen Medikamente in mir.

Mein Nachbar von ganz oben steht gerade auf. Man hört die Kaffeemaschine, wenn er nun aus dem Fenster schaut kriegt er bestimmt erst mal einen Schreck, weil ich hier mit Decke um mich gewickelt sitze und den Mond anschaue. Vielleicht sollte ich einmal laut heulen wie ein Wolf.

Gut die Hälfte ist nun bedeckt, es wird schon deutlich dunkler. Und man kann auch schon die rötliche Färbung sehen.

Die Natur ist schon eine faszinierende Sache. Ich sollte viel öfter raus gehen (vielleicht nicht unbedingt nachts um halb 4) und die Natur um mich rum genießen. Achtsam sein.
Vielleicht eine gute Gelegenheit meine Fotografie-Neigung auszuleben. Das war früher schon einer meiner Lieblingsskills.
Ich erinnere mich noch gut an meine erste Kamera. Sie war knallpink. Und ich stolz wie Oskar. Dass die Hälfte der Bilder nichts wurde war mir damals egal. Wie praktisch das heute mit einer Digitalkamera ist.

Der Herr Kater denkt sich bestimmt auch, dass ich verrückt bin. Da mecker ich ewig rum, weil er im Bett rumtobt und mir ständig die Maus aufs Gesicht legt, damit ich sie werfe, und wenn er endlich schläft stehe ich auf.
Und während ich nun in der Kälte sitze schlummert er bestimmt friedlich zusammengerollt und träumt von Futter und Spielzeug.

Draußen hat er sich heute aufgeführt, es war zum kaputt lachen. Weil es so stürmisch war, ist er jedem Blatt hinterher gerannt, hat jeden Grashalm angesprungen und kam immer wieder relativ schnell von den Bäumen runter, die haben dann wohl doch zu sehr geschwankt.

Und während die Welt um mich herum langsam erwacht werde ich mich nun wieder in meine Decken wickeln. Das nächste mal hätte ich so ein Naturschauspiel gerne im Hochsommer, das Ganze war vermutlich nicht unbedingt förderlich für meine Gesundheit. Naja. Das war es mir dann aber wert.

Four a.m. in the morning
Carried away by a moonlight shadow
I watched your vision forming
Carried away by a moonlight shadow
A star was glowing in the silvery night
Far away on the other side

Kommentar verfassen