Auf Anfang. 

Gestern schaffe es tatsächlich gegen halb 7 aus dem Bett am Morgen, hüpfe in meine Klamotten, purzel einmal durchs Bad und mache mich auf den Weg in die Hauptstadt. 

Die Nacht davor war unruhig. Der Zitronenkater konnte sich vor lauter Begeisterung über meine Anwesenheit in (seinem) Bett gar nicht entscheiden, auf welcher Körperstelle von mir er nun schlafen soll und wanderte dann je nach meiner Schlaflage von den Kniekehlen auf die Hüfte, in meinen Arm, auf meinen Bauch, mal neben mich aufs Kopfkissen und auch mal mitten aufs Gesicht. Das Ganze natürlich begleitet von lautem Schnurren und Milchtritt. Aber böse kann ich ihm nicht sein, ich habe es so genossen wieder bei ihm zu sein, dass mir auch das ständige Aufwachen egal war. 

Der Busfahrer, bei dem ich mir eine Fahrkarte in die Hauptstadt kaufen wollte, war unglaublich schlecht gelaunt und völlig empört, dass ich mit einem Fünfziger bezahlen wollte. Nach viel Geschimpfe hat er dann widerwillig rausgegeben und fiel fast vom Sitz, als ich mit „Dankeschön. Schönen Tag wünsche ich Ihnen.“ und einem Lächeln weiter nach hinten ging. Der arme Kerl konnte sich nun gar nicht über unfreundliche Fahrgäste beschweren und weiter Rummeckern. 

Durch das ziemlich lange Geschimpfe habe ich dann auch meinen Zug verpasst. Hat mich allerdings nicht wirklich aufgeregt, ich hab es als Möglichkeit zum Rauchen genutzt. Von schlechter Laune und Aufregen wäre der Zug schließlich auch nicht zurück gekommen. 

In der Hauptstadt bin ich erst mal zum Psychiater, habe den kurzen Arztbrief abgegeben und wollte ein Rezept für meine alten und neuen Medis. Der Herr Psychiater schnappte mich allerdings und verschwand mit mir kurz im Nebenraum, er wollte wenigstens ein kurzes Update wie es nun ist und erfahren wie es in der Klinik war. 

Danach habe ich mich auf den Weg gemacht meine Fahrkarte wieder abzuholen und dann zu meiner Hausärztin bzw. deren Vertreter. Die Arzthelferinnen haben mich freudig begrüßt, wollten alle wissen wie es mir geht und wie es war. Und mit einem Krankenschein im Gepäck ging es dann noch kurz einkaufen, damit ich erstmal ein paar Sachen daheim habe für die nächsten paar Tage. 

Es ist merkwürdig die alten Wege zu gehen, die alten Strecken zu fahren. Gewohnt und doch ungewohnt. Manches hat sich verändert in den letzten Monaten. Manches ist gleich geblieben. 

Die Baustelle vor der Tür meiner Hausärztin ist verschwunden. Dafür steht im Hauptbahnhof nun eine Bankfiliale. Mein Psychiater hat neue Bilder an den Wänden hängen. Bei meiner Hausärztin riecht es immer noch gleich. Der kleine Kiosk am Bahnhof sieht immer noch so aus wie vor 3 Monaten und sie haben endlich wieder meine Lieblingssorte Energy. 

Alles ist fremd und doch vertraut. Es ist ein merkwürdiges Gefühl. Ich frage mich, wie lange es wohl dauern wird wieder voll und ganz hier anzukommen. 

Weihnachten steht vor der Türe und bis auf einige Momente zwischendrin, bin ich noch gar nicht in Weihnachtsstimmung. Es ist unglaublich mild heute in der Hauptstadt gewesen, bei mir zuhause weht ein etwas kühlerer Wind, aber es ist gefühlt immer noch kein Wetter für bald Weihnachten. 

Ich will meine Wohnung ja eh aufräumen und putzen, vielleicht dekoriere ich wenigstens ein klein wenig weihnachtlich. Und vielleicht funktioniert aufräumen und bei einer Sache bleiben mit dem Methylphenidat nun auch besser. 

Heute habe ich erst mal ausgeschlafen. Danach angefangen Ordnung zu schaffen, meine Taschen auszupacken, im Wohnzimmer sauber zu machen. N. war da, ich habe viel mit der kleinen Hexe telefoniert, zwischendurch mal mit Puffpuff und Mama. Und eine Weile einfach nur rumgegammelt, das Katerkind gekrault, im Internet gesurft. 

Vielleicht sollte ich mir einen Plan machen für die nächsten Tage. Chaos durch Planung vorbeugen. Mit genügend Leerraum für mich, mit Zeit um mir Gutes zu tun, einfach ein wenig rumzuhängen und es zu genießen mal rumzuhängen. 

Ich bin gespannt auf die nächsten Tage. Darauf wie es wird und es mir gehen wird. Heute bin ich erstaunlich entspannt und ruhig und es geht mir relativ gut. Ich bin gespannt wie sich die Traurigkeit über den Abschied entwickelt, ob das Vermissen der tollen Menschen sich so hält oder besser oder schlimmer wird, ob der Schmerz über den Abschied sich verändern wird. Ob ich zuhause ankommen und bestehen kann. Ob ich Weihnachten so schaffe wie geplant. Es wird viel Ausprobieren sein in der nächsten Zeit. Viel Auseinandersetzung mit den ganzen unterschiedlichen Gefühlen, die gerade in mir toben. 

Ein Neustart. 

Neuanfang. 

Heimkommen. 

Heimkommen. 

Ich liege im Bett. Auf dem Tablet läuft elementary, der Zitronenkater hat sich in meinen Kniekehlen zusammen gerollt. Ich bin zuhause. 

Der Abschied war schwer. Tränenreich. Meine liebsten Mitpatienten habe ich immer wieder und wieder gedrückt. Mich schließlich von den Pflegern verabschiedet. Meine Bezugspflegerin breitete die Arme aus und drückte mich an sich. 

Mit Mama sitze ich noch unten und rauche. Dann treten wir zusammen den Weg in Richtung Heimat an. Ich lotse sie durch die Stadt, über die Autobahn bis zur Grenze, an Straßburg vorbei Richtung Paris um dann irgendwann weiter zu fahren in Richtung meiner Hauptstadt. Ab da kann ich aufhören Navi zu spielen, kann meine Hauptstadt sehen und meinem Zuhause entgegen fahren. 

Der Zitronenkater weiß nicht wohin mit seiner Begeisterung. Er durchstöbert meine Taschen, steckt die Nase von einem Gepäckstück ins nächste, angelt hier und dort etwas raus. Später kuschelt er sich auf meinen Schoß, während ich ein wenig vorm TV hänge und im Internet surfe. 

Es fühlt sich komisch an nach all diesen Wochen wieder hier zu sein, nicht nur für eine Nacht. Nicht unbedingt negativ, aber etwas fremd und merkwürdig und ungewohnt. Ich werde wohl ein paar Tage brauchen um anzukommen, mich wieder hier einzuleben und zurecht zu finden. Vielleicht trifft es sich ganz gut, dass ich die ganze Wohnung aufräumen und umgestalten und dekorieren will. 

In einiges möchte ich mehr Ordnung bringen. Zum Beispiel in meine Medis. Und die DBT-Unterlagen will ich auch irgendwo geordnet hinpacken. Und mir überlegen, wie ich das mit der diary card mache, ob ich sie einfach auf dem Nachttisch deponiere oder doch im Wohnzimmer, wie es für mich am Besten ist nicht zu vergessen, dass ich sie ausfüllen will. 

Morgen steht erstmal Arzt, Psychiater und Fahrkarte wieder abholen auf dem Plan. Auf dem Rückweg dann noch einkaufen, zumindest ein paar Kleinigkeiten, hier dann noch zur Apotheke, beim Bäcker gelbe Säcke holen. Und dann zuhause anfangen rumzuwuseln. 

Heimkommen. Ankommen. Ausprobieren. Ich bin gespannt wie die nächsten Tage so werden. 

Wandel 

Der letzte Abend. Ich sitze zum letzten Mal abends unten und rauche. Gleich werde ich zum letzten Mal ins Bett gehen hier. Werde zum letzten Mal die Augen schließen und zum letzten Mal hier aufwachen. 

Es ist unwirklich. Und auf der anderen Seite doch so real. 14 Wochen lang habe ich hier geschlafen, gekämpft, geweint, gelacht, geatmet und manchmal versucht nicht mehr zu atmen. Ich gehe als anderer Mensch und bin doch dieselbe geblieben. 

Noch immer kann ich nicht fassen, dass sich in dieser Zeit so vieles verändert hat. Ich gehe hier raus, stärker, mutiger, ein bisschen kämpferischer, hoffnungsvoller. 

Und es ist gut zu gehen. So schwer es mir fällt Abschied zu nehmen, die Klinik, die Stadt und vor allem die Menschen zu verlassen, trotz allem ist es gut genau nun zu gehen. Ich habe getan was ich konnte, mitgenommen was ging, mein Bestes gegeben und nun wird es Zeit sich dem Leben und dem Alltag zu stellen, zu schauen was funktioniert und was nicht, auszuprobieren, die Welt und mich zu entdecken. 

Und es tut gut mit dem Wissen zu gehen, dass ich wiederkommen kann. Nach einem Jahr oder zwei, dass ich an den Dingen arbeiten kann, die noch nicht so klappen, wenn ich es will und es nötig ist. 

Und genauso gut tut es zu wissen, dass es Menschen in meinem Leben gibt, die an mich glauben, mit mir meinen Weg gehen und immer da sein werden, auch wenn uns die Distanz trennt. 

Ich bin froh um all diese Stunden und Tage und Wochen hier. Um die schlimmen und die guten Momente. Um all die Erfahrungen. Und die Menschen, die ich kennen lernen durfte. 

Ich bin immer noch ich. Und doch eine andere. 

Stolz 

„Darf ich eine provokante Frage stellen?“ fragt meine Psychologin heute in unserem letzten Einzel. „Sind Sie stolz?“ 

„Ja.“ Und mir kommen die Tränen. 14 Wochen finden ein Ende. Unaufhaltsam. Und ja, ich bin stolz. 

Unser Einzel ist kurz. Es gibt nicht mehr viel zu besprechen. „So ist mir das am Liebsten.“ meint sie. Alles wichtige ist besprochen. Geklärt. Erledigt. Sie zieht eine Bilanz, eine ziemlich positive. Denkt an unsere ersten Stunden zurück. Vieles ist anders. 

Noch zwei Nächte hier. Die Zeit vergeht unheimlich schnell in den letzten Tagen. Ich freue mich auf zuhause. Ich habe Angst. Und ich bin traurig. Und alles darf da sein und hat seinen Platz. 

Ja. Ich bin stolz. Unglaublich stolz auf mich, auf meine Fortschritte und meine gewonnenen Kämpfe. 

Schöne Scheiße. 

Da ist das Ding. Uff. Ich kann es immer noch kaum glauben, kaum fassen, dass ich es wirklich hier liegen habe, dass ich es wirklich unterschrieben habe. 

Gestern im Einzel ruft meine Psychologin einfach mal kurz bei der Oberärztin an und bestellt sie rüber. Sie liest und unterschreibt den Vertrag. „Respekt.“ sagt sie und ich muss lächeln. Vor ein paar Wochen wäre es noch unvorstellbar gewesen. Sowas zu unterschreiben auf der einen Seite. Und sowas für so lange zu unterschreiben auf der anderen Seite. 

16 Monate sind lange. Aber durchdacht. Mein Ziel war ein Jahr. Weil in einem Jahr so vieles anders sein wird und ich weiß, dass ich ein Jahr schaffen kann. Doch in einem Jahr steht Weihnachten vor der Türe. Erfahrungsgemäß eine schwere Zeit. Genau wie der Jahreswechsel, der Februar mit meinem Geburtstag und dem „Jahrestag“ meines letzten Suizidversuchs und der März mit Ostern und der letzten Selbstverletzung. Also April. Da ist das größte Chaos rum. Der Frühling ist im Gange, die Welt wird wieder heller und wärmer und besser. Ein guter Zeitpunkt um zu beschließen, dass ich vielleicht doch noch ein Jahr, oder zwei oder drei oder vier, weiterleben will. 

Der Lebensvertrag war eine längere Sache. Ein Aushandeln von Möglichkeiten und auch viel „mir selber Steine in den Weg legen“. Ich habe kein Schlupfloch mehr. Ich muss in jedem Fall handeln, muss etwas tun und wenn alles nichts bringt ist der letzte Schritt dir Klinik. Es steht da, schwarz auf weiß, meine Bezugspflegerin wird ihn noch unterschreiben und meine ambulante Therapeutin. 4 Menschen, die als Zeugen meine Unterschrift bestätigen, die den Vertrag kennen, mich daran erinnern und halten werden. Es gibt keinen Ausweg aus dem Ding. Und ich weiß jetzt schon, dass der Moment kommen wird, an dem ich mich furchtbar aufrege, schimpfe und tobe, mich selbst, meine Psychologin und die Therapie hier verfluche, weil dieses doofe Ding mich am Leben hält. Und ich muss darüber lächeln, denn einfach sagen „ach scheiß auf den Wisch“ kann ich einfach nicht. Und genau das weiß meine Psychologin auch und findet es toll und sie weiß auch, dass ich mich  furchtbar ärgern werde. Und lächelt und findet es gut. Schöne Scheiße. 

Mein letztes Wochenende hier bricht an. Es werden immer mehr letzte Momente. Ich bin traurig und sentimental und mag eigentlich gar nicht gehen. Ich will die lieben Menschen hier nicht verlassen, will keine Distanz zwischen uns haben. 

Auf der anderen Seite freue ich mich aber auch. Ich bin therapiemüde, vermisse meine Wohnung, mein Bett und vor allem meine Schweinchen und meinen Zitronenkater einfach furchtbar, meine Freunde, meine Familie und meine Hauptstadt. Ich will die Dinge, die ich hier gelernt habe, endlich zuhause ausprobieren. Ich will leben, will mit beiden Beinen in meine Zukunft springen, will neu beginnen und weiter machen und beenden. 

Beides darf da sein. Die Traurigkeit und die Freude. Beides hat seinen Platz und seine Berechtigung. Und ich akzeptiere es und nehme es an und finde es sogar gut. 

So viel ist anders geworden in diesen letzten Wochen. Und das wird mir nochmal mit aller Wucht bewusst, als ich mit meiner Psychologin Weihnachten plane. „Wissen Sie, was ich dazu nun beigetragen habe?“  fragt sie nach dem Durchplanen und besprechen. „Ziemlich wenig.“ antworte ich ihr nach einem kurzen Moment. „Ich hätte eigentlich auch aufstehen und gehen können.“ erwidert sie. 

Und dann sage ich etwas, dass ich seit so vielen Jahren nicht mehr gesagt oder gedacht habe. „Dieses Weihnachten nehme ich keine Rasierklingen mit.“ Es wird das erste Weihnachten seit 16 Jahren sein, an dem ich mich ganz bewusst entscheide mich nicht zu verletzen, komme was wolle. Ich werde ohne Klingen hinfahren und es ohne Selbstverletzung durchstehen. Sonst war es zumindest immer eine Option, ein Strohhalm im Hintergrund, an den ich mich klammern konnte, ein Notausgang, ein Fluchtweg. 

14 Wochen finden ein Ende. Gleichzeitig findet ein neuer Abschnitt meines Lebens einen Anfang. Ich glaube nicht, dass ab nun alles gut sein wird. Ich werde beschissene Momente haben, tiefschwarze Stunden und furchtbar anstrengende Minuten. Ich werde weiterhin kämpfen müssen, manchmal um jeden Atemzug, manchmal vielleicht auch nur um jeden Tag oder jede Woche. Aber es gibt neue Wege. Neue Möglichkeiten. Neue Dinge. Es gibt Hoffnung und Lichtblicke und Kraft und Mut und Zuversicht. Ich glaube nicht, dass ab jetzt alles gut sein wird. Aber ich glaube daran, dass ich es schaffen kann. Mehr als sonst, mehr als an einem anderen Punkt jemals in meinem Leben

Schöne Scheiße.  

come out fighting 

Es geht dem Ende zu. Unaufhaltsam. Gestern Abend habe ich mich von Frau S. verabschiedet, weil sie ihren letzten Nachtdienst vor meiner Entlassung hatte. Übermorgen geht eine Mitpatientin. Den Tag drauf auch eine. Am Mittwoch habe ich wohl meine letzte Basisgruppe. Nur noch zwei Einzel mit meiner Psychologin liegen vor mir. Nur noch eine Oberarztvisite. Der Abschied rückt näher und näher. Und was so ganz nebenbei alles in meinem Leben derzeit Chaos verursacht ist eben auch noch da, neben den Gefühlen, die dieser Abschied nun auslöst. 

Im Einzel heute schaut die Psychologin mich an. „Von Fortschritten darf ich ja eigentlich nicht reden, sowas wollen sie ja nicht hören, oder?“ „Mittlerweile ist es manchmal halbwegs okay.“ antworte ich ihr und sie sagt, wie erstaunlich sie es findet, was wir in den letzten Minuten produziert haben. Es geht um die Protokolle, die ich weiter führen will. Zum Beispiel die diary card. Und was wir da raus schmeißen und vielleicht mit aufnehmen. Und ich sage von mir aus, dass sowas wie Gutes tun da eigentlich rein müsste. Vor 3 Monaten wäre ich schreiend weggelaufen, wenn sie sowas irgendwo in der diary card hätte unterbringen wollen. 

Alles dreht sich nun unweigerlich um den Abschied. Ums weitergehen zuhause. Es macht mir Angst. Und ich freue mich. Und es macht Angst. Und es macht traurig, denn die Zeit hier war schön. Ich habe viele Menschen hier lieb gewonnen, von denen ich mich nun auch unweigerlich verabschieden muss. In letzter Zeit hatte ich immer öfter das Gefühl einer großen WG hier, zusammen sitzen, lachen, Spaß haben. 

Es wird mir fehlen. Einfach in den Aufenthaltsraum gehen, an der Tür nebenan klopfen. Alle hier haben. Zuhause wird es so anders. Dort sind auch Menschen, die ich unglaublich gerne habe, aber eben nicht auf dem selben Flur, ein paar Meter entfernt. 

Es wird schwer werden zuhause. Die erste Zeit. Vielleicht auch zwischendurch immer wieder. Aber ich glaube, dass ich ein wenig stärker geworden bin. Ein wenig mehr Dinge kann. Handlungsfähiger bin. Ich darf zuhause nur nicht aufgeben und in alte Muster verfallen. Weiter machen. Weiter kämpfen. Ich hoffe ich schaffe es. 

Die Angst ist da. Und sie wird wohl noch eine Weile da bleiben. Vielleicht auch immer irgendwie ein wenig. 

Das hier war ein Anfang. Der Beginn eines neuen Weges. Vielleicht werde ich nach einem Jahr wiederkommen oder nach 1 ½ oder 2 und lächeln, weil so vieles anders geworden ist. 

Well I know there are times when you’re feeling close to the ground 

and there’s times when you may feel there’s no place to call home 

and there’s times when the only end in sight is the end 

you got to 

Come out fighting…

Let ‚em say we’re crazy, what do they know?

2 Wochen. 14 Tage. So viel Zeit bleibt mir noch hier. Nur noch. 

Und ich wundere mich ständig aufs neue. Ich erinnere mich noch, als mein Aufnahmetermin kam. Noch 5 Wochen bis zur Klinik. Das war so unglaublich viel Zeit. Und plötzlich waren es nur noch 14 Tage, 7 Tage, 2 Tage… Und 3 ½ Monate schienen so unendlich lang, so unvorstellbar, der Dezember so weit weg. Und nun sitze ich hier mit Schal und Jacke bei Minusgraden draußen, denke an den September, meine ersten Tage hier, die Sonne und die Hitze, und frage mich, wo die Zeit hin ist.

Gestern sitze ich mit meinem Puffreiskügelchen draußen und fange an zu heulen. Wir reden über Gefühle und den Lebensvertrag und es kommen Worte aus meinem Mund, die vor 3 Monaten noch so unvorstellbar gewesen sind. Und ich kann da sitzen und sagen warum ich heule, kann die Gefühle dahinter benennen und etwas anderes als Gefühlschaos fühlen oder Leere. Da sind Gefühle, mehrere, gleichzeitig, und sie sind alle da und dürfen da sein und ich darf weinen, weil es okay ist und angemessen. 

Später, nach der Skillsgruppe, sitze ich mit F. auf der Bank und heule schon wieder. Und wir reden und schauen uns an und müssen lachen, weil es so absurd ist auf der Bank zu sitzen und sich zu freuen weil man heult. Aber wir können sagen was wir fühlen: Stolz, Freude und auch Traurigkeit, weil unsere Zeit hier zuende geht. 

Und nun sitze ich schon wieder draußen und heule. Weil ich kaum fassen kann, was die Zeit hier verändert hat. Weil ich traurig bin, dass die Zeit zuende geht, glücklich so tolle Menschen kennen gelernt zu haben, stolz auf uns alle und auch weil ich Angst habe vor der Zeit zuhause. Und ich bin unglaublich froh, dass F. genau einen Tag nach mir kam, dass wir diese ganzen 14 Wochen gemeinsam erleben und am gleichen Tag gehen, denn ich könnte sie nicht hier lassen, zurück lassen oder gar erst nach ihr gehen. 

Es war der richtige Zeitpunkt. Einfach genau der richtige Zeitpunkt um hier her zu kommen. Einerseits für mich, weil einfach alles gepasst hat, weil ich einigermaßen stabil war und an einem Punkt, an dem ich bereit war meine Kraft zu opfern für den Kampf um mein Leben. Und weil die äußeren Umstände einfach so gut waren, weil ich in eine tolle Gruppe kam mit genau den richtigen Menschen, mit genau den richtigen Mitpatienten, die mittlerweile ein Stück kleine Familie sind. 

Es war genau so gut und richtig und wichtig. Und ich wünsche mir so sehr, dass ich all diese Erfahrungen und Fähigkeiten mitnehmen kann in mein Leben, dass ich genau so weiter machen und weiter kämpfen kann. Um mich und für mich. Mit ein paar mehr Menschen im Hintergrund, die mir so wichtig und so nah sind. 

2 Wochen. Zeit, die ich nutzen will und werde um noch zu tun was ich kann. Mir Weichen zu stellen für die Zukunft, Momente sammeln, die mir Kraft geben, genießen, mir Gutes tun, die positiven Dinge aufsaugen. 

Und es einfach auch okay finden, dass ich wohl in den nächsten Wochen einfach immer mal wieder anfangen werde zu heulen. Denn ich darf das und es ist völlig okay. Und Gefühle sind vielleicht doch nicht ganz so furchtbar und beängstigend und ungreifbar. 

Und hätte mir jemand das am Anfang der Therapie hier gesagt, dann hätte ich ihm das Skillsmanual an den Kopf geschmissen. Und in Zukunft werde ich das jedesmal tun, wenn eine von uns zweifelt. An sich oder am Leben oder an Gefühlen. 

Denn wir können alles erreichen. 

And we can build this dream together
standing strong forever
nothing’s gonna stop us now
and if this world runs out of lovers

we’ll still have each other
nothing’s gonna stop us, nothing’s gonna stop us,

All my windows still are broken but I’m standing on my feet

Ich lese meine Beiträge von letztem Jahr um diese Zeit. Und ich muss lächeln, denn es ist einiges anders. Und manches doch gleich. 

Vor einem Jahr kam ich grade aus einem Klinikintervall. War körperlich krank, antriebslos und habe stundenlang gegen Anspannung gekämpft. 

Die Angst, die die Weihnachtszeit mit sich bringt, ist immer noch da. Wieder. Wie jedes Jahr. Und ich denke an die Arbeit hier mit Glaubenssätzen. „Was hat sich seitdem geändert?“ wird dort gefragt. Die Zeiten, in denen ich Angst vor Weihnachten hatte und diese Angst auch berechtigt war, sind vorbei. Ich kann selbst entscheiden, wo ich mein Weihnachten verbringe. Ich kann frei zu meiner Mutter und meiner Schwester fahren, ich muss danach nicht zurück zu meinem Vater. Ich muss nicht darum betteln fahren zu dürfen, muss keine Angst haben, dass er plötzlich anders entscheidet und mich doch nicht fahren lässt. Was bleibt ist mein schlechtes Gewissen. Ich lasse ihn alleine. Ganz alleine an einem solchen Tag. Die Gefühle kann ich nicht ändern, sie sind da. Aber ich kann sie abschwächen. Realitätsüberprüfung. Lasse ich ihn wirklich im Stich? Nein. Ich bin gegangen um mich selbst zu schützen und ich schütze mich weiterhin, indem ich keinen Kontakt zu ihm habe. Ich tue das richtige, ich sorge für mich, ich achte auf meine Bedürfnisse. Er hat das nie getan und ich habe das Recht mich zu entscheiden und auch dementsprechend zu handeln. Trotzdem hat die Weihnachtszeit einfach einen bitteren Nachgeschmack. 

Und ich glaube auch, dass ich deutlich stabiler bin als noch vor einem Jahr. Nein. Ich weiß es. Ich fühle mich handlungsfähiger, nicht mehr so furchtbar mir selbst ausgeliefert. 

Und anders als letztes Jahr gibt es nun Pläne, Möglichkeiten, Hoffnung. Auch wenn noch einige Zeit vergehen wird bis zu einem möglichen Studium, so ist es doch ein Haltepunkt, ein Licht am Horizont, ein Ziel. Bis dahin werde ich von Zwischenziel zu Zwischenziel wandern, als erstes steht die Reha an. 

Trotz allem habe ich Angst. Angst, dass ich zuhause wieder in ein Loch falle. Dass ich es nicht schaffe. Dass Depression mich lähmt und Suizidgedanken mich wieder fesseln. Doch ich versuche so gut es geht für diese Fälle noch hier einen Plan zu entwickeln. 

Morgen will meine Psychologin mit mir den Lebensvertrag angehen. Ich habe im letzten Einzel angesprochen, dass ich einen Plan brauche für solche Momente wie Donnerstag, für eine 5 auf der diary card, für Momente in denen ich nicht einsehe, dass ich grade was tun muss, weil der Selbsthass überwiegt und ich es gerne bis zum Extrem treiben will. Und sie meinte, dass wir das ja super auch in den Lebensvertrag schreiben können. Möp. Ich weiß jetzt schon, dass ich mich sicherlich einige Male verfluchen werde dafür, dass ich ihr das gesagt habe. „Schreiben Sie mir dann doch mal ’ne Mail!“ meint sie dazu und lächelt. Ich weiß, dass ich mich so selbst kriegen kann, mich selbst austricksen. Ich mache keine halben Sachen. Und auch das weiß meine Psychologin und lächelt noch mehr, als ich mich genau darüber aufrege. Wenn ich etwas zusichere, dann halte ich mich daran. So hat schon Frau S. mich vor über 10 Jahren immer und immer wieder gekriegt und mich lebend von einem Termin zum anderen gezogen. So hat Schwester Nathalie mich schon oft gekriegt, auch andere vom Pflegepersonal. Und so kriegen sie mich hier auch immer, das haben sie mittlerweile gemerkt. Der Therapievertrag hält mich, wenn sonst nichts mehr hält. Und so sehr ich mich manchmal darüber ärgere, so sehr bin in anderen Momenten froh darüber, denn es ist mein eigenes persönliches Rettungsnetz, meine Notbremse. 

Also wird wohl etwas ähnliches, was hier bei einer 5 auf der diary card anläuft, in Zukunft auch zuhause anlaufen. Kann ich garantieren, dass ich es schaffe weiter zu leben? Wenn nein wird wohl die Klinik folgen, wenn ja dann eine VA und dementsprechend handeln. Ohne wenn und aber. Und ich hoffe, dass es mir helfen wird. Mich halten wird. Und das wird es vermutlich auch tun. 

Irgendwo wollen wir wohl noch die Gefühlsprotokolle unterkriegen. Damit auch das irgendwo steht, damit ich mich auch daran halte, wenn es nötig wird. 

Und ich werde auch die diary cards weiter führen (müssen), denn es steht in meinen Zielen für das nächste Jahr. Und diese Ziele werden Voraussetzung sein für eine eventuelle Wiederaufnahme als „Wiederkommer“ für 8 Wochen in frühstens einem Jahr. Diese Chance möchte ich eigentlich gerne nutzen, bis dahin schauen wie es ist und an was es noch hapert, bei welchen Dingen ich noch Unterstützung brauche. 

Vielen orientiert sich derzeit auf die Zukunft. Das ist neu für mich, denn so lange ging es nun ums Überleben, darum Tag um Tag um Tag irgendwie zu überstehen. Einen Monat zu planen, manchmal auch nur eine Woche, war kaum möglich. Und zu überlegen was in 3 Monaten, in 6 Monaten oder sogar in einem Jahr sein wird – ein Unding. Ich wusste ja noch nicht mal, ob ich leben will. Und wenn ja, dann wie ich das überhaupt schaffen soll. Ob ich leben will frage ich mich manchmal immer noch. Es gibt diese Momente durchaus und es wird sie wohl immer wieder geben. Doch sie sind weniger geworden und die Tage, an denen ich nur wenig oder manchmal sogar gar nicht an Suizid denke, werden immer mehr. Und vermutlich werde ich diese Frage selten definitiv beantworten können. Doch ich glaube ich kann es, mit Unterstützung, soweit schaffen, dass ich die Beantwortung dieser Frage auf die guten Tage verschiebe und an den schlechten einfach weiter mache. So gut es eben geht, vielleicht manchmal einfach nur mit weiteratmen und weiteratmen und von Minute zu Minute hangeln. Aber ich glaube ich baue mir gerade und in den kommenden 2 Wochen genug Wege um es zu schaffen und ziehe Mauern um Schlupflöcher und Notausgänge. Und vielleicht ist genau das wichtig. Nicht unbedingt die Tür zum Suizid komplett zu schließen (zumindest derzeit), sondern genug Hindernisse einzubauen um die Türe soweit zu öffnen, dass ich durchschlüpfen kann. 

Um die Frage nach dem Leben derzeit zu beantworten: ja. Ja, ich will leben. Ich will atmen und lachen und weiter machen und die schönen Momente genießen und die schlechten so unbeschadet wie möglich überleben. Ich will weiter gehen und weiter machen und gesünder werden und nach und nach immer mehr und mehr Tage ohne Suizidalität und Selbstverletzungsdruck haben. 

Ja. Ich will leben. 

You can take everything I have
You can break everything I am
Like I’m made of glass
Like I’m made of paper
Go on and try to tear me down
I will be rising from the ground
Like a skyscraper
Like a skyscraper

Wenn ich mit mir alleine bin, gibt es keine Chance zu flieh’n.

Irgendwo zwischen Montag und heute ist es gekippt. Irgendwo lag der point of no return ab dem ich nicht mehr handeln konnte. Teilweise, weil ich mir furchtbar selbst im Weg stehe. Teilweise, weil ich nicht weiß wie. Und teilweise, weil ich einfach so furchtbar kraftlos und motivationslos bin. Also sitze ich irgendwann mit Frau K., meiner Psychologie, Frau O., meiner Ärztin, Frau K. vom Frühdienst und Herrn N. vom Spätdienst im Pflegestützpunkt. Überfordert und hilflos. Mit einer 5 auf der diary card, mit Angst und Scham und Selbsthass und Traurigkeit. Steht der Therapievertrag? Kann ich auf einer offenen Station bleiben? Was tu ich nun? Auf die vielen Fragen eine Antwort zu finden fällt mir schwer. Mein Kopf ist so leer und gleichzeitig so voll und die Gedanken schreien so laut. Kann ich auf mich selbst aufpassen gerade? Kann ich wirklich dafür garantieren, dass der Therapievertrag steht? Was ist, wenn ich einfach „ja“ sage, aber trotzdem einfach etwas mache? Ich kämpfe mit mir. Gegen mich. Ringe um eine Antwort, um Ehrlichkeit. Letztendlich versichere ich, dass ich es schaffe, dass sie sich auf mich verlassen können. Ich kämpfe die Stimmen in meinem Kopf nieder, die Gedanken, die so laut wüten und um Aufmerksamkeit kämpfen. Mit dem „ja“ schiebe ich mir selbst einen Riegel vor, hindere mich selbst daran doch etwas zu tun. Besser macht es die Gedanken nicht. Ich hänge in einer Spirale aus Selbsthass, Scham, Wut, Selbstverletzungsdruck und Suizidalität fest und drehe mich immer weiter und weiter um die eigene Achse, von Gefühl zu Gefühl und Ende letztendlich immer wieder bei der Suizidalität. 

Später, als ich mit eingeschränktem Ausgang und einer VA am Tisch sitze und über die letzten Tage und die Situation nachdenke, fällt mir manches auf. Dass der Ärger über mich selbst, den Selbstverletzungsdruck und die Suizidgedanken mich nun schon seit ein paar Tagen begleitet. Dass ich die ganze Zeit gegen mich selbst kämpfe und mir selbst im Weg stehe, weil ich wütend bin, dass diese Gefühle da sind und nicht verschwinden. Ich invalidiere mich ständig selbst und mache es damit alles andere als besser. Ein kleiner Teil von mir schreit auch danach es immer weiter und weiter zu provozieren. Bis zur Eskalation. Als Beweis, dass ich es nicht wert bin. Dass ich es nicht schaffen kann. Dass ich schwach bin und unfähig. Und so drehe ich mich eigentlich schon seit Tagen im Kreis, immer weiter und weiter und schraube mich in der Spirale höher und höher. 

Morgen werde ich die VA mit meiner Psychologin besprechen. Ich weiß ein paar Dinge, die ich hätte anders tun können. Und ich glaube ich brauche einen Plan. Sowas wie hier anläuft, wenn eine 5 auf der diary card auftaucht. Ein „wenn das und das passiert, dann musst du das und das tun. Ohne wenn und aber“. Eine Möglichkeit mir selbst die Tür vor der Nase zuzuhauen. Quasi das, was hier von außen kommt. Vielleicht werde ich das ansprechen. Und vielleicht brauche ich sowas auch schon für einen früheren Punkt. Für Momente, in denen ich mir selbst so sehr im Weg stehe, mir so sehr wünsche, dass es schlimmer und schlimmer wird und alte Glaubenssätze bestätigt werden und doch gleichzeitig gegen mich kämpfe,weil ich genau das eigentlich nicht will. Ich werde morgen mal mit ihr überlegen. 

Ich hoffe einfach, dass es morgen besser ist. Dass die Gedanken sich weiter verziehen, dass ich besser handeln kann. Dass ich wieder in die Handlungsfähigkeit komme. Und meinen Ausgang wieder kriege, unbegrenzt und ohne Anmeldung und die ständige Panik, dass ich zu spät zurück komme und schon alles in Aufruhr ist. Und dass ich mit mir selbst einen Weg finde. Einen funktionalen, gesunden Weg. 


Das ist der Moment,
In dem ich weiß:
Ich selber bin
Mein größter Feind. 

2 Jahre – 10 Wochen 

Sonntagmorgen zuhause. Um halb 7 beißt der Zitronenkater mir beherzt in den großen Zeh, weil ich auf sein Mauzen und auf-mir-spazieren-gehen bisher nicht reagiert habe. Er krabbelt unter meine Decke und bekommt eine Ladung Streicheleinheiten, bevor ich mich aus dem Bett kippe und überlege was ich frühstücken soll, damit meine Medis nicht im leeren Magen landen. 

Gestern habe ich einen Abstecher zur Klinik gemacht. Es fühlt sich merkwürdig an durch die Vorhalle zu gehen, in den Aufzug und dann den Flur entlang bis zur Stationstür und dann bis zum Tagesraum. So lange war dieser Ort Halt und Auffangsort für mich, so vertraut und doch in den letzten Wochen fremd geworden. Ich rede ein wenig mit Pfleger Andreas und Schwester Angelika bevor ich mich meinem Besuch und einem Latte widme. Und es stimmt mich ein wenig traurig, dass so viele bekannte Gesichter dort sind, so viele immer und immer wiederkehrende Geschichten und Probleme. Zum Mittagsdienst tauchen dann Laura und Kai auf und ich freue mich auch ihnen ein wenig etwas erzählen zu können. Letztendlich stehe ich am Pflegestützpunkt, genau wie so unzählige Male davor und rede lange mit Laura. Und es tut gut, denn sie kennt so viele der Kämpfe, die ich seit Anfang 2015 auf dieser Station gekämpft habe. Gegen die Dämonen, gegen mich selbst, manchmal auch gegen das Personal. „Wie viele Verbände haben wir gemacht, wie viele Tuben Finalgon verbraucht?!“ sagt sie lächelnd zu mir. Wie viele Stunden habe ich dort gekämpft, manchmal gewonnen, manchmal verloren, doch immer irgendwie weiter gemacht. Sie erinnert mich daran, dass es von Aufenthalt zu Aufenthalt besser wurde, stabiler. Und das es nun so sehr anders ist, ich so sehr anders. Und es tut so gut das alles zu hören, denn sie sieht es nochmal ein wenig anders als die Menschen auf Station nun. Sie sieht fast 2 Jahre. Und selbst in den letzten 10 Wochen ist so unglaublich viel passiert. 

Es wird weiter gehen. Auch wenn ich an diesem Wochenende viel zweifel. In meiner Wohnung, in der ich so viele Kämpfe ausgefochten habe. Ein Ziel zwischen nach-Hause-kommen und Weihnachten wird für mich werden, dass ich hier etwas tue. In dann bald über 3 Monaten hat sich hier vieles gesammelt (vor allem Staub), ich will von Grund auf mal sauber machen, umräumen, aufräumen. Mir irgendwo ganz groß „neuer Weg“ an die Wand schreiben, Monster aufhängen und Sprüche und Erinnerungen an die Dinge, die ich schaffen will. Ich will so viel wie möglich tun, damit ich hier einen sicheren und positiven Ort habe der mir Halt gibt. 

Und während mein kleines Fellmonster friedlich auf meinem Schoß schlummert und nach Katzenfutter riecht und aus dem Meerizuhause das zufriedene Schmatzen der drei Fellnäschen zu hören ist, sitze ich mit Zigarette und Kaffee auf dem Sofa, atme ein und aus, habe Angst vor dem was kommt aber auch Zuversicht und Hoffnung. Ich kann das schaffen. Und ich will es schaffen. Schritt für Schritt, Tag für Tag, manchmal auch Skill für Skill und Minute für Minute. Aber es wird weitergehen. Chakka!