Wake me up when september ends

Als mein Wecker klingelt bin ich kurz verwirrt. Und dann hellwach, weil ich das Handy unter dem Kopfkissen raus angle um den Wecker auszuschalten, damit meine Zimmernachbarin weiter schlafen kann. Es ist kurz nach 6. Es ist Samstag. Und in ca. 5 Stunden werde ich zuhause sein! 

Nachdem ich erst mal in Klamotten gehüpft und runter getapst bin um eine zu rauchen hole ich mir meine Medis ab bei der Nachtschwester, stopfe Tablet, Handy, Geldbeutel und Zigaretten in die Tasche (und vergesse meinen Haustürschlüssel, das fällt mir allerdings erst auf als ich schon im Bus sitze…) und ziehe los. Ich laufe durch die dunkle und verschlafene Stadt. Nur ein paar Autos sind unterwegs. Die Einkaufsstraße ist leer bis auf ein paar Reinigungsfahrzeuge. Am Bahnhof ist dann ein wenig mehr los und der Bus kommt gerade um die Ecke. 

Unterwegs fängt es irgendwann an zu regnen. Es fühlt sich ganz und gar nach Herbst an. Ich lächle, als wir auf die Route de l’Est fahren und lächle, als wir sie wieder verlassen um in Richtung des Ortes zu fahren, der kurz vor Deutschland liegt und den Grenzübergang beherbergt. Ich lächle, als das Schild verkündet, dass ich wieder im schönsten Bundesland der Welt angekommen bin, als die Straßenschilder anzeigen, dass es nur noch 12 Kilometer bis zur Hauptstadt sind. 

Wie oft bin ich diese Strecke gefahren mit meiner Lehrerin, die mich mitnahm hier her, weil es ihre und meine Heimat ist. So oft habe ich die Schilder betrachtet und mich gefreut. 

Nun fahre ich diese Strecke und bin frei. Ich weiß, dass ich nach Hause fahre, dass hier nun mein Zuhause ist, dass ich nicht nach ein paar Tagen wieder zurückkehren muss zu meinem Vater. Ich atme frei und ich lächle ohne die dunklen Schatten im Hintergrund, die diese Strecke so oft begleitet haben. Und ich werde immer nervöser und aufgeregter, als die Hauptstadt näher und näher rückt, ich will den Bus abschieben, den Busfahrer antreiben, denn es geht mir nicht schnell genug. Ich will ankommen und dann weiter fahren nach Hause. Nach Hause zu meinen Tieren, zu meinen kleinen Quietschnasen und zu meinem Katerkind. Ich habe sie so unglaublich vermisst, so sehr in den letzten 3 ½ Wochen. 

Zuhause wirft das Katerkind sich auf den Boden, schnurrt unglaublich laut, will gekrault werden, reibt sich an mir und weiß gar nicht wohin mit seiner Begeisterung. Und mein Herz schmerzt, denn ich muss daran denken, dass ich ihn bald wieder verlassen muss. 

Es wird ein schöner Tag. J. kommt vorbei und N. und meine Schwester mit ihrem Freund. Ich kuschel viel mit dem Katerkind, beobachte meine Schweinchen. Die zwei kleinen sind so unglaublich schnell gewachsen. Nur noch 3 Quietschnasen sind nun da, ich bin traurig, weil ich die anderen vermisse, weil ich nicht richtig Abschied nehmen konnte, weil sie mir so fehlen. 


Ich rufe in der Klinik an und habe Pfleger Kai am anderen Ende, ich erzähle ihm von der Therapie und wie es mir geht und er freut sich über meinen Anruf. „Melden Sie sich in ein paar Wochen mal wieder!“ sagt er zum Abschied. 

Abends wird es ein wenig schwer. Wie so oft. Wie so oft zuhause. Doch ich versuche damit umzugehen, lenke mich ab, mit Katerkind auf dem Schoß und Tatort und widerstehe dem Drang mich so lange selbst zu triggern, bis ich es nicht mehr aushalte, bis ich so angespannt bin, dass nur noch schneiden hilft. 

Heute morgen wecken mich dann kitzelnde Schnurrhaare in meinem Gesicht und ein lautes Schnurren, als der Herr Kater es sich auf meiner Brust bequem macht um noch ein paar Minuten mit mir im Bett zu kuscheln. 

Ich genieße den Morgen, werde langsam wach, komme an in der Welt. Ein paar Dinge stehen auf dem Plan, die Tiere sauber machen und hier ein wenig kehren und putzen, meine Sachen zusammen suchen, die ich mitnehmen will. Und dann geht es in 7 Stunden wieder in die Hauptstadt und dann zurück in die Klinik. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. 

In zwei Wochen werde ich zurückkommen. Wieder ein Wochenende mit meinen Tierchen verbringen. Ich freue mich schon drauf. Und genauso freue ich mich auf die zwei Wochen, denn ich bin gespannt was kommt, was ich lerne, wie es weiter geht. 

Ring out the bells again
Like we did when spring began
Wake me up when September ends

Here comes the rain again
Falling from the stars
Drenched in my pain again
Becoming who we are

But I survived 

Gestern war ein guter Tag. Eigentlich bin ich schon nach dem Aufstehen relativ gut gelaunt, nach der Visite aber ein wenig knatschig, da ich gerne direkt das Okay bekommen hätte die Quetiapin morgens weg zu lassen. Denn ich merke immer mehr, dass sie mich morgens einfach nochmal wegföhnen, unglaublich müde machen und ich oftmals dann einfach schlafen muss. Ich bin ja noch gar nicht so lange mit den Seroquel am Abend runter, dadurch ist auch der Überhang morgens weg und vielleicht merke ich daher auch morgens nun mehr. Und Zuhause war es ja meistens egal, da konnte ich mich nochmal hinlegen, wenn keine Verabredungen oder Termine waren. 

Hier stehe ich allerdings schon meistens kurz nach 7 auf, habe Therapien und hänge dann so gegen 9 sowas von in den Seilen, dass ich wirklich manchmal überlege mir Streichhölzer unter die Augenlider zu klemmen um wach zu bleiben. 

Das Ganze muss nun erst mal in der Oberarztvisite morgen besprochen werden. Vielleicht weiß ich dann ja mehr. 

Morgens  saß ich eine ganze Weile noch mit Mitpatienten draußen, bevor ich mich gegen 9 nochmal für ’ne Stunde ins Bett verkrochen habe. Um 10 bin ich dann aus dem Bett geschossen und zur Studie geflitzt. Die Vortermine sind rum, seit gestern morgen bekomme ich nun das Spray mit Oxytocin oder einem Placebo, wissen tu ich es natürlich nicht. 

Abends sind wir zu sieht los gezogen in ein Café, es tat so unglaublich gut raus zu kommen mit Menschen, die ich mag. Einfach draußen sitzen, einen alkoholfreien Cocktail trinken, rauchen, reden, lachen. Ich habe es richtig genossen. 

Der Tag heute begann dann eigentlich auch ganz gut, die Oberarztvisite war irgendwann dann endlich auch bei mir angekommen und vorbei und ich wollte mich eigentlich grade wieder ins Bettchen trollen (ohne Quetiapin, das ist nun nämlich morgens raus), da habe ich erfahren, dass mein Struppi gestorben ist. Mein alter Herr, mein Uraltschwein. Mein Morgen war dann erst mal gelaufen, ich hab mich ins Bett verkrochen, geheult, geschlafen. Nachmittags bin ich mit F. los gezogen und es gab einen Berg an „ich belohne mich für die ganzen Verhaltensanalysen, ausgehaltene Situationen, anstrengende Gespräche und das ganze skillen“, quasi für die letzten 3 ½ Wochen. Schon gestern habe ich ein Buch bestellt, das war ich abholen, dann ein paar Klamotten shoppen und Schuhe und den Spielzeugladen plündern, im Mecces was essen und während der ganzen Zeit unglaublich viel lachen und einfach alles Blöde für eine Weile vergessen. Erledigt und mit der gefühlt halben Innenstadt in Tüten kamen wir dann wieder auf der Station an. 

Ich hab noch ein wenig Kram zusammen gesucht für morgen. Dreckige Klamotten in die Tüte gestopft, meinen Ordner mit Unterlagen und das Manual eingepackt. Um 6 wird mein Wecker klingeln, ich werde meine Medis einpacken und langsam los ziehen in Richtung Bahnhof um von dort den Bus zu nehmen in die Hauptstadt. Ich freue mich unglaublich auf daheim, vor allem auf meine Tierchen, auch wenn es nun eben nur noch 4 sind. Leider. 

Und eine positive Sache gibt es auch noch, denn meine ehemalige Therapeutin schrieb mir vor ein paar Tagen zurück. Wir werden uns nächste Woche Samstag treffen. Ich freue mich total, ich bin unglaublich nervös und hibbelig wenn ich dran denke. Sie war in über 5 unglaublich anstrengenden und fruchtbaren Jahren an meiner Seite und hat mich oftmals durch die Zeit getragen und mit ihren eingeforderten Versprechen daran gehindert mir das Leben zu nehmen, sie war ein so unglaublich wichtiger Mensch in all dieser Zeit. Und sie ist es manchmal immer noch. Ich weiß nicht, wo ich nun ohne sie stehen würde. Ob ich überhaupt noch irgendwo stehen könnte. Ich freue mich einfach sehr darauf sie zu treffen. 


I had a one-way ticket to a place where all the demons go
Where the wind don’t change
And nothing in the ground can ever grow
No hope, just lies
And you’re taught to cry in your pillow
But I’ll survive

Diary cards und andere Katastrophen 

Gestern begann meine erste „richtige“  Woche und der Tag hatte es auch in sich. Nach Visite und Sport und Mittagessen hatte ich ein Gespräch mit einer Psychologin der einen Studie, an der ich teilnehme. Es geht um die Wirkung von Oxytocin auf Borderliner. Dazu ist im Vorfeld ein ausführliches Diagnostikgespräch angesetzt. Das ganze war okay, bis es an die Fragen zu Traumata ging. Die Anspannung schoss kurz danach so in die Höhe, dass ich mich auf dem Weg zurück zur Station erstmal auf eine Bank setzen musste, mit Zigarette und Gummiband. Nachdem beide Unterarme aussahen wie nach einem Sonnenbrand war es dann halbwegs okay. Und auf der Station erwartete mich ein tolles Paket von N. aus der Heimat. Nun bin ich stolze Besitzerin eines „Isch war’s nidd!“-Shirts, damit hier auch jeder direkt weiß wo ich her komme (und natürlich, dass ich es nicht war – egal was…). Außerdem waren noch ein paar tolle Dinge drin, ich habe mich riesig gefreut und meine Anspannung war dann auch nochmal ein wenig erträglicher. Im Anschluss stand das Einzel mit meiner Ärztin an. Es ging teilweise um Biografie, ein wenig um die bio-soziale Theorie zu Borderline und um die berühmten Anfälligkeitsfaktoren für dysfunktionales Verhalten. Bis zum nächsten Einzel soll ich eine Verhaltensanalyse schreiben (jaaaa! Begeisterung!) zu meinem letzten Suizidversuch. Bäh! 

Das ganze war dann irgendwann zu viel für meinen Kopf und ich bekam Kopfschmerzen und bald darauf begannen alle Zähne gleichzeitig zu schmerzen, ein klares Zeichen für einen Migräneanfall. Also habe ich die meiste restliche Zeit heute in der Horizontalen unter meiner Kuscheldecke verbracht.

Übrigens gibt es hier jeden Abend den sogenannten Abendkontakt, mit insgesamt 4 Blättern taucht man bei der Pflege auf und bespricht anhand dessen den Tag. Diary card, Spannungskurve, Zustandsbarometer (wie ist die Stimmung jeweils morgens, mittags und abends) und Trinkprotokoll (ich habe das Bedürfnis einfach zwischendrin mal Wodka aufzuschreiben…). Also habe ich jetzt schon einen Stapel Blätter und mir dafür vorsorglich am Samstag schon einen Ordner gekauft, bevor ich gar keine Übersicht mehr habe. 

Es ist okay hier zu sein, die meiste Zeit fühlt es sich gut an. Ich habe Zuversicht, dass das ganze mir helfen wird. 

Heute treffe ich D., die ich aus dem Forum kenne. Wir schreiben schon eine ganze Weile miteinander und sie wohnt hier in der Nähe, also kann ich sie endlich mal in live kennen lernen. Ich freu mich schon drauf. Außerdem steht ein Batzen an Kram an, meine erste Körpertherapie zum Beispiel und meine erste Achtsamkeitsgruppe. Und mein erstes Pflege-Einzel mit meiner Bezugspflegerin. 

Ich sitze draußen, winke der Nachtschwester zum Feierabend zu, als sie das Haus verlässt, rauche eine Zigarette und habe das Geräusch der Sprenkler im Ohr, die gerade das viele Grün vorm Eingang benetzen. Es ist ein guter Morgen. Und das sage ich um kurz vor 8, Langschläfer und absoluter Morgenmuffel. Doch hier funktioniert es, ich stehe um kurz nach 7 auf und bin sogar wach. Meist kriege ich ein paar Stunden später ein Müdigkeitstief, das ist aber auch bedingt durch die Medis. 

Übrigens habe ich vor einer Weile meiner ehemaligen Therapeutin geschrieben, dass ich hier bin und sie gerne treffen würde. Ich war ziemlich hibbelig, da wir seit dem Ende der Therapie zwar regelmäßig Mailkontakt hatten, ich mir aber nicht sicher war ob sie einem Treffen zustimmen würde. Doch sie würde mich gerne treffen und ich freue mich so unglaublich, dass ich sie nach 8 Jahren nochmal sehen werde. Schwierig ist nur, dass die Bahn mich auf dem Weg zu ihr auch durch den Ort tragen wird, in dem ich aufgewachsen bin. Ich kann von dort aus sogar das Haus sehen, in dem mein Vater lebt. Ich werde durch den Ort fahren, in dem ich jahrelang zur Schule ging. Aber das ist es mir wert. Die Freude überwiegt im Vergleich zur Angst. 

Denn man bereut doch nur die Fehler, die man niemals macht

Heute war ein guter Tag. (Hach ist das toll das zu schreiben!) 

Er fing zwar reichlich doof an, mit einem Bus der nicht kam und Menschen, die mitten im Weg stehen blieben und überhaupt Menschen, die ich derzeit unglaublich anstrengend finde. 

Ich war mit J. zum Tee verabredet in der Hauptstadt. Letztendlich dann eine Stunde später als geplant, weil eben Bus, ne. 

Aber es war unglaublich schön. Einfach da zu sitzen, zu reden über alles Mögliche, Tee zu trinken und dann noch ein Essen spendiert zu kriegen. Einer dieser Momente, die die Akkus aufladen, wenn man es gerade eh so nötig hat. Mir fällt auf, dass es nur noch zwei Wochen sind bis Freiburg. Ich bekomme langsam Torschusspanik, gewaltig. Noch mehr Panik als zuvor. Aber davon werde ich mich nicht aufhalten lassen. Ganz abgesehen davon, dass diverse Pfleger und Schwestern der Station mir für den Fall ein gewaltiges Donnerwetter angedroht haben. 

Danach wollte ich eigentlich nach Hause fahren, entschloss mich beim schlendern durch die Stadt dann aber doch noch eine Weile einfach da zu sitzen. Also verbrachte ich meine Zeit am Markt, genoss die Sonne und das Treiben, spielte ein wenig Pokemon und atmete einfach Leben ein und aus. 

Auf dem Rückweg fing mein Kopf an zu Pochen, kurz darauf dann kamen die Zahnschmerzen. Untrügliche Zeichen für Migräne. Kein Wunder, heute morgen war es kalt und grau und nass, heute nachmittag warm und drückend mit strahlend blauem Himmel. Verrücktes Wetter, mein Kopf macht da einfach nicht mit, wenn es an einem Tag einen Sprung durch mehrere Jahreszeiten gibt. Also liege ich nun mit Medis intus im Bett, versuche das Pochen zu ertragen und hoffe, dass die Schmerzen bald erträglicher werden. Vielleicht schlafe ich auch einfach ein, hätte ich auch nix dagegen. Morgen muss ich erst gegen Mittag vor die Türe um zur Therapie zu fahren, also kann ich heute Nacht auch einen verkorksten Schlafrhythmus haben. (Hab ich den nicht eh ständig?) 

Es tut gut einfach mal einen Tag größtenteils Ruhe zu haben von den Dämonen, die mich sonst so verfolgen. Es ist ein bisschen wie Urlaub von sich selbst. 

Denn so lange wir träumen können bleiben wir wach
Vielleicht singen wir schief doch das ist unser Lied und wir tanzen durchs Leben immer neben dem Takt

Cause baby, I am ready to be free

Gestern artete das „ein wenig aufräumen“ in eine weitere Umräumaktion im Schlafzimmer aus. Das positive an völligem Chaos ist ja, dass es selbst durch Umräumen nicht chaotischer werden kann. Also wanderte mein Kleiderschrank mal wieder quer durchs Zimmer (natürlich inklusive Katerkind abwechselnd drin und drauf), mein Bett steht woanders, der Schreibtisch auch und all der Rest. Ich glaube, dass es die letzte Umräumaktion meines Kleiderschranks war, nach 10 Jahren und 4 Umzügen ist er nun definitiv an seine Grenzen gekommen. Vielleicht habe ich nun endlich eine Konstellation gefunden, die mal eine Weile so bleiben kann. Ich würde gerne wieder meinen Himmel übers Bett hängen, allerdings hängt dann der Kater drin und holt ihn wieder runter. Aber sehr zur Freude des Terrorkaters habe ich einige Mäuse und Bällchen gefunden, mit denen er nun durch die Gegend flitzt. 

Als ich mich gestern morgen für die Achtsamkeit fertig gemacht habe und vor meinem Kleiderschrank stand, fühlte ich mich ein wenig wie Ende Herbst. Dicke Socken, Pulli übers T-Shirt, eine der etwas dickeren Jogginghosen. Nicht mal 15 Grad draußen. 

Die Achtsamkeit war gut. Ich habe mich von „meiner“ Gruppe verabschiedet und vom Achtsamkeittherapeuten. „Bis nächstes Jahr, falls ich dann nicht die Nase gestrichen voll habe von Achtsamkeit…“ – „Mit Ihrer Krankheit wird Sie das wohl immer begleiten.“-„Na danke. Sehr beruhigend.“ Und  wir müssen beide lachen. 

Danach habe ich einen Besuch auf der Station eingelegt und zu meiner Freude (oder auch zu meinem Bedauern) dort eine handvoll alter Bekannter getroffen. Pfleger Arschkeks hat seine Postkarte erhalten und erzählt mir empört, dass sie einfach auf dem Tisch lag. Für alle. „“Also das ist doch meine Postkarte von der Frau Zitrone!“ hab ich gesagt und sie in meinen Spint gehängt!“ Er fragt, ob wir uns nochmal sehen vor Freiburg, was ich verneine. Ich habe keine Achtsamkeit mehr bis dahin, es wird wohl auch niemand dort sein den ich unbedingt besuchen will, also verabschieden wir uns voneinander und er wünscht mir alles Gute. Ich verspreche ihm ein paar Karten aus Freiburg. 

Mit zwei meiner ehemaligen Mitpatienten ziehe ich noch für eine Weile zu der Terrasse am See, wir sitzen in der Sonne, beobachten die riesigen Karpfen und reden. Wir tauschen Erinnerungen aus und müssen lachen, denn wir haben ganz schön schräge Dinge zusammen erlebt. Das „Glatteis“ auf Station, weil eine Patientin immer Salz streute, eine andere, die sich Oberteile gestrickt hat um darin einen Mitpatienten anzugraben, Flachmänner im Handtuchspender und mit Wodka gefüllte Energydrinkdosen. Es tut gut so frei und unbeschwert dort zu sitzen und zu lachen. 

Als ich anschließend zuhause bin fängt mein Magen an zu spinnen, vielleicht verursacht durch die gefundenen Bakterien im Trinkwasser (was natürlich erst 2 Tage später bekannt gegeben wird…) und meine Stimmung stürzt ab. Ich versuche ein wenig Schlaf zu finden, aber es funktioniert einfach nicht. Und da begann dann meine Umräumaktion. Obwohl der Berg an Dingen danach so riesig erschien (was nun mal passiert wenn man den kompletten Kleiderschrank ausräumt und aufs Bett wirft und dann alle Möbel durch die Gegend schiebt), habe ich es doch geschafft den größten Teil des Chaosberges wieder aufzuräumen und es sieht tatsächlich besser aus als vorher. Nun fehlen noch Kleinigkeiten, beispielsweise die Landkarte zum Rubbeln an die Wand zu hängen, ein wenig Kleinkram aufräumen und vor allem waschen. Und dann sind da noch die Küche und das Bad… 

In der Nacht gegen halb 5 wurde ich wach, weil es im Wohnzimmer danach klang als würde jemand das Meerizuhause auseinander nehmen. Vorgefunden habe ich dann allerdings nur Lilly, die beim Trinken so an der Flasche zog, dass alles wackelte. Fast 2 Stunden lang war ich wach, bevor ich nochmal Schlaf fand. Und heute morgen fiel mir plötzlich ein, dass ich meinen Reha-Antrag beim Amt völlig verschwitzt habe. Innerhalb von Monatsfrist musste ich ihn stellen, vor 2 Tagen war die Frist um. Also schnell das Ding noch ausgefüllt und ab zur Post damit. Ich hoffe sie sind noch kulant bei den paar Tagen. Auf dem Rückweg von der Post habe ich einen Abstecher zum neuen Supermarkt gemacht, natürlich wieder die Hälfte vergessen und dann zuhause erst mal wieder ein wenig Antriebslosigkeit geschoben. Doch ich hab es irgendwie dann tatsächlich geschafft zumindest ein bisschen weiter zu machen im Schlafzimmer. 

N. kam am Nachmittag vorbei und wir waren erst ein wenig bei mir, bis wir zu Chrissie fuhren. Es war unglaublich schön sie mal wieder zu sehen, mit dem Hundemädchen zu kuscheln, meinen Matschkater zu kraulen, die Nase in die Federn des Hahns zu stecken und den Hasen zuzusehen um dann einfach noch ewig vor der Türe zu sitzen, zu quatschen über alles mögliche, ab und an eines der Tiere zu streicheln und einfach nur den Moment zu leben. 

Nun falle ich einfach nur noch ins Bett. Müde von Tag, aber glücklich. 

Now I am invincible
No, I ain’t a scared little girl no more
Yeah, I am invincible
What was I running for
I was hiding from the world
I was so afraid, I felt so unsure
Now I am invincible
Another perfect storm

Monster verkriechen sich, die Schätze gehoben

Nach fast 3 Wochen wieder zuhause zu sein fühlt sich gut an. Mit dem Katerkind auf dem Schoß und der Schweinebande, die gerade Möhren knabbert, sitze ich im Wohnzimmer und werde wach. Das Wachwerden klappt seit der Reduzierung der Quetiapin deutlich besser, ich habe nicht mehr das Gefühl völlig ausgeknockt zu sein und schlafe trotzdem gut. Ab und an wache ich zwar nachts auf, aber meist schlafe ich direkt weiter. So wie heute Nacht, als der Zitronenkater um kurz nach 4 anfing mir ins Ohr zu miauen und unter mein Shirt zu kriechen. Der Herr ist seit ich wieder da bin sehr gesprächig, als ob er mir von jeder Einzelheit der vergangenen Tage erzählen mag.

Meine Wohnung hat die grandiose Fähigkeit sich in ein Schlachtfeld zu verwandeln, ob ich nun da bin oder nicht. Also werde ich heute wohl mal ans Aufräumen gehen, aber erst gegen Nachmittag oder Abend.  Um 1 bin ich mit J. verabredet zum Tee, ich freue mich schon drauf. Auch das Wochenende werde ich wohl zum großen Teil dazu nutzen, morgen will ich mit N. zu Rock gegen Rechts gehen, sonst steht nicht viel an. In der nächsten Woche muss ich dann wohl einiges an Kram klären. Mein Internet/Telefon pausieren lassen für die Zeit, in der ich nicht da bin. Meine Fahrkarte kündigen. Bei der Fluggesellschaft Terror schieben wegen der Entschädigung und der Erstattung der Kosten und dem Öffnen der Koffer und den dadurch entstandenen Schäden. Mir einen Plan schreiben, welche Dinge ich noch tun muss, was ich einpacken muss. Montags zur Therapie. Bei der Hausärztin anrufen wegen Impfungen. Den Reha-Antrag ausfüllen und wegschicken. Die Tage werden definitiv gefüllt sein. Aufbruchstimmung. Weitergehen.

Ich muss unwillkürlich an meinen Aufbruch damals denken, als ich so viele Kilometer weit weg ging und endlich wieder Zuhause ankam. Weg aus der Gegend, in der ich aufgewachsen bin. Zurück in mein geliebtes Bundesland, zu den Orten und Straßen, die ich so sehr liebe. Damals war nichts geplant. Es ging Knall auf Fall. Ich war 19, kurz vor meinem 20. Geburtstag, hatte eine stationäre DBT in Aussicht und wollte mit der Schule weiter machen. Mein Abi schreiben. Mein Großonkel starb und ich beschloss bei meiner Mutter zu bleiben, bis der Termin zur DBT anstand. Denn alleine Zuhause, mehrere hundert Kilometer entfernt, funktionierte nichts mehr. Ich ging nicht mehr vor die Türe, ich verletzte mich mehrfach täglich. Ich vergrub mich und die Tage vergingen wie in Watte. Doch es kam alles anders. Die Klinik verschob den Aufnahmetermin immer weiter und weiter. Die Zeit, die mir noch blieb,  um zurück in die Schule zu gehen und mich auf das Abi vorzubereiten, wurde immer kürzer und kürzer. Bis es schließlich zu spät war. Es schmerzte, es schmerzte unglaublich. Doch damit stand fest, dass es kein Zurück geben wird. An einem Tag ging es zu meiner Wohnung, meine Sachen kamen in den Transporter und es ging zurück. Nicht mal 24 Stunden dauerte es die Gegend zu verlassen, in der ich fast 17 Jahre gelebt habe.

Rückblickend war es die beste Entscheidung. Auch wenn es sich damals nicht so anfühlte. Zu krank um das Abitur zu schaffen, hängen gelassen von der Klinik (die sich übrigens nie wieder gemeldet hat für einen Termin), weg von meiner Therapeutin. Doch es war auch ein Weggehen von Erinnerungen, die schmerzten, von meinem Vater, es war ein Neuanfang. Bis ich wieder anfing zu leben, zurück in meiner Heimat, dauerte es eine ganze Weile. K. hat damals viel dazu beigetragen, der Beginn der Ausbildung, der Beginn einer neuen Therapie. Auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, dass ich völlig am Boden bin, so waren diese Tage und Wochen und Monate damals ein Tiefpunkt meines Lebens.

„Alles hat einen Sinn“ sagte meine ehemalige Vermieterin immer zu mir. Und sie hat Recht. Es kommt, wie es kommt und man muss damit umgehen und weiter gehen. Und rückblickend hat sich doch alles so entwickelt, wie es sich eben entwickelt hat, dass es nun so ist, wie es ist. Ich mag nicht großartig über ein was wäre wenn nachdenken. Früher habe ich das oft getan. Gedacht, dass alles so viel besser wäre nun. Doch vermutlich wäre es das nicht. Sogar ziemlich wahrscheinlich.

Der Zitronenkater schläft fest an mich gekuschelt und ich genieße es in Ruhe wach zu werden. Alleine. Bald werde ich mich anziehen und fertig machen und in Richtung Hauptstadt ziehen. Mit Musik auf den Ohren, einem Lächeln im Gesicht. Und Aufbruchstimmung in mir. Alles fühlt sich so sehr nach Veränderung an derzeit, es kribbelt ein wenig vor Aufregung und ich versuche die Angst und die Panik einfach auszuhalten. Es wird so kommen wie es kommt. Es bringt nichts sich nun schon Sorgen zu machen. Es ist okay Angst zu haben.

Weitergehen.

Immer und immer wieder weitergehen.

Niemals aufgeben. Niemals stehen bleiben.

Weitergehen.

Es gibt viel zu verlieren, du kannst nur gewinnen
Genug ist zuwenig – oder es wird so wie es war
Stillstand ist der Tod, geh voran, bleibt alles anders
Der erste Stein fehlt in der Mauer
Der Durchbruch ist nah, der Durchbruch ist nah
Der Durchbruch ist nah
Kein Ersatz – Deine Droge bist Du, bist Du

Extrafarben 

Lange habe ich schon darüber nachgedacht und nun ist es soweit. Nach 7 Jahren bloggen zieht das Zitronenkind auf seine eigene Domain um. Noch bin ich am kucken und machen und installieren, meine Domain existiert schon und wird dann wohl auch bald mit meinem Blog online gehen. 

Ein neuer Abschnitt also, auch hier. Vielleicht einen Schritt weiter weg von der Krankheit und einen Schritt mehr ins Leben. Es geht weiter und es geht voran und das soll es auch in allen Bereichen tun. 

Natürlich werdet ihr hier alles weitere erfahren, vermutlich werde ich hier allerdings alle Beiträge löschen und nur noch einen Infopost über den Umzug stehen lassen.
Ansonsten bin ich wieder daheim seit einer kleinen Weile. Der Abschied war gut heute, Jan und Tina und Kathrin haben mir alles Gute  gewünscht, Tina verabschiedete sich mit einem „Ich will einen Anruf!“. Die Psychopeutin hat mir die Hand fest gedrückt und mir alles Gute für den Weg gewünscht und die Ärztin vertraut darauf, dass ich das alles schaffen werde. Es fühlte sich komisch an zu gehen und zu wissen, dass ich in 6 Wochen definitiv nicht wieder dort sein werde, sondern dass nun erst mal das Jahr zuende gehen wird. Ich bin ein bisschen wehmütig, ziemlich panisch und ängstlich, aber mit jedem Moment mehr auch ein Stück zuversichtlicher. Es geht weiter ein Stück Richtung Zukunft und Leben, vor allem geht es einfach weiter. 

Warum geht man weg? Damit man wiederkommen kann. Damit man den Ort, von dem man gekommen ist, mit anderen Augen sehen kann, und mit ein paar Extrafarben. ~ Terry Pratchett 

Leben

In manchen Momenten kann ich spüren, dass innerlich etwas heilt. Es sind Momente so voller Leben, voller Farben und Wärme, dass sie die kaputten Teile meiner Seele mit einer solchen Intensität zusammen pressen, dass eine Lücke weniger dort ist, ein bisschen weniger Dunkelheit, ein bisschen weniger Schmerz. 

In solchen Momenten sauge ich das Leben auf wie ein Schwamm. Atme mit jedem Atemzug Leben ein, fülle meinen vernarbten Körper und mein zerfetzt Inneres mit Farben und Lebendigkeit und Lebensfreude.

Es sind diese Momente, die es mir ermöglichen mich lebendig zu fühlen. Ohne mir dafür in die eigene Haut schneiden zu müssen, ohne mein Blut fließen zu sehen. Ich atme Lebendigkeit ein und Schmerz aus, lasse das Leben durch meinen Körper fließen und fühle, dass es möglich ist gesund zu werden, dass es möglich ist nicht am Leben zu scheitern, dass es möglich ist mein Leben mit Leben zu füllen. 

Leben – mehr als nur zu Überleben 
Leben – das ist Ursprung und Ziel
Leben – als kleiner Teil  des großen Ganzen 
Lebenswert zu sein

Oftmals sind es die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen und ihm Farbe geben. Die kleinen Dinge, die man allzu gerne übersieht, die manchmal so winzig und flüchtig erscheinen, aber zusammen betrachtet doch genau diese wunderbaren Momente sind, die mich zusammen halten. 

Gebackene Bohnen zum Frühstück. Warmer Sand unter meinen Füßen. Die Zikaden in den Bäumen. Salzigen Meerwind in den Haaren. Der Geruch von Oliven und Gewürzen. Ein kaltes Bier auf dem Balkon, während der Tag langsam endet. Eine kalte Dusche, die das Salz und den Sand des Tages abspült. 

Und während der eine Tag endet und der letzte Tag unseres Urlaubs anbricht, liege ich auf dem Balkon und rauche. Die Fliesen unter mir kühlen meinen sonnenverbrannten Rücken. Und so gerne ich hier am Meer liege, so gerne ich die Gerüche in der Nase habe, den Sand unter den Füßen spüre… Ich bin froh, dass ich nur noch den einen Tag hier sein werde und am Mittwoch zurück nach Hause fahre. Meine Mutter geht mir mit jeder Stunde mehr an die Substanz, ich will einfach nur noch fort von ihr, weit weg, in meine vier Wände. Ich brauche dringend den Abstand und die Ruhe. Nicht mal mehr 48 Stunden, dann liege ich in meinem Bett mit meinem Katerkind. Und ansonsten alleine. 

Den morgigen Tag werde ich hier einfach noch versuchen so gut es geht zu genießen. Allerdings vermutlich weitestgehend entfernt von der Sonne, denn mein Rücken ist verbrannt, meine Oberschenkel sind auch gerötet. Einfach ab und an mal die Füße ins Meer strecken, in Ruhe packen, vielleicht noch eine Runde in der Gegend drehen, die Luft tief einatmen und all die schönen Gefühle der letzten Tage tief in mich aufsaugen, damit sie mich vielleicht auch durch die dunklen Zeiten tragen können. 

Und grad‘ deswegen 

Während ich am Strand liege, mit Meersalz in den Haaren und Sonne auf der Haut, betrachte ich meinen Körper. Er ist momentan völlig ohne Wunden, ein seltener Anblick. Denn selbst seitdem ich aufgehört habe sie mir selber zuzufügen waren da immer welche. Schließlich wohnt ein kleines wildes Katerkind bei mir. 

Ich betrachte meine Arme mit den Narben, die sich momentan entweder rot oder weiß von meiner Haut abheben. Und meine Beine, auf denen die Narben als deutliche Linien sichtbar sind, etwas dunkler als die Haut darum. 90% der Narben, vermutlich sogar mehr, stammen von mir selbst. Der Rest verteilt sich auf Unfälle, Operationen und eben einige Jahre des Zusammenlebens mit diversen Katzen. Auf meinem Oberarm erkenne ich momentan deutlich die Stelle, an der ich mir vor 13 Jahren den Namen meiner ersten großen Liebe in die Haut schnitt. Und ich muss lächeln, denn damals dachte ich, dass der Liebeskummer mich umbringen würde. Und dann fängt es an zu schmerzen, denn zum größten Teil Schuld am Ende dieser ersten Beziehung meines Lebens war mein Vater. Er verbot mir damals den Kontakt, verbot ihm anzurufen oder vorbei zu kommen, verbot mir zu ihm zu fahren oder ihn anzurufen. Und daran scheiterte diese erste große Liebe. Ich muss auf die Stelle am Handgelenk blicken, dort wo sich weiße Narben kreuzen. Immer und immer wieder habe ich damals an diesen Stellen geschnitten, denn ich konnte sie unter der Uhr oder Armbändern verbergen. Damals, als ein, zwei Schnitte noch reichten um den Druck in mir loszuwerden, klein und oberflächlich. Die meisten der noch roten und deutlich sichtbaren Narben auf meinen Armen stammen aus den letzten 19 Monaten. Sie markieren einen Tiefpunkt in meinem Leben, an den ich eigentlich nicht mehr kommen möchte. Aber gleichzeitig blicke ich auf meinen Körper und sehe neben den ganzen Narben vor allem eins. Eben nichts. Keine frischen Wunden, keine neu entstehenden Narben. Und ich bin doch ein klein wenig stolz auf mich, dass ich die ganzen schweren Momente schaffe ohne mir eine Rasierklinge in den Arm zu stecken. Bald steht die DBT an. Es macht Angst und es macht Hoffnung. Was es sonst mit sich bringt wird sich dann zeigen. Und mit der Zeit. 

In ein paar Tagen steht mein nächster Klinikaufenthalt an. Ich will besprechen wie es dann weiter gehen wird. Nach der DBT. Ich habe Angst den Halt der Klinik zu verlieren, auch wenn ich weiß, dass sie immer da sein wird. Ich habe Angst, dass ich nach 14 Wochen DBT nicht mehr mit der Welt draußen klar komme, mit mir alleine, mit meinem Alltag. Ich habe Angst vor dem was kommt, vor der DBT, vor dem Danach. Aber es ist der Weg, den ich gehen werde. 

Langsam aber sicher wandern meine Gedanken in Richtung Abreise. Noch zwei Tage bleiben uns, bevor es am Mittwochmorgen erst zurück nach Deutschland und dann zurück nach Hause geht. Durch die Zeitverschiebung gewinnen wir eine Stunde, was mir sehr gelegen kommt. Denn ich will zurück in Deutschland möglichst schnell in meine 4 Wände, zu meinem Katerkind und meinen Schweinchen. Möglichst viel Zeit dort verbringen, bevor ich am nächsten Morgen in die Klinik gehe. 

Und ich weiß, dass ich zurückkehren werde auf diese Insel. Irgendwann. Denn ich habe mich verliebt, zwischen dem Meer und dem Gebirge, zwischen alten Sagen und modernen Geschäften, zwischen Kilometern unbewohntem Gebiet und Großstädten, zwischen den Zikaden in Olivenbäumen und den ausgetrockneten Ebenen. Ich habe mich verliebt in diesen Flecken Erde, der genau wie ich so voller Gegensätze, voller Extreme steckt. Ich werde zurückkehren und das ist gut, denn es bedeutet, dass ich noch leben werde und tue, was mich oft so sehr am Leben hält und mich leben lässt. Reisen.