Zitrone auf Reisen

Ich sitze irgendwo in Hannover, mit einer Tasse Cappuccino vor mir, die Augen immer noch nicht ganz offen. Gestern war anstrengend. Wir sind erst viel später los gekommen als eigentlich geplant. Chrissie kam nicht in die Gänge, D. war genervt, ich war müde. In D.s Heimatstadt haben wir dann Chrissies neues Auto abgeholt, sie fuhr wieder nach Hause und wir erst mal zu D. um dort noch ein paar Sachen einzuladen. Daraus wurde dann noch eine Tasse Kaffee und eine Besprechung mit seiner Mitarbeiterin.
Um halb 9 war ich dann letztendlich in Hannover und konnte den Lieblingsösi drücken. Länge fit war ich allerdings echt nicht mehr, ich war schon um 6 Uhr wach, war in der Hauptstadt einkaufen und bei meiner Ärztin, habe fertig gepackt und meine Fellhaufen versorgt.
Und nun treffe ich mich gleich mit H., mit vollem Bauch von Frühstück und Cappuccino. Gegen 4 will ich mit dem Lieblingsösi nach Hamburg.

Ich habe meine Übernachtungen gebucht für die nächste Woche. Eine Nacht in Hannover, zwei Nächte Hamburg. Am Freitag werde ich bei D. schlafen, da er erst kurz nach Hause muss, bevor er wieder hier her fährt.
Ich freue mich. Eigentlich. Denn gerade scheint es so dunkel und düster um mich, dass selbst die Freude nichts bringt. Ich versuche zu atmen, nicht daran zu denken was kommen wird in der nächsten Zeit. Weiter machen. Am Dienstag werde ich in Hamburg am Hafen stehen. Und am Mittwoch. Und am Donnerstag. Ich werde die Luft in meine Lungen ziehen und vielleicht daran denken, dass ich vor fast zehn Jahren auch dort stand. Zwar anders, aber mit nicht weniger Chaos im Gepäck und nicht weniger Chaos im Kopf. Ich werde Menschen treffen, die ich länger nicht gesehen habe und einen Menschen, den ich zwar schon Jahre kenne, aber noch nie getroffen habe. Ich werde bis nachts auf bleiben und durch die Stadt streifen, ich werde mit fremden Menschen in einem Zimmer schlafen, ich werde so vieles sehen und neue Luft atmen und mein Zuhause für ein paar Tage hinter mir lassen. Vielleicht kommen Freude und Aufregung ja morgen. Morgen werde ich den Ösi treffen. Ich weiß nicht, wann wir uns das letzte Mal gesehen haben. Einige Jahre sind seitdem jedenfalls schon vergangen.
Morgen früh muss ich noch zur Ärztin und auf der Bank vorbei. Ich muss heute noch packen, muss Lebensmittel einfrieren und meinen Kindle mit Filmen bestücken und mein Handy mit Hörbuch. Morgen früh muss ich dann noch Katerfutter und Meerigrünzeug besorgen.
Am liebsten würde ich gerade irgendwas tun. Aufräumen. Kochen. Aber ich habe keinen Antrieb. Mehr als rumhängen schaffe ich einfach nicht. Zumindest einen Salat will ich mir aber noch für heute Abend machen.
Ich finde solche Durchhänger-Tage furchtbar und anstrengend. Ich will etwas tun und kriege es nicht hin. Selbst das Katerkind hat heute wahrscheinlich mehr getan als ich. Vielleicht wird es besser, wenn ich einfach akzeptiere, dass es heute eben so ist. Mir Finalgon auf dem Arm klatsche gegen die Anspannung. Mich in die Küche bewegen und meinen Salat machen. Anfangen mein Zeug zu packen.

Der Tag war gut und ich stürze ab. Ich fühle mich furchtbar, ich mag mich verletzen. Nein. Eigentlich will ich mich nicht verletzen. Zumindest nicht in dem Sinne. Wenn, dann will ich es so schlimm, dass es danach vorbei ist. Ich will einfach ein Ende. Mein Kopf ist so voller Suizidgedanken, dass ich keine Ahnung habe wie ich es aushalten soll. Ich versuche mich abzulenken, ich habe auf dem einen Arm Finalgon und auf dem anderen einen Eiswürfel, ich habe mich in meine Decke gewickelt, habe das Katerkind neben mir. Und trotzdem will ich einfach nur aufgeben.
Ich bin schon drei Mal an meinen Tabletten vorbei gelaufen. Beim letzten Mal habe ich die fast vollen Packungen in die Hand genommen und sie betrachtet. Ich will nachgeben. Ich will aufgeben. Ich habe das Gefühl, dass es eh nie besser werden wird. Dass es eh niemals wieder okay sein wird. Dass es doch eh keinen Sinn macht. Ich fühle mich hoffnungslos. Hoffnungslos und leer.
Ich will aufgeben. Einfach nur noch aufgeben.

Seit gestern lässt mich etwas nicht los, dass ich eigentlich gar nicht schreiben wollte, eigentlich am liebsten unter „mal wieder kranke Gedanken“ abhaken möchte.
Als ich gestern zum zweiten Mal in der Klinik anrief und nach Schwester Nathalie fragte, meinte Pfleger Thorsten „Einen Moment“, legte das Telefon beiseite und ich höre ihn im Hintergrund leise „Frau Zitrone“ sagen. Dann kommt er wieder ans Telefon und sagt mir, dass er Schwester Nathalie nicht finden kann.
Und nun beginnt das Chaos. Zu wem sagt er, dass ich am Telefon bin, wenn sie doch nicht da ist. Ich komme damit klar, wenn man mir sagt, jemand hat keine Zeit. Auch damit, wenn man mir sagt, dass ich es alleine versuchen soll. Nur nicht mit Lügen. Ich weiß nicht, ob mein Kopf sich da was zusammen spinnt, oder ob es wirklich so war. Es hat mich nur schlecht schlafen lassen, trotz der 4fachen Dosis meiner Abendmedis, es treibt mich um und hat sich festgebissen und lässt mich nicht mehr los. Und natürlich will ich direkt völlig überreagieren. Dort anrufen, sagen, dass ich nicht mehr kommen werde. Alles hinwerfen, weil ich mich hintergangen fühle.  
In den ganzen Jahren der Therapie habe ich gelernt, dass ich sowas ansprechen muss. Dass ich es klären muss, um selbst klar zu kommen und nicht in einem impulsiven Moment alles hinzuwerfen. Nur ist mir momentan mehr danach einfach völlig impulsiv und destruktiv handeln als nach allem anderen. Dhegsishvejflfplsnehwoahbf! Scheißdreck. Alles.
Tief einatmen und ausatmen. Nachher mache ich mich fertig und fahre in die Hauptstadt. Von da aus kurz zu Mama und Schwesterherz, dann zurück in die Hauptstadt zum Konzert. Ich hoffe ich kann es genießen, kann abschalten und vergessen, was momentan so in meinem Kopf ist.
Und gleich rufe ich mal beim Tierarzt an für den Entmannungstermin von Mr. Mau.

Hallo 2016.
Irgendwo zwischen Tränen und Anspannung und Ablenkung und Lachen kam es, das neue Jahr. Ich will ihm eine Chance geben. So vieles ist so viel besser geworden, das sagte Schwester Sabine eben auch noch mal. Und obwohl ich unglaublich Angst habe vor den Dingen, die vor mir liegen, werde ich weiter gehen.

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Weiter gehen. Weiter kämpfen. Um gesund zu werden. Um frei zu sein. Für mich und meine Geschichte.
Welcome to midnight. Willkommen im neuen Jahr. Hallo 2016.

Euch allen wünsche ich ein wundervolles neues Jahr voller Glück und Gesundheit, ein Jahr, dass einfach euer Jahr wird. 🍀

Was tut man, wenn die bösen Erinnerungen einen nicht los lassen, wenn die Anspannung sich weigert unter die Hochspannungsgrenze zu fallen, wenn Übelkeit und Bauchschmerzen sich nicht vertreiben lassen? Richtig. Aufräumen. Und so ist mein Wohnzimmer nun wieder heufrei, mein Sitzsack ist ins Schlafzimmer gewandert und die Wäsche vom Wäscheständer in den Schrank. Es ist nun halb 4, ich bin hundemüde, die Anspannung pendelt zwar immer noch bei über 70 rum, aber ich habe das Gefühl, dass ich es schaffen kann ohne mich zu verletzen. Gegen die Übelkeit habe ich nun mcp genommen, gegen die Bauchschmerzen werde ich mir gleich das Heizkissen auf den Bauch legen, wenn ich mich ins Bett kuschel. Gutes tun. Entgegengesetzt handeln. Auch ein Skill. Tag für Tag. Schritt für Schritt. Skill für Skill. Das hätte ich auch gerne als Zettel zum aufhängen. Auch wenn es manchmal nicht Tag für Tag, sondern Minute für Minute ist.
Und nun gehe ich ins Bett. Zu Kuscheldecke, Heizkissen und Pummeleinhorn. Und zwar lächelnd und Stolz, weil ich einen weiteren Tag geschafft habe ohne mich zu verletzen. Und selbst wenn ich wieder schneiden sollte, diese Tage kann mir niemand nehmen. Diese Tage und die Kraft und den Mut, den sie mir geben.
Ich kann das schaffen. Ich kann so vieles schaffen. Chakka!

die wunderbare Welt der Suchmaschinen

Das Linchen meinte vor einiger Zeit, dass ich doch auch mal einen Suchanfragenbeitrag schreiben könnte. Nachdem ich mich in den letzten Tagen immer wieder gewundert habe, welche Anfragen zu meinem Blog führen, und vor allem durch wieviele Seiten an Ergebnissen die Leute sich klicken um dann hier zu landen, ist es nun soweit.

wartezeit dbt freiburg nach vorgespräch: Ju. Gibt es, die Wartezeit. Beträgt übrigens um die 3 Monate. 

richtig falsch zwillinge: hast du dich gefragt, ob es richtige und falsche Zwillinge gibt? Falls du nach dem Lied gesucht hast, das ist schön. 🙂

finalgon extra stark alternativen: Also ich finde ja, dass das extra starke einfach keine Alternative hat, und seit es das wieder auf dem Markt gibt, übrigens als „Finalgon® 4mg/g + 25 mg/g Salbe“, bin ich ziemlich glücklich.

wäsche waschen heute:  Du hast hoffentlich nicht ernsthaft gehofft, dass du beim Suchen eine qualifizierte Antwort bekommst, ob du heute Wäsche waschen solltest…

skills gegen depressionen: Ich empfehle Gutes tun und raus gehen.

nur noch kurz die ohren kraulen: Bei dir selbst? Dann mach’s und frag nicht eine Suchmaschine… Tiere freuen sich bestimmt drüber, auch wenn’s nicht kurz ist.

selbstverletzung: Ist ’n ganz schöner scheiß. Macht irgendwie nichts besser, trotzdem will man es machen. Ich empfehle ja einfach erst gar nicht anzufangen. Ansonsten: ab zur Therapie.

seroquel tabletten: Gibt es. Retardiert und unretardiert. Ist ein atypisches Neuroleptika. Sonst noch Fragen?

psychiatrie bett: Ja, in den Psychiatrien, die ich bisher gesehen habe, gab es überall Betten. Auf dem Boden schlafen ist auf Dauer nämlich nicht so bequem. Und vor allem nach ’ner Ladung Bedarf ist so ein Bett sehr sinnvoll, wenn man nicht einfach irgendwann umfallen will.

deine hand hält mein heute und mein morgen: Klingt sehr poetisch. Bräuchte ab und zu auch mal jemanden, der mein heute und morgen festhält.

papier alt: Altpapier kannst du wegwerfen. Altes Papier, je nachdem was drauf steht, ist eventuell noch was wert.

selbstverletzung borderline: Es gibt Borderliner, die sich selbst verletzen, und es gibt Menschen, die sich selbst verletzen, aber kein Borderline haben. Und es gibt Borderliner, die sich nicht selbst verletzen. Muss nicht unbedingt zusammen hängen. Böses Vorurteil!

schlafbanane: Tolles Teil! Meine ist hellgrün.

richtig einen runterholen: Also da bist du bei mir an der falschen Adresse. Habe damit geschlechtsbedingt nicht sonderlich Erfahrung. Und mit Männern hab ich’s ja auch nicht so. Frag mal das Dr. Sommer – Team.

svv narben verstecken: Man sollte dann doch auch zu der Scheiße, die man so baut, stehen. Zumindest in den meisten Fällen. Wenn du den Rest deines Lebens mit langen Klamotten rumrennen willst, dann kannst du die Narben effektiv darunter verstecken. Lebenswert ist aber anders.

therapie svv: Finde ich sinnvoll. Wenn du damit aber meinst, dass du dich in der Therapiestunde selbst verletzt, dann läuft was schief. Vor allem mit dem Therapeuten.

ohne handy voll am arsch: Aber sowas von. Ich wüsste keine Nummern, käme ohne Busfahrplanapp nicht mehr von A nach B, würde ständig meine Tabletten vergessen, wüsste nie wieviel Uhr es ist, würde morgens nicht wach werden, würde sterben ohne Musik, könnte nicht schlafen ohne Hörbuch, ja, ich wäre ohne Handy voll am Arsch.

der kater macht theater: Ja, macht er gerne. Zum Beispiel weil er fressen will. Oder spielen will. Oder irgendwas anderes will. Also immer, außer wenn er schläft. Falls dein Kater gut Theater spielen kann, dann könntest du dich beim Supertalent anmelden.

rasierklinge im arm: Nicht zu empfehlen. Tut weh und macht Narben. Und auf Dauer stört es bestimmt, wenn da eine Rasierklinge drin steckt.

wecker zum an die wand werfen: gibt es, zum Beispiel bei amazon. Wäre zu empfehlen, wenn man sich schon mehrere Handys so geschrottet hat.

mein psychiater: Ist toll. Muss man einfach so sagen.

einen scheiss muß ich: Jawoll!

es reist sich besser mit leichtem gepäck: Koffer schleppen ist wirklich doof. Und das neue Album von Silbermond gefällt mir auch.

suizid durch tabletten: Funktioniert sicherlich. Im besten Fall bist du dann tot, im schlimmsten völlig Matsch im Kopf und für den Rest des Lebens auf Hilfe angewiesen.

wenn du in dich gehst dann geh nicht unbewaffnet: Sowieso nie. Die Dämonen in uns sind manchmal schlimmer als die Wirklichkeit da draußen. Übrigens auch eine schöne Songzeile aus einem Lied, dass ich gerne mag.

handy fällt aufs gesicht: Aua!

mein letzter gedanke vorm einschlafen: Ganz oft: Gott sei Dank ist dieser Tag vorbei. Manchmal aber auch: Ich hab jetzt so Lust auf Schokolade!

ich möchte in deinen armen einschlafen: Das ist aber süß. Dafür würde ich dich aber erst mal gerne kennen lernen. Schreib mir doch einen Kommentar. <3

contractubex vorher nachher: Ich könnte da sicherlich einige Bilder zu anbieten. Regelmäßig angewendet hilft es bei mir ganz gut.

regenbogen kotzende wolke: Ich empfehle dir entweder weniger von diesen Medikamenten oder mehr. Die aktuelle Dosis ist scheinbar nicht gut.

terminzettel arzt: Frag deinen Arzt, wenn du dir die Termine nicht merken kannst. Ich hab ganz viele davon am Kühlschrank hängen.

svv wunden: Es ist durchaus wahrscheinlich, dass man nach der Selbstverletzung Wunden hat.

du machst mich schlaflos: Danke. Schreib mir doch auch einen Kommentar. <3 Und ja, auch ein schönes Lied.

meine wohnung: brennt? Kostet Geld? Ist leer? Ich brauche da schon genauere Angaben um damit etwas anzufangen.

 tumblr regenbogen: Such doch direkt auf tumblr.

selbstverletzung im schlaf: Ist mir auch schon passiert. Sprich mal mit deinem Fachmenschen darüber.

wenn einer von uns müde wird der andere für ihn wacht: Irgendwie macht das grammatikalisch keinen Sinn.

verhaltensanalyse schreiben: Ist ätzend. Hilft aber. Ändert trotzdem nichts dran, dass es ätzend ist.

vergesse nicht: Du vergisst nichts? Herzlichen Glückwunsch, ich vergesse dafür viel zu viel.

finalgon: Als Hochspannungsskill sehr zu empfehlen. In einer anderen Stärke auch hilfreich gegen Rückenschmerzen. Bloß nicht ins Auge schmieren!

manchmal sind die nächte in denen man nicht einschläft die in denen man aufwacht: Wie kann man aufwachen, wenn man doch gar nicht eingeschlafen ist?

borderline selbstverletzung: Siehe oben.

nazis müssen draußen bleiben: Da stimme ich dir absolut zu! Kein Bock auf Nazis!

wasserrechnung: Könnte für mich teuer werden. Deine wirst du wohl nicht über eine Suchmaschine finden.

regenbogen dusche: WILL HABEN!

borderline narben: Ja. Die, die sich selbst verletzen, haben sicherlich Narben. Und die, die das nicht tun, vielleicht auch.

 zitronenstein: Ich hab noch keine versteinerte Zitrone gesehen. Ich bin zumindest mal keine.

svv bilder trigger: Such doch nicht nach sowas. Das triggert doch!

svv wunden verstecken: siehe oben.

svv skills: gibt es einige. Versuch es mal mit puzzlen. Oder heiß/kalt duschen. Oder spazieren. Oder Musik hören. Oder Eiswürfeln.

 

Vielen Dank liebe Internetnutzer für die interessanten Suchen. Chapeau! Eure Zitrone

After all of the darkness and sadness

Schrieb ich nicht gestern, wie gern ich jetzt Schwester Nathalie oder Schwester Sabine hätte?
Heute hatte ich meine Dosis Nathalie bei einem Besuch dort. Einfach mal den Rotz im Kopf los werden, eine Meinung dazu hören, Ideen kriegen, was ich tun könnte, das tat unglaublich gut.

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Das hängt nun an meiner Wohnzimmerwand. Zur Not schleppe ich es auch mit ins Schlafzimmer, wenn ich es brauche.
Es hilft. Von außen gesagt kriegen, dass es okay ist, wenn der Tag gut war. Dass es einfach sein darf. Dass ich mir das selbst erlauben darf. (und am Besten bräuchte ich das noch hundert Mal gesagt…)
„Und lassen Sie den Scheiß“ sagte sie zum Schluss. Also werde ich heute Abend tun, was ich schon seit so vielen Abenden mache. Skillen. Skill an Skill an Skill hängen, um nicht zu schneiden, nicht zu kotzen, keine Drogen/Tabletten zu nehmen oder sonstigen Scheiß zu machen.
Spannungskurve schreiben war ein Vorschlag. (hab ich schon mal erwähnt, dass ich den ganzen DBT-Kram jetzt schon nicht mehr hören kann?)
Schauen was gut war, was Anspannung gemacht hat. Immer wieder selbst kucken wie es ist.
Mir Ziele setzen. Auch ein Ratschlag. Ziel für morgen: 10.000 Schritte gehen.
Vielleicht suche ich mir demnächst ein schönes Hochhaus zum Treppen steigen (nicht zum runter springen, denn sonst werde ich von Schwester Nathalie auf dem Friedhof besucht…).
Einfach weiter atmen. Einfach weiter machen. Noch ein paar Stunden und noch ein paar Stunden, schon ist der Tag vorbei und überlebt. Ohne Selbstschädigung. „Lassen Sie den Scheiß. Borderline und Psychose, dann hab ich aber hier den Salat. Borderliner sind cool, aber Psychosen…“ ich muss lachen.

Übrigens habe ich keine Freunde, sondern eine ausgewählte Sammlung Irrer. Und bin damit auch sehr froh!

Nun werde ich mir Toast in den Toaster werfen, dann das Katzentier füttern und mich dann einfinalgonieren. Und dann weiter schauen, was ich außer schreiben und Finalgon am Besten tun kann, um aus der Hochspannung zu kommen. Vielleicht besser vor dem Essen, denn mit Hochspannung essen funktioniert nicht.

(übrigens fragten ein paar Leute, wie man am Besten mitkriegt wenn ich was schreibe. Entweder über den „abonnieren“- bzw. „folgen“-Button, den man sowohl auf der mobilen als auch der PC-Seite sehen sollte, dann gibt es eine Benachrichtigung bzw. Mail bei neuem Post, oder über die Facebookseite facebook.com/gelbesobst, da freue ich mich jedes Mal wie ein kleines Kind, wenn ich einen neuen Like kriege. :))

Aushalten, dass der Tag gut war. Aushalten, dass ich es aushalten will. Aushalten, dass alles in mir nach Selbstschädigung schreit.
Aushalten, dass ich mir Gutes getan habe.

Denn: der Tag war gut und bleibt auch gut!!!

I’m a survivor
I’m not gon‘ give up
I’m not gon‘ stop
I’m gon‘ work harder
I’m a survivor
I’m gonna make it
I will survive
Keep on survivin‘

(und grade rief eine Freundin (die ich auch aus der Klinik kenne, soviel zu den Irren…) an und fragte ob ich vorbei kommen mag. Also werde ich an den guten Tag noch einen guten Abend hängen. Soviel Gutes, das ist dann direkt mal eine Herausforderung. Aber ich schaff das! (und jetzt noch ein Chakka! von Nathalie. Das wär’s.)

Dass man etwas tun sollte merkt man spätestens, wenn man heulend auf dem Boden sitzt, mit links allen Medikamenten und rechts einer Flasche Alkohol. Also hab ich den AvD angerufen (zum Glück eine der Ärztinnen von der Station). Nun habe ich 3fach Bedarf intus, meine kompletten Abendmedis und versuche einfach nur weiter zu atmen und sonst nichts zu tun. Langsam merke ich eine Wirkung, ich werde ruhiger, die Gedanken werden leiser.
Ins Bett kippen, in die Decke kuscheln, schlafen. Morgen ist ein neuer Tag.

You are the only one who understands me.

Der Tag heute war seltsam. Ohne wirklichen Grund hatte ich Suizidgedanken und Druck. Bei dem Druck ist es teilweise einfach der Wunsch nach neuen Schnitten, ohne dass jetzt ein Auslöser dahinter steht, einfach nur schneiden um des schneidens willen.
Zuhause sein tat gut. Ich habe ganz viel nichts gemacht. Mein Katerkind gekrault. Den Meeris zugeschaut.  Mit Kuscheldecke und Katerheizung Filme geschaut. Zwischendurch mit Lili telefoniert, ich hatte schon Entzugserscheinungen.

Über die Hälfte meines Aufenthaltes hier ist nun schon wieder vorbei. Ich habe Momente extremer Anspannung ausgehalten ohne zu schneiden. Ich weiß, dass ich es schaffen kann. Ich muss mir einfach nur selbst genug wert sein um in solchen Momenten dann zu kämpfen, stark zu bleiben, zu skillen und dem Drang nicht nachzugeben. Vielleicht kriege ich es hin. Die Selbstverletzung ist jedenfalls schon weniger geworden als die mal war. Es ist nicht mehr täglich, selten wöchentlich. Manchmal schaffe ich es 2 Wochen am Stück ganz ohne. Es wird wieder besser. Nach nun bald einem Jahr Kampf darf es das auch gerne werden.

Schwester Sabine hat mich vorhin nochmal auf gestern angesprochen. Das sie erschrocken war über meine heftige Reaktion (na ich ja auch) und es von ihrer Seite nichts an unserer Beziehung ändert und nicht zwischen uns steht. Das beruhigt mich. Sie gehört mit zu meinen liebsten Mitarbeitern hier. Nett sind sie wirklich alle, aber bei ihr kommt auch noch die  Kompetenz in Sachen Borderline dazu, dass macht sie dann zu einem guten Ansprechpartner und sie kümmert sich auch wirklich lieb um so vieles.

Nun verkrümel ich mich ins Bett. Noch 3 Nächte, dann schlafe ich wieder in meinem Bett inklusive Katerkind.

Positives:
die Tiere.
Rumhängen und nichts tun und sich dabei nicht schlecht deswegen fühlen.
Telefonat mit Lili.
Puzzlen.
Daheim sein.

Barefoot through the sinking sand.
You and me just hand in hand.
Say we’ve got the strength to fight.
Come walk with me…