Das eine was uns jetzt noch hilft: die Augen zu und drüber lachen

Noch heute und morgen. Dann geht es wieder heim. Ich freue mich drauf, darauf wieder sämtliche Freiheiten zu haben, zu tun was ich möchte, und zwar auch dann wenn ich es möchte.
Und ich habe Angst, denn ich weiß, dass da ein Weg vor mir liegt, den ich eben einfach gehen muss. Egal wie schwer es wird. Und leicht wird er nicht. Ich muss wieder auf die Beine kommen, muss meine Stabilität wiederfinden, den Lebenswillen, die Kraft, einfach alles.

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Die andere Seite. Momentan fühlt es sich nur nach anderen Seiten an. Mir ist nach vergraben, Decke über den Kopf, keine Menschen mehr.
Am Montag habe ich einen Termin bei meiner Therapeutin. Da muss ich mich dann einfach hin zwingen. Und sowieso unter Menschen. Sagt auch die Ärztin hier. Wenn scheiße, dann bloß nicht allein sein. Nur wenn ich es sicher schaffe. Ich glaube ich muss mir viele Rettungsanker schaffen. Viele Netze, die mich im Notfall auffangen. Bis ich es wieder schaffe alleine zu stehen, alleine mehr als ein paar Schritte zu gehen. Und vor allem auch über meinen Schatten springen und Angebote annehmen. Sowas wie „die Nacht über da bleiben“. Oder „komm vorbei“. Oder auch einfach nur reden. Das muss ich. Viel mehr. Vor allem wenn diese dunklen Gedanken kommen. Da hilft dann nur reden dagegen. Auch um mir damit die Möglichkeit zu nehmen einfach so zu gehen.
Naja. Soviel dazu.

Und draussen wird es alt und älter und drinnen hier bei mir da wird’s nur kalt und kälter…

you don’t know what it’s like when nothing feels alright

Und immer wenn es dunkel wird liege ich hier und meine Gedanken kreisen. Und das warum und wieso. Um das wofür. Um so vieles.
Es ist so schwer im Moment und ich habe das Gefühl keinen Millimeter voran zu kommen.
Wann war es zuletzt so schlimm? So dunkel? Ich glaube es ist schon lange her. Vielleicht hätte ich etwas dagegen tun können. Vielleicht aber auch nicht. Ich weiß, dass dieses ganze Grübeln eigentlich keinen Sinn macht. Zumindest im Moment nicht. Trotz allem lässt mein Kopf mich nicht zur Ruhe kommen.
Und so passen sie hier weiterhin auf mich auf. Weil ich es derzeit einfach nicht kann.
Und ich lebe Minute um Stunde um Tag weiter und denke mir, dass jeder Moment mich eben doch ein Stückchen weiter bringt. Weiter weg von dem Versuch mir das Leben zu nehmen und der leider nicht geklappt hat hin zu dem Moment an dem ich wieder leben will und kann den ich aber eigentlich gar nicht erreichen will.

Do you ever wanna run away?
Do you lock yourself in your room?
With the radio on turned up so loud
That no one hears you screaming

No you don’t know what it’s like
When nothing feels alright
You don’t know what it’s like to be like me

To be hurt
To feel lost
To be left out in the dark
To be kicked
When you’re down
To feel like you’ve been pushed around
To be on the edge of breaking down
And no one’s there to save you
No you don’t know what it’s like
Welcome to my life

Nie zurück, nur nach vorne gehen.

Zuhause sein ist schwer. Durchhalten ist schwer.

Ich kann keine Skills mehr sehen. Und doch mache ich weiter. Und weiter. Und wieder von vorne. Und nochmal anfangen. Und nochmal alles durch. Weil es einfach gehen muss. Ich will ohne frische Wunden in mein neues Lebensjahr. Ich will ohne frische Wunden in den Frühling. In den Sommer. In den Herbst. In den nächsten Winter. Ins nächste Jahr. Ich will stark sein und durchhalten und es da wieder raus schaffen, so beschissen schwer es auch ist.

Ob ich es schaffe… ich weiß es nicht.

Meine Chefin fragte heute, wie es mir geht. Als ich ihr erzählte, dass ich die Option habe jederzeit in die Klinik zurück zu gehen kam die Frage „und schaffst du das dann auch?“

Ehrlich: ich weiß es nicht. Ich kann in so vielen Momenten nicht mehr handeln, weil ich nicht ich bin. Weil dann der Kopf ausschaltet, die Gefühle überschwappen und die Impulsivität völlig die Überhand gewinnt.

Aber ich will. Ich will. ICH WILL!

Wer ich bin und was mit mir passieren wird – entscheide ich alleine.
Lass Brücken brennen und Herzen glühen.
Nie zurück, nur nach vorne gehen.

Nur nach vorne gehen
Nur nach vorne gehen
Nur nach vorne gehen
Nur nach vorne gehen
Nur nach vorne gehen
Nur nach vorne gehen
Nur nach vorne gehen
Nur nach vorne gehen

altes

Und auch wenn nun genau 1 Jahr und 1 Monat und 1 Tag zwischen hier und heute und dem letzten Mal Selbstverletzung liegen gibt es Dinge, die einen absolut nochmal in die Vergangenheit zurückversetzen können.

Grade eben fiel mir aus einem Tempopäckchen eine Klinge entgegen. Vor ewig dort mal wohl hin getan und nie wieder dran gedacht.

Und schwupps ist da wieder dieses Gefühl im Bauch.

Wie lange ich keine mehr in der Hand hatte… Eben genau 1 Jahr & 1 Monat & 1 Tag.

Und manchmal vermisse ich es so fürchterlich. Dieses Gefühl. Diesen Schmerz, der eigentlich gar keiner war.

Und dennoch weiß ich, dass es niemals etwas geändert oder besser gemacht hat. Im Gegenteil. Ich bin stolz, dass ich es schaffe ohne, ich bin froh darüber und glücklich, aber manchmal, ab und an, ja, dann vermisse ich es. So absurd es ist.

Vielleicht hört das auch nie auf. Vielleicht ist es wie bei einem Alkoholiker, der doch immer wieder das Verlangen danach hat und einen Bogen um Alkohol machen muss.

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Geschützt: Stolz

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Geschützt: tattoo

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Geschützt: heiß!

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Geschützt: festhalten.

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Geschützt: verkorkst

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