dann bau ich ein Haus das dem Wind trotzt

Ich werde wach, brauche ein paar Sekunden um mich zu orientieren, schiebe den schlafenden Zitronenkater etwas unsanft von mir runter und spurte ins Bad. Nachdem ich meinem Abendessen also nochmal Hallo gesagt habe, bemerke ich die enormen Schmerzen, die meinen Kopf fast zum explodieren bringen. Eine wunderschöne gute Nacht liebe Migräne. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bei dem krassen Temperaturunterschied zwischen hier und Berlin. Insgesamt habe ich, wenn die Wettervorhersage stimmt, innerhalb weniger Tage alles von -14 bis +9 Grad gehabt, denn 9 Grad sollen es hier heute werden.
Also sitze ich nachts um 3 da und versuche meinen Körper mit schlückchenweiße Tee zu überreden, dass er sich soweit beruhigt, dass ich eine Tablette nehmen kann. Vor lauter Erschöpfung schlafe ich auf meinem Sofa ein, der beleidigte Zitronenkater rollt sich irgendwann auf meiner Brust zusammen und wechselt von beleidigt zu Schnurren. Um 6 klingelt mich mein Wecker aus dem Schlaf, von da an im 5 Minuten Takt. Ich fühle mich elend und beschließe etwas zu essen, danach geht es mir besser. Eigentlich müsste ich mich fertig machen und zu meiner Hausärztin fahren, weil sie mal wieder Blut will. Ich rufe statt dessen an und frage, wie es ist, wenn ich gegessen, getrunken und Medikamente genommen habe. Kein Problem. Lassen Sie sich Zeit. Bis halb 10 können Sie noch kommen. Also knabber ich in Ruhe an meinem Brot, trinke Tee und mache mich dann fertig. Ich überlege kurz, wie viele Lagen Kleider ich anziehen soll, hab dann aber keine Lust und denke mir, dass ich in der kurzen Zeit, die ich nun unterwegs sein werde, bestimmt nicht erfriere. Als ich Richtung Haltestelle tapse fällt mir auf, dass es eigentlich echt warm ist. Ich bin noch auf die sibirischen Temperaturen Berlins eingestellt.
Und so sitze ich nun im Zug Richtung meine Hauptstadt, blinzel noch etwas verschlafen vor mich hin. Unterwegs werde ich noch Meeristreu kaufen, Zuhause dann hoffentlich die Augen aufhalten können und Ordnung schaffen. Meeris umtopfen, das Streu, das Katerkind in der Wohnung verteilt hat, zusammenfegen, mein Küchenchaos beseitigen und meine Pfefferminzwäsche waschen. Immerhin riecht meine ganze Küche nun nach Pfeffi, hat auch nicht jeder.
In den nächsten Tagen werde ich mich nicht allzu weit von Zuhause entfernen, sondern einfach ankommen und genießen. V, den alten Ex-Berliner mal treffen, zur Achtsamkeit gehen, meinen Kater kraulen und die Meeris ärgern, vor der Wii versinken und einfach Zuhause sein.

Zuhause ist
wo der Schlüssel passt

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