Das Geschwirre macht mich irre und es hält mich wach.

Vor zwei Stunden trampelte Katerkind auf mir rum bis ich wach war, rollte sich dann auf meinen Beinen zusammen und schlief auf der Stelle ein. Arsch. Er schlummert seitdem friedlich vor sich hin und lässt sich auch nicht durch mein Hin- und Hergewälze stören, er rollt einfach mit.
Und ich überlege ernsthaft, ob ich nicht einfach wach bleiben soll. Am liebsten würde ich ja einfach irgendwas an Medis nehmen zum schlafen, aber vermutlich werde ich dann bis weit nach 10 Uhr schlafen und das fällt aus wegen is nich.
Und natürlich denke ich auch sofort ans schneiden, denn danach kann ich fast immer schlafen wie ein kleiner Zitronenstein. Wäre ja auch mal interessant, in der Ambulanz auftauchen und denen erklären, dass ich das gemacht habe um zu schlafen. Auch schneiden fällt aus wegen is nich.
Tja, damit sind meine Möglichkeiten auf aufstehen und wach bleiben oder weiter versuchen zu schlafen begrenzt. Oder auch aufstehen und vielleicht später weiter schlafen. Oder jetzt schlafen und später aufstehen – oh, Moment. Genau das funktioniert ja nicht.
Ich befürchte, dass ich mit knapp 4 Stunden Schlaf nicht über den Tag kommen werde. Ich will nämlich zur Achtsamkeit, will danach auf Station vorbei schauen, will Dekokram kaufen (vielleicht kriege ich mich ja in eine friedliche Weihnachtsstimmung ohne ständig Weihnachten zu verfluchen, schließlich ist damals vorbei und ich bin selber groß und kann entscheiden. Und zur Not kann ich die Deko ja immer noch gegen die Wand werfen, das hilft dann auch.), will für den Geburtstagskuchen für eine Freundin einkaufen und sowieso und überhaupt fallen mir bestimmt noch ne Menge Sachen ein.
Und wenn nicht Mitten in der Nacht wäre, dann könnte ich jetzt schon anfangen. Warum haben die Geschäfte nicht auf? Das wäre jetzt ideal. Ich könnte auch in die Hauptstadt fahren, einen Kaffee trinken, wieder heim fahren. Aber dann müsste ich ja auf jeden Fall wach bleiben und ich will eigentlich lieber schlafen. Denn im Bett ist es warm und kuschelig.
Außerdem bin ich angespannt wegen nicht schlafen können und sonstiger Grütze im Kopf, da ist es im Bett am sichersten.

Vor dem einschlafen hatte ich wirre Gedanken. Ich habe mir überlegt, wie es wohl wäre, in den letzten Stunden des alten Jahres Medis zu nehmen, sie runter zu spülen und ins neue Jahr starten mit der Gewissheit, dass es bald vorbei ist. Feuerwerke sehen und langsam müde werden, ruhig werden und wissen, dass es endet.
Dann fiel mir ein, dass ich ja vermutlich über Silvester in der Klinik bin. Und dann dachte ich: na und? Kann ich ja trotzdem machen.
Irgendwie hat der Gedanke etwas tröstliches. Das alte Jahr beenden und damit alles beenden.
Und dann denke ich mir, dass es vermutlich ganz gut sein wird in der Klinik zu sein zu dieser Zeit. Wer weiß, was ich Zuhause so anstellen würde.
Das schlimme an solchen Gedanken ist ja, dass sie sich festbeißen und nur widerwillig wieder aus dem Kopf verschwinden. Und am Besten spreche ich das direkt bei der stationären Aufnahme an, sonst mache ich doch Mist, so wie ich mich kenne.

Und was mache ich nun mit der Nacht? Ich habe immer noch keinen Entschluss gefasst. Vermutlich stehe ich auf, rauche eine, gehe wieder ins Bett und versuche es mit weiter schlafen. Alles andere würde mich wahrscheinlich auf destruktive Gedanken bringen.

Die Stille liegt mir in den Ohren, es zerreist mich
Ich zähl die Stunden bis zum Morgen und ich weiß nicht
was muss passieren? Ich bleib ratlos.
Was soll ich tun? Du machst mich Schlaflos

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