Der mir die Luft zum Atmen nimmt

Ich werde krank. Heute morgen bin ich mit Halsschmerzen aufgewacht, bisher bin ich sie noch nicht los geworden. Also war heute ganz viel schlafen und unter Decken vergraben angesagt.
Auch jetzt hänge ich mit Kuscheldecke und Kuschelsocken auf dem Sofa, habe Kerzen angezündet und schaue Star Wars.
Gleich werde ich mir noch meine lebende Wärmflasche schnappen und mich auf dem Sofa ausstrecken.

Die Achtsamkeit gestern tat sehr gut. Auch wenn ich bei einer Übung anfing zu disoziieren, als ich die Augen dann offen ließ und mich hingesetzt hatte ging es wieder.
Nächste Woche ist es schon wieder so weit, dass ich in der Klinik anrufen werde für einen neuen Aufnahmetermin. Vielleicht schaffe ich es wirklich die ganzen 5 Wochen lang.

Vor einiger Zeit habe ich unter anderen Betroffenen gefragt, was man gegen dieses abendliche/nächtliche abstürzen tun könnte. Eine Bekannte, die ich aus dem Forum kenne, antwortete mir daraufhin, dass sie es mit Struktur relativ gut hin bekommt.
Ich habe es oft schon angedacht, ein Abendritual einzuführen, weil einem das bei Schlafstörungen ja häufig geraten wird.
Nun werde ich das ganze wohl tun, nicht nur im Bezug auf das schlafengehen, sondern auch auf den Abend.
Um halb 7 sollte ich eigentlich ja meine Medikamente nehmen, vielleicht kann ich das als Ansatzpunkt nehmen. Ab da etwas tun, dass mir gut tut. Abends mit Decke und Kater und Kerzen aufs Sofa kuscheln. Meistens gehe ich ja gegen 22 Uhr ins Bett, da wäre dann noch ein Tee vorm schlafen eine Idee. Mal sehen wie ich das ganze gestalten kann. Die diary cards würden so vielleicht auch ein fester Bestandteil werden und ich würde es nicht ständig vergessen.
Und vor allem will ich versuchen, nicht mehr so viele Dinge auf einmal zu tun, besonders abends. Nicht TV und Handy und PC und eventuell noch das Telefon am Ohr. Achtsamer sein.

Morgen will ich mit K. kurz zu ikea und in den Baumarkt. Der Kater soll mehr Platz zum klettern und schlafen kommen, also erweitere ich den Kratzbaum in Richtung oben. 2 Kratzmatten brauchen Bretter und Befestigungen für an die Wand, bei der Schlafmatte ist schon alles da.

Und so läuft mein Leben weiter und ich weiß manchmal gar nicht, wohin die Tage verschwinden. In letzter Zeit wird der Druck wieder schlimmer, ich träume von tiefen Wunden, will mich verletzen, bis es richtig tief ist. An manchen Tagen fehlt es mir sehr und ich freue mich darüber, dass es kälter wird und ich die Wunden unter langen Ärmeln verstecken könnte. Und dann denke ich zurück an die Zeit, in der die Selbstverletzung noch täglich war, in der der Herbst jedesmal eine Erlösung brachte, weil das Verstecken einfacher wurde.
Da will ich eigentlich nicht mehr hin.
Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich fünfzehn Jahre später immer noch damit kämpfe, ich hätte den Kopf geschüttelt. So überzeugt war ich damals, dass es einfach sein wird, damit wieder aufzuhören.

Für die, die sich nicht trauen
Im Sturm nach vorn zu schauen
Die in sich so gefangen sind

Ich weiß gar nicht mehr
Wie schön das Fliegen war
Ist schon viel zu lange her

1 Comment

  • Gute Besserung dir. Kann dir die Hand geben. Auch mich hat es erwischt.

    Das mit dem tiefen verletzen wollen habe ich gerade auch extrem, obwohl ich schon recht lange Selbstverletzungsfrei bin. Wieso auch immer.

    Lg desweges

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