Du brauchst nur weiter zu gehn

Ich fühle mich nicht mehr wie ein Mensch. Ich bin ein Zombie, seit Tagen. Letzte Nacht war ich um 4 Uhr wach und konnte nicht mehr schlafen.
Um 8 war ich dann einkaufen, habe mich später nochmal hin gelegt. Jetzt habe ich gegessen und versucht aufzuräumen und plötzlich kippt es so enorm, dass in meinem Kopf nur noch Suizidgedanken sind.
Ich versuche zu kämpfen. Stark zu sein. Weiter atmen, weiter machen, irgendwie. There is still some time.
Meine Therapeutin sagt immer, dass ich es ja in einem Jahr auch noch machen kann. Ein Jahr ist eine lange Zeit. Aber vielleicht schaffe ich es mit dem Gedanken daran, dass ich es in einer Woche ja tun kann. Eine Woche ist derzeit zwar auch unglaublich lange, aber etwas Greifbares.
Ich habe in der Klinik angerufen und geredet. Thorsten sagt, dass ich durchhalten soll, mich aber nicht unnötig quälen muss. Er sagt, ich soll mich melden bevor ich Blödsinn mache. Und dass er sich darauf verlässt. Und ich sage ja und fange an zu heulen nachdem wir aufgelegt haben. Er sagt, es ist okay, wenn ich komme. Kein Versagen, kein Scheitern, sondern okay.
Vielleicht setze ich mich gleich ein wenig vor die Türe, mit Musik in den Ohren, dem warmen Stein unter meinen Füßen, den Blumen neben mir. Vielleicht hilft das ein wenig.

Und während ich vor der Tür sitze fährt Schwester Sabine vorbei und ich muss lächeln.

auch wenn dich gar nichts mehr hält
du brauchst nur weiter zu gehn
komm nicht auf Scherben zum stehn

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