Ein neuer Kampf, ein neuer Tod

Wie vor ein paar Tagen schon mal geschrieben: selbst triggern kann ich mich echt gut.
Ich bin auf einer bekannten social media – Seite rumgeturnt. Dann von dem Freund mal auf einen von seinen geklickt, dann weiter, dann da mal drauf… Und schwupps. Da war er. Der Sohn meiner ehemaligen Tagesmutter. Seine Augen sehen immer noch aus wie damals. Kalt. Böse. Sie machen mir immer noch Angst.
Wie jemand, der eigentlich selbst noch jugendlich ist, auf die Idee kommt einen Menschen so zu quälen, ihm so weh zu tun, bis heute ist mir das nicht begreiflich. Es war nicht nur Missbrauch, es war auch Folter, meinte ein Fachmensch mal zu mir. Und bis heute habe ich Angst vor ihm, Angst, dass er mich findet.
Deswegen habe ich ihn schon vor Jahren, als das mit dem social media Kram so anfing, blockiert. Aber er hat scheinbar ein neues Profil.
Er sagte damals, dass er mich umbringt, wenn ich jemandem davon erzähle. Und es gab viele Momente, in denen ich dachte, dass er mich wirklich umbringt. Manchmal wache ich noch auf und schnappe nach Luft, weil ich davon träume, wie er mir ein Kissen aufs Gesicht drückt. Wie er meinen Kopf unter Wasser hält. Wie er mit seinen Händen meinen Hals packt und zudrückt. Wie er ein Seil immer fester zuzieht. Ich habe bis heute oftmals Angst, wenn ich darüber rede, dass er mich finden wird. Auch wenn es absurd ist, wie soll er denn erfahren, dass ich es jemandem erzähle? Aber er hat es so oft gesagt, immer und immer wieder, dass es einfach schon fest in meinem Kopf sitzt. Auch wenn es nun schon so lange vorbei ist.
Vorbei. Es ist vorbei. Und alles in meinem Kopf, in meinen Gefühlen, die Anspannung und der Druck, die Suizidgedanken gerade, sie werden auch vorbei gehen.
Diese Nacht werde ich wohl auch wieder mit Licht verbringen. In der Hoffnung, dass die Dämonen der Vergangenheit sich davon abhalten lassen.

Du zeichnest die Konturen von Türen mit Kreide an die Wand
Stößt sie auf und rennst ins Dunkel mit dem Messer in der Hand
Du ziehst in immer neue Kriege und es ist doch die selbe Schlacht
Ich hab so viele dieser Träume mitgekämpft und mitbewacht

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