erschöpft. 

Mein Sprunggelenk bringt mich um. Bei -5 Grad (gefühlt sollen es angeblich -12 sein, ich empfinde es eher als -20) hat es, verständlicherweise, wohl einfach keinen Bock. Es tut weh, es knackst, es schwillt an. Mittlerweile ist der Bruch so viele Jahre her, dass ich nur noch selten daran denke. Aber ab und an meldet sich jede Bruchstelle (waren ja nur 8) und ich könnte schwören, dass auf die Nahten der Bänder und Sehnen schmerzen. Und natürlich die Narben. Auch die an meinen Armen schmerzen und ziehen derzeit, ich muss immer wieder cremen, weil sie so trocken sind und jucken. Da ist mir der Sommer deutlich lieber, da kriege ich höchstens mal einen Sonnenbrand auf den Narben. 

Ich mag den Winter nicht. Es ist grau und dunkel und kalt. Ich habe nichts gegen einen kalten Sonnentag mit Schnee, über die Felder stapfen, mit Sunny und Joline habe ich das schon oft gemacht und genossen. Aber ich mag die Dunkelheit nicht, Matschschnee und Nässe und Glätte und in so viele Schichten einpacken, dass man kugelrund ist und trotzdem friert. Obwohl ich im Winter geboren bin, möchte ich ihn immer wieder ganz schnell los werden. Und wenn ich überlege, dass der Frühlingsbeginn noch über 2 Monate entfernt ist… Bäh. Der Frühling ist so wundertollig. Die Natur erwacht, die ersten warmen Tage, zum ersten Mal wieder nur im T-Shirt raus… Dann wird es auch in mir drin heller. Im Winter habe ich immer das Gefühl, dass ich in eine Winterstarre verfalle, nicht mehr richtig funktioniere, halb erfroren bin innerlich. 

Mein PC hat es gestern endlich geschafft auf Win 10 zu laufen. 30 Stunden für ein Update, ich bin mir sicher er hat einfach eine Pause eingelegt. Oder einen Winterschlaf. Jedenfalls funktioniert nun alles wieder (abgesehen von meiner Grafikkarte, die jammert ständig über nicht vorhandene Treiber, dabei sind sie da. Da muss ich nochmal schauen.), nun ist er dabei sämtliche Dinge upzudaten. Denn je nachdem ob sie vom PC sind (der ist nun 2 Jahre alt) oder vom Betriebssystem (das ist nun ungefähr 9 Monate alt) hat er einiges zu tun, um die Dinge auf den neusten Stand zu bringen. Ich muss nun nur noch die Dinge wieder installieren, die ich brauche. Das neue Office wieder drauf, ein paar Spiele, Dropbox und Skype und diese Dinge. Und dann ein Backup machen. Am besten an 3 verschiedenen Orten. Meine Daten liegen nun sowieso alle auf der externen Festplatte. Und da muss ich mal ausmisten. 800 GB sind nun belegt, ich bin mir sicher, dass manche Dinge auch mehrfach vorhanden sind. Und manche Dinge brauche ich sicherlich nicht mehr, ich hab noch das halbe System von Vista drauf liegen, weil ich nach meinem letzten PC-Tod einfach die komplette Festplatte rübergezogen habe. Aber sowas mach ich einfach total gerne. 

Auch gestern bei J. den Laptop einrichten hat mir Spaß gemacht. Erstmal das doofe Anti-Viren-Programm runter werfen, ein neues drauf, die Firewall anschalten, Office installieren und registrieren, Edge runter schmeißen und Chrome drauf, Startseite einrichten… Ich liebe es. 

Vielleicht hänge ich meine Festplatte auch einfach wieder ans Netzwerk, das erspart das ständige Suchen nach ihr. Allerdings braucht sie eine externe Stromversorgung, dann müsste ich sie immer an lassen. Oder ich hänge die kleine ins Netzwerk mit den wichtigsten Dingen. Aber dann habe ich am TV keine mehr zum Aufnehmen… Die Probleme mit der lieben Technik. 

Ich überlege schon länger mir einen neuen TV anzuschaffen. Ich habe noch einen alten Röhrenfernseher. Und hätte gerne einen neuen, flachen, der weniger Platz weg nimmt und mehr kann. Beispielsweise die Filme direkt darauf streamen. Oder den PC verbinden und ein Spiel mal auf dem großen Bildschirm zocken. Mal sehen, was meine Nebenkostenabrechnung so dazu sagt, wenn ich sie endlich mal bekomme. Letztes Jahr war es April oder Mai. Für 9 Monate habe ich 300 Euro zurück bekommen. Nun werden es 12 Monate, aber davon war ich auch über 4 Monate in Kliniken. Also besteht Hoffnung, dass diesmal auch wieder etwas dabei raus kommt, dass mich glücklich macht. Und vielleicht ist dann auch ein bisschen was für einen neuen TV drin, denn das meiste Geld mag ich in ein neues Tattoo investieren. 

Heute morgen bin ich früh aus dem Bett, habe meine Tiere gefüttert, die Festplatte formatiert, die ich Mama bringen wollte und bin los gezogen. Nun bin ich auf dem Rückweg. Es ist kalt und ich bin müde. Und erschöpft. Ich hänge immer noch ein wenig durch, gestern und vorgestern haben an meinen Kräften gezehrt. Stark sein ist anstrengend und kräfteraubend, Situationen aushalten, in denen man nichts tun kann auch, gegen Anspannung und Selbstverletzungsdruck kämpfen und Suizidgedanken im Zaum halten nicht weniger. 

Ich empfinde Menschen heute wieder als furchtbar anstrengend. Ständig bleiben sie im Weg stehen, gründen Plaudergrüppchen mitten im Weg, laufen am Ende der Rolltreppe nicht weiter, bleiben direkt hinter der Tür in der Straßenbahn stehen, sie sind ja schließlich drin und die Menschen vor der Tür können kucken, wie sie noch rein kommen… Es kostet unglaublich viel Kraft unterwegs zu sein. Im Zug fallen mir immer wieder die Augen zu. Ich fühle mich unglaublich energieleer und kraftlos. Mir ist kalt, mein Kopf schmerzt, mir ist übel. Ich will nur noch in mein Bett. 

Im Bett verkriechen scheint für heute eine gute Option zu sein und vermutlich auch die beste Lösung. Vielleicht mit Finalgon gegen den Drang mich zu verletzen. Ich finde es furchtbar, wenn ich nicht so funktioniere wie ich meiner Meinung nach soll, dann steigt der Selbstverletzungsdruck immer unglaublich an. Also tue ich eben die Dinge, die nötig und sinnvoll sind. Mir Ruhe gönnen, akzeptieren, dass es grade mies ist, auf meine eigenen Bedürfnisse achten und auch ihnen entsprechend handeln. 

2 Comments

Kommentar verfassen