Even the deepest scars in time will fade

Um kurz nach 3 in der Nacht fing eines der Meerchen an zu zwitschern. Ich bin mit mittelschwerem Herzinfarkt aus dem Schlaf hoch geschreckt und hab die Bande dann ne halbe Stunde lang beobachtet und vollgetextet und beruhigt bis endlich Ruhe war. Welches Schweinchen es nun war weiß ich nicht, ich wollte sie nicht noch mehr in Stress versetzen indem ich Licht anschalte und nach dem Verursacher suche. Sie sahen und sehen alle fit aus, benehmen sich auch alle normal. Nur von einem Geräusch geweckt zu werden, dass klingt als ob sich ein Vogel ins Bett verirrt hätte macht mich jedesmal ziemlich Banane.
Nun sitze ich auf dem Sofa, kucke dem Stäbchen beim räuchern zu, suche noch mehr Bilder für an die Wand, überlege ob, wann und was ich nachher kochen will, schreibe nebenbei lieben Menschen bei WhatsApp und gebe mir Rise against auf die Ohren. Nachher kommt Chrissie mit Hunden, darauf freue ich mich schon.
In der kommenden Woche muss ich einiges erledigen, dafür schreibe ich mir am besten eine Liste, sonst kriege ich ja eh wieder nix auf die Reihe.
Das mit der Liste hat beim aufräumen eigentlich wirklich gut geklappt, wenn ich alles in kleine Häppchen unterteile kriege ich es größtenteils auch hin. Langsam habe ich das Gefühl ich entwickel einen Ordnungsfimmel. Ich bin froh, wenn ich hoffentlich bald meine Hängeschränke für die Küche kaufen kann, dann ist da auch weniger Chaos.
Und der Küche werde ich mich nachher auch widmen, vor allem zum kochen. Und durchputzen wollte ich sie auch.
Außerdem will es es mal hinkriegen die Narbensalbe regelmäßig zu benutzen, vielleicht sieht das ganze dann bald nicht mehr so schlimm aus wie aktuell,
gerade ist ja wirklich von Handgelenk bis Ellbogen ein einziges Schlachtfeld, ausgenommen die Stelle mit dem Tattoo. Vielleicht brauche ich einfach mehr Tattoos. Aber als nächstes ist (sobald ich das Geld habe) erstmal ein neues Piercing dran. Hach.
Letzte Nacht habe ich von der Arbeit geträumt. Und es tut weh. Ich würde so gerne einfach wieder auf den Beinen sein, dass hinkriegen, arbeiten gehen. Ich würde das irgendwie schaffen, nur nicht heil. Ich würde mich lieber selbst kaputt machen als in der Hinsicht wieder zu versagen. Aber mein Kopf sagt mir, dass es nichts bringt. Mein Herz sagt mir, dass ich das den Kids nicht antun kann, in dem aktuellen Zustand kann ich keinerlei Halt und Schutz für sie sein. Und meine Ärzte sagen, ich brauche noch. Das zu akzeptieren fällt mir immer noch und auch immer wieder aufs Neue enorm schwer. Ich fühle mich nutzlos.
Die Hoffnung, an die ich mich klammer, ist einfach, dass es danach besser wird. Wenn ich da durch bin, durch dieses kaputt und furchtbar und am Boden sein, dann hab ich einen Haufen neuer Erfahrungen, Strategien, neue Kraft, neuen Mut. Und dann kann ich wieder irgendwann zurück in den Beruf den ich so liebe.

Nothing matters but the pain when you’re alone
The never-ending nights when you’re awake
When you’re praying that tomorrow its okay
There will be a time to crack another smile
Maybe not today or for awhile
But were holding on to laugh again someday

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