Every street light a reminder

Es ist bald halb 5 und ich liege immer noch wach. Ich komme einfach nicht zur Ruhe, drehe mich von einer Seite auf die andere, probiere es mit Hörbuch und Serie und ohne alles, aber nichts scheint mich zum schlafen zu bringen. Dabei bin ich unglaublich müde, meine Augen fallen ständig zu, aber es reicht nicht um im Schlaf anzukommen. 

Heute habe ich versucht den Moment zu genießen, ohne an das Danach und einen möglichen Absturz zu denken. Und es hat sogar relativ gut funktioniert. Ich war mit N. spazieren, wir haben Maisblätter die Meeris geklaut auf dem Maisfeld, Löwenzahn gepflückt und frische Brombeeren vom Strauch genascht. Es tat gut draußen zu sein und den Wind auf der Haut zu spüren, den Moment zu leben und einfach nur okay zu sein. 

Für morgen bin ich mit dem Herrn V zum Minigolf verabredet in der Hauptstadt. Ich freue mich immer, wenn er hier her kommt wegen lilu, denn eigentlich wohnt er eine Ecke weit weg. Beide kenne ich schon Jahre aus dem Forum, es ist schön, dass einige Kontakte seit Jahren bestehen. Also steht morgen auch etwas schönes an. 

Ansonsten war ich heute ein wenig produktiv zuhause, habe hauptsächlich dem Kater hinterher gekehrt, habe mein Bett (schon wieder) umgestellt, Wäsche gewaschen und aufgehängt und die trockene Wäsche weggeräumt, ich war einkaufen und hab meine Tierchen verwöhnt. Langsam aber sicher sieht meine Wohnung wieder aus wie eine Wohnung, auch wenn ich so gerne so viel mehr tun würde. Aber ich habe immer noch Probleme mich aufzuraffen, auch wenn es nicht mehr ganz so schlimm ist. Das sind die Momente, in denen ich mir selbst furchtbar auf den Keks gehe. Ich denke mir immer, dass es ja nicht so schwer sein kann einfach den Hintern hoch zu kriegen, aber das kann es leider. Depressive Phasen sind zum kotzen. Manchmal hätte ich zum Ausgleich gerne eine Manie, wäre gerne voller Energie und würde so viele Dinge gerne erledigen. Aber ich habe höchstens mal ein paar manische Minuten, ansonsten tendiere ich eher in die depressive Richtung. 

Ich hoffe ich finde bald noch ein wenig Schlaf. Ich brauche Ruhe und mein Körper braucht Ruhe, mein Kopf schmerzt und meine Augen brennen. Bald wird es draußen hell, die Vögel werden anfangen zu zwitschern, die Menschen beginnen wach zu werden. Oftmals kann ich dann einschlafen, weil die Nacht vergangen ist, weil die Dunkelheit und die Stille verschwindet, weil die Angst vom der Helligkeit vertrieben wird. 

Nächte waren schon immer schwer. Oftmals lag ich wach und weinte, lag wach und verletzte mich, saß in irgendwelchen Notaufnahmen rum oder versuchte einfach nur weiter zu atmen. Nachts ist niemand da, es kann so viel passieren. Mit der Dunkelheit verschwinden die Menschen, die einem Schutz und Sicherheit bieten könnten. Und mit dem Abend und jeder weiteren Stunde stieg sein Alkoholpegel und damit seine Unberechenbarkeit. Vieles sind Ängste aus meiner Kindheit, die mich bis heute verfolgen, die so tief sitzen, dass ich sie nicht los werden kann. Dazu kamen dann irgendwann die Schlafprobleme, Nächte voller Qual weil ich so dringend Schlaf gebraucht hätte für die Schule, für den Tag, Kraft um weiter zu machen und durchzuhalten. Spätestens seitdem sind Nächte häufig meine Feinde, auch wenn es ab und an Nächte gibt, in denen ich die Stille genieße, die Leere, die Dunkelheit. Am schönsten sind Sommernächte, wenn es draußen warm genug ist um einfach irgendwo zu sitzen, durch die Gegend zu ziehen, das Fenster aufzulassen. Und am tollsten sind Nächte sowieso am Meer, mit dem Rauschen im Hintergrund und den Füßen im Sand. 

Nightswimming,
remembering that night
September’s coming soon
I’m pining for the moon
And what if there were two
Side by side in orbit around the fairest sun?
The bright tide forever drawn
Could not describe nightswimming

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