Feeling my way through the darkness

In der Hauptstadt ist ein Mann aus der Psychiatrie verschwunden und es wird mit einem riesen Aufgebot nach ihm gesucht. Ich muss an die junge Frau denken, die vor einer Weile von der Brücke sprang. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es Sommer wird und alle durchdrehen.
Der Tag heute ist merkwürdig. Ich bin nicht wirklich da, fühle mich nicht real in dieser Welt.
Vielleicht finde ich gleich irgendwas zu tun, dass mich wenigstens ablenkt, mich hier hält. Ich habe unglaublichen Schneidedruck, Hauptsache tief und schlimm. Ich fühle mich so taub, so neben mir. Ich würde es gerne versuchen, dass ganze kontrolliert zu machen, aber ich fürchte die Kontrolle würde direkt flöten gehen. Also versuche ich stark zu sein, durchzuhalten. Gleich ziehe ich mich an und gehe zur Post, frage dort nach wie es derzeit aussieht mit dem Streik und hoffe, dass das Krankengeld nicht wieder ewig braucht.
Draußen regnet es vor sich hin, der kleine Bruder hat die Nacht mal wieder zum Tag gemacht und schläft jetzt, in meinem Kopf kreisen die Gedanken um Klingen und Tabletten. Es ist völlig sinnlos, ich bin nicht alleine und würde es somit wohl eh nicht schaffen, aber ich würde so unfassbar gerne dem ganzen ein Ende setzen. Vielleicht akzeptiere ich das nun einfach. Dass sie da sind, dass sie heute eben Platz brauchen. Mit H. habe ich in den letzten Tagen viel darüber geschrieben. Und vielleicht helfen die Dinge, die sie geschrieben hat, heute einfach damit umzugehen.
Und nun gehe ich zur Post.

So wake me up when it’s all over
When I’m wiser and I’m older
All this time I was finding myself, and I
Didn’t know I was lost

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