Flohteppiche und Decken aus Einsamkeit. 

Darf ich vorstellen: der Herr Flohteppich. Dazu kommen noch 3 kleine Flohteppiche. 

Juhu. Das hat nun wirklich gefehlt um zu einer Besserung meiner verkorksten Psyche beizutragen. 

Also war ich heute mal den Tierladen plündern. Spray für auf die Flohteppiche und eins für alles, was ich nicht waschen kann. Alles waschbare landet momentan nach und nach in Säcke und von dort dann in die Waschmaschine. Und zusätzlich kriege ich morgen per Post noch Flohbomben, damit entflohe ich dann (hoffentlich) meine komplette Bude. 

Wo die Viecher her kommen weiß ich nicht. Der Zitronenkater war nicht draußen. Und die Schweine erst recht nicht. Ich vermute, dass meine Nachbarin während meiner Zeit in der Klinik mal beim Füttern ihre Flohschleuder dabei hatte. Das Hundetier hat ständig welche. Und wahrscheinlich haben sich dann ein paar hier niedergelassenen. Verdammte Scheiße. Ich hoffe so, dass ich die Bestien alle los werde. Vor allem auch für meine Tierchen, gemeine, beißende Bestien, die dann auch noch Jucken verursachen, sind einfach nicht schön. 

Tja. Ich muss also in meiner Bude rumwuseln, Sachen eintüten, aufräumen. Ob ich will oder nicht. Es fällt unglaublich schwer mich aufzuraffen, aber nach und nach und Stück für Stück kriege ich es dann doch irgendwie hin. Ich hoffe, dass ich heute noch den Rest bewältigt kriege, damit ich morgen mit der Flohtötung beginnen kann. 

Nächste Woche Montag habe ich einen Termin bei meinem Psychiater. Der erste nach Freiburg. Ich freue mich drauf, ich will ihm erzählen von den Fortschritten, aber auch, dass es mir derzeit (wieder) so schwer fällt zuhause etwas zu tun, mich aufzuraffen, meinen Tag zu strukturieren. Ende der Woche fahre ich in die DBT-Stadt. Meine verbliebenen Mitpatienten besuchen, vielleicht auch ein paar ehemalige Mitpatienten und natürlich Fylgja, bei ihr werde ich auch schlafen. Ich freue mich schon drauf, auch wenn es sich bestimmt merkwürdig anfühlen wird die Klinik und die Station zu betreten. 

Und draußen wird es wieder dunkel. Und ich fühle mich einsam. Ich weiß, dass es da Menschen gibt in meinem Leben, aber ich habe wie so oft das Gefühl, dass ich mich nicht melden darf, weil ich sie bestimmt störe. Dabei bräuchte ich gerade so sehr ein paar liebe Worte. Ein „ich denk an dich“. Die Einsamkeit in mir legt sich um mich wie eine schwere schwarze Decke und hüllt mich ein, nimmt mir die Luft zum Atmen und hinterlässt nichts als Traurigkeit und Dunkelheit. Ich möchte mich verletzen. Einfach nur um diese Dunkelheit zu vertreiben. Und in den Momenten, in denen ich am meisten jemanden brauche, schaffe ich es nicht das jemandem zu sagen. 

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