Fuck you

Schlaf wird völlig überbewertet. 

Meine Nacht war gegen halb 2 zu Ende. Da beschloss nämlich Lilly, das verfressenste Schweinchen meiner Bande, dass es in die Heutüte klettern muss. Durch das Rascheln wurden sowohl ich, als auch der Zitronenkater wach. Und wenn der Herr Kater erstmal wach ist, dann kann man das Schlafen auch sein lassen. Also stand ich auf, fischte das verfressene Meeri aus der Tüte bevor der Kater es getan hätte und wanderte auf mein Sofa. Und auch wenn ich noch 3 Mal ins Bett ging und versuchte zu schlafen, mit Hörbuch und mit Serie und ohne alles, mit und ohne Katerkind, mit Rollo oben und unten, so schlief ich einfach nicht mehr ein. 

Und dann musste ich quasi schon los zum Amt, also hat sich schlafen erst mal erledigt für die nächsten Stunden, auch wenn ich nun umgehend ins Bett fallen und bestimmt tief und fest schlafen könnte. 

Der Tag gestern war gut, bis mich gegen Nachmittag ein Migräneanfall in die Knie zwang. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Umgebung bei meiner Mutter das ganze verstärkt. Also nicht meine Mutter, sondern die Tatsache, dass es bei ihr in der Wohnung im Frühling und Sommer immer unglaublich warm ist,  da die nach außen gelegene Seite des großen Wohnzimmers quasi fast komplett von Fenstern und Balkontüren eingenommen wird und die Wohnung außerdem unterm Dach liegt. Und sie wohnt an einer viel befahrenen Kreuzung. 

Wir haben zusammen zu Mittag gegessen, ich war mit meinem Schwesterherz noch einkaufen (ich habe mir ein „Erwachsenenmalbuch“ geschenkt zur Feier meiner 100 Tage), danach haben wir auf ihren Freund gewartet und dann großes Geburtstagskuchenessen veranstaltet. Die beiden haben praktischerweise am gleichen Tag Geburtstag, da muss man sich nicht zwei Tage merken und auch nur einmal backen. 

Danach bin ich direkt nach Hause gefahren, erfolgreich bemüht nicht in den Zug zu kotzen und beim Gehen nicht umfallen, weil mir bei Migräne oft das Gleichgewicht flöten geht und meine Sicht verschwimmt. Um halb 9 war ich dann mit Migränetabletten im Bett. Bis halb 2 eben. 

Mein Termin beim Amt hat die Angst vor dem Arzttermin am Montag nicht gerade gebessert. Denn wenn der meint, dass ich arbeiten könnte, dann kann ich vermutlich die DBT auch vergessen, denn das Arbeitsamt bezahlt im Falle des stationären Aufenthaltes dann nur 6 Wochen. Eben wie ein Arbeitgeber bei Krankheit. Danach käme Krankengeld, was bei mir ja wegfällt, da ich ab nächster Woche ausgesteuert bin. Tja. Und dann? Eigentlich die Rentenversicherung, meinte der Amtsmensch. Aber das tun die nur bei einer Reha. Und dazu zählt die DBT eben nicht. Ficken, echt! Ich mag den Kopf in den Sand stecken, mag am liebsten total destruktiv sein. Nach der Achtsamkeit war ich kurz auf Station und erzählte Schwester Tina von der ganzen Sache. Sie meinte ich solle mir nicht so einen Kopf machen, der Arzt würde ja an meinen Armen schon sehen, dass es mir nicht gut geht. „Ja, am Besten schneide ich noch, damit er es auch wirklich sieht.“antworte ich ihr. Und genauso fühle ich mich auch, denn ich habe die Befürchtung, dass der Arzt absolut nichts davon verstehen wird, wie es mir geht und was mit mir los ist. Zumal er ja nicht vom Fach, sondern Internist ist. Muss auch keiner verstehen, wieso ich zu einem Internisten soll. 

Meine Berichte sind natürlich nicht fertig. Selbst die von vor 1,5 Jahren sind nicht unterschrieben, da frage ich mich echt was da schief läuft. Die Sekretärin versucht ihr Bestes, dass sich bis morgen vielleicht noch was tut, konnte mir aber nichts versprechen. Prima, ist ja nicht so als ob ich die dringend bräuchte. 

Blöder Tag bisher, angefangen von der Schlaflosigkeit bis zu dem Termin grade. Außerdem habe ich wieder Migräne, die Schmerzen sind Dank Tabletten zwar auszuhalten, aber mir ist furchtbar schlecht. Vielleicht gehe ich einfach wieder in mein Bett und schlafe eine Weile, danach ist es hoffentlich besser und wenn nicht, dann kann ich immer noch handeln. Die Destruktivität einfach aufschieben, mir einfach sagen, dass ich später immer noch schneiden kann. Und dann wieder später, und später und später und später, bis der Gedanke daran entweder verschwindet oder sich das Grundproblem erledigt hat. Scheiße alles! 

Fuck you (fuck you)
Fuck you very, very much

1 Comment

Kommentar verfassen