Für immer reicht genau bis hier

Gestern war es wirklich schön. Ich musste mir zwar noch eine Tablette genehmigen, weil ich die Menschenmassen sonst nicht ausgehalten hätte und Amok gelaufen wäre, aber sonst ging es. Und dann habe ich einfach das Beste getan, was ich nach dem Start in den Tag tun konnte: mir Gutes getan. Ich habe mich gefreut M. wieder zu sehen und mit ihr unterwegs zu sein, wir haben Glühwein getrunken und Knecht Ruprecht, sind durch die Stadt gelaufen und waren in einem Klamottenladen. Ich bin nun stolze Besitzerin von mehreren neuen Sachen, hauptsächlich mit Minions drauf (hach <3) und eine Krümelmosterhose (hach <3). Bequeme Klamotten für die anstehenden furchtbaren Tage. Je näher diese Tage rücken, desto furchtbarer fühle ich mich. Deswegen habe ich mir für heute einige Sachen vorgenommen, die ich erledigen will. Hauptsächlich aufräumen, ein paar Dinge tun wie Router ans neue Kabel anschließen und mein Kabelwirrwarr sortieren, weil derzeit alles auf meiner Funksteckdose hängt und das nicht soll, kochen sollte ich auch. Einkaufen war ich schon. Dann warte ich noch auf Pakete Nr. 2 und 3, eins für mich mit Tierkram und eins für die Nachbarin, die nicht da ist, Paket Nr. 1 mit den restlichen Geschenken für mein Schwesterherz kam schon an.
Den Tag füllen mit konstruktiven Dingen, damit die destruktiven keinen Platz haben. Ich habe mir die ganzen Einzelpunkte auf einen Zettel geschrieben. Sowas wie Sofa aufräumen, Wohnzimmertisch aufräumen und Wohnzimmer fegen. Das macht es einfacher, weil die Häppchen kleiner sind und ich so immer wieder zwischendurch etwas durchstreichen kann. Wenn da nur "Wohnzimmer" stehen würde, dann würde ich vermutlich ein wenig machen und hätte dann keine Lust mehr. Sich selbst austricksen funktioniert manchmal ganz gut. Und da mir die Motivation fehlt mich mal dranzumachen werde ich mir selbst ein Ultimatum stellen. Wenn ich mal angefangen habe, dann ist es in Ordnung, nur bis zum Anfangen dauert es. Vielleicht klappt es ja mit einer festgelegten Uhrzeit.
Morgen will ich mir dann viel Gutes tun, Kraft tanken für die drei Weihnachtstage. Wenn die rum sind kann ich erst mal durchatmen. Dann habe ich noch 2 Tage Zuhause, die ich irgendwie überleben muss, bevor es in die Klinik geht. Zum Glück schon am 29., jeder Tag mehr wäre ein absoluter Kampf und die zwei Tage werden schon schwer genug. Aber ich will es lebend durchstehen und dem nächsten Jahr die Chance geben besser zu werden als 2015. Ich weiß, dass ich es kann und die Kraft habe es zu schaffen, auch wenn der Selbstverletzungsdruck und die Suizidgedanken enorm werden und ich in den Momenten dann wirklich nur noch schneiden/sterben will, weil für nichts anderes Platz ist.
Und nun gönne ich mir noch ein wenig Zeit zum gammeln, bevor ich durchstarte und konstruktiv bin.

Wir können rennen
wir dürfen stolpern
Man hat’s noch nicht verloren
nur wenn man’s vermisst

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