für jeden Makel einen Nagel in die Haut gekrallt

Gestern Abend hat alles skillen und Ablenken nicht mehr geholfen, es war klar, dass ich zumindest den Schmerz brauche, wenn ich schon nicht schneiden kann/darf/will/soll/wasauchimmer. Also zentimeterdick die extra starke Finalgon auf den Arm geschmiert, Verband drum und ab ins Bett. Dort habe ich mich unter 3 Decken vergraben, mir House angemacht und bin dann dabei irgendwann eingeschlafen. In der Nacht musste ich den Verband ab machen und meinen Arm unter den Decken raus und aus dem Bett strecken, weil es so brannte. Und so bin ich dann wieder eingeschlafen, zwischendurch immer mal wieder kurz wach geworden, wenn ich den Arm nochmal unter die Decken gezogen hatte und die Wärme dort wieder zu brennendem Arm geführt hatte, und hab den Arm dann wieder aus dem Bett gestreckt. So habe ich dann durchgehalten bis heute morgen, bin irgendwann aus dem Bett gekrabbelt und habe meine Vierbeiner versorgt, meinen Arm ein wenig eingecremt und mich mit Frühstück, Tee und ein paar weiteren Folgen House aufs Sofa verkrümelt.
Nun hüpfe ich gleich in Schuhe und Jacke und vor die Türe und werde im schwedischen Labyrinth vor dem Hotdogstand nach einem kleinen Teppich schauen. Und vielleicht finde ich ein verstellbares Backblech. Mein Satellitenkabel läuft ja aus dem Schlafzimmer ins Wohnzimmer, im Schlafzimmer habe ich es schön ordentlich an der Wand verlegt, aber ich habe keine Lust die Fußleiste zwischen Schlaf- und Wohnzimmer abzuschrauben und zu kucken, ob ich das Kabel da irgendwie reingefummelt kriege. Also schmeiße ich einfach einen Teppich drüber, vorausgesetzt ich finde einen schönen. Ich wollte eh schon länger einen haben, und da ich die Türe zwischen Wohn- und Schlafzimmer nur sehr selten schließe, stört er da auch nicht. Vielleicht verhindert das auch den Streuaustausch zwischen den Zimmern ein wenig. Ein Backblech brauche ich, weil mein Ofen etwas kleiner ist als ein normaler. Scheinbar gab es  dort mal solche zum zusammenschieben, ich werde mal schauen. Und sicherlich finde ich auch noch ein wenig Dekokleinkram, ohne kommt man aus diesem Laden ja fast nie raus.
Zuhause räume ich ein wenig mein Wohnzimmer auf, nachdem Katerkind gestern meinen Laptop mit drauf liegendem Papierkram von Sofa gefegt hat, sieht es dort ein wenig chaotisch aus. Dann muss ich mal in meinen Gefrierschrank schauen und kucken, was ich aus dem und den sonst vorhandenen Zutaten denn zu essen zaubern könnte. Da wird sich bestimmt etwas finden lassen. Später hüpfe ich unter die Dusche, mache meine Haarspitzen endlich wieder bunt und kuschel mich im Bademantel auf mein Sofa mit leckerem Tee, werde ja nach Uhrzeit entweder ein wenig Zelda spielen (und damit das Katerkind bespaßen, denn er versucht immer die Handschlaufe der Wii-Fernbedienung zu fressen) oder mit Strickzeug (was das Katerkind definitiv auch bespaßt) den Tatort von gestern schauen.
Ich werde mir ein paar Kerzen anmachen und es mir in meinen 4 Wänden gemütlich machen, versuchen mich abzulenken und einfach weiter atmen und den Abend rum kriegen. Schritt für Schritt, Minute für Minute.
Morgen früh muss ich zu meinem Psychiater, danach ein paar Sachen einkaufen und Zuhause dann die Meeris frisch machen und einen Kuchen backen. Chrissie wird vorbei kommen und wir werden hoffentlich eine schöne Zeit miteinander verbringen, auch wenn es sicherlich auch traurig werden wird, da es der erste Besuch ohne meinen Hundemann ist. Ich vermisse ihn immer noch unglaublich.
Dieser Abend wird auch vorbei gehen. Ich werde ihn überstehen, ohne destruktiv zu sein. Ich werde nicht schneiden oder anderen Mist machen, ich werde für mich sorgen und mir Gutes tun. Ich kann das. Minute für Minute, Schritt für Schritt. Chakka!

Wer hat die Wahrheit überschminkt, überspielt, überhaupt!
Wer hat dir die Freiheit geraubt?
Die Jahre im Gefängnis, am Ende die Erkenntnis
egal wie laut du schreist, die Wände bleiben taub!

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