hast du Angst im Dunkeln mach ich Licht

Es gibt ja so Menschen, die sind einem einfach nicht so sympathisch. Bei mir sind das ja mal grundsätzlich Betrunkene. Und Nazis. Betrunkene sind in Ordnung, wenn sie nicht aggressiv, aufdringlich und ätzend sind. Wenn sie im Idealfall Menschen sind, die ich mag und bei denen ich weiß, dass ich nichts zu befürchten habe. Und noch besser ist: ich bin mit betrunken.
Auf dem Geburtstag heute war ein Mensch, der einfach in die Kategorie betrunken unsympathisch gehörte. Einfach schon dadurch, dass er jeden dritten seiner Sätze damit unterstrich körperlich zu werden. Hand aufs Bein, Hand auf den Arm, dies und jenes. Sowas mag ich allgemein nicht von wildfremden Menschen, von betrunkenen wildfremden Menschen dann gleich schon mal gar nicht. Und außerdem war er einfach anstrengend.
Deswegen stieg meine Anspannung, die den ganzen Tag eigentlich relativ niedrig war, auch enorm an und ließ sich leider auch nicht mehr so leicht runter regeln, selbst als der Typ (endlich!) weg war. Also habe ich entgegen meinem eigentlichen Planung nicht dort geschlafen, sondern bin nun Zuhause. Ich habe mein Bett, meine vier Wände, meine Sicherheit gebraucht. Vor allem auch, nachdem die letzte Nacht so furchtbar war.
Ich bin aufgewacht gegen 2 Uhr durch einen Schrei. Saß erst mal völlig verwirrt im Bett, überlegte, ob ich das nun geträumt hatte, dann kamen die Bilder aus dem Traum und ich war mir dann doch ziemlich sicher, dass es mein Schrei war. Mein Schlafphasenwecker, der ja auch nachts alles mögliche aufzeichnet, unter anderem Geräusche, hat das dann auch bestätigt. In den nächsten Stunden ist es noch zwei weitere Male passiert. Da war mir dann aber relativ schnell klar, dass es mein eigener Schrei gewesen ist, der mich aufweckte.

Heute Morgen habe ich dann angefangen zu backen. Gegen Mittag rief ein Mitpatient aus der Klinik an, fragte was ich so treibe und ob ich nicht Lust hätte ihn mitzunehmen zum Geburtstag, da es sich um eine gemeinsame Mitpatientin handelte. Also habe ich ihn an der Klinik aufgegabelt und wir sind zusammen hin gefahren. Und es war schön. Ich habe zwar fürchterlich viel und fürchterlich durcheinander getrunken, was man nach nun doch ziemlich langer Zeit so komplett ohne Alkohol auch dementsprechend gemerkt hat. Zwischenzeitlich war ich mir sicher, dass mein Mageninhalt mich nach oben hin verlassen wird, aber mein Magen schlägt sich bis jetzt dann doch sehr tapfer. Aber ich hab meinem Körper ja auch Nahrung und Wasser gegeben, also dürfte sich das Drama morgen (bzw später) in Grenzen halten.

Nun rolle ich mich unter meinen Decken zusammen. Mein Bett. Meine vier Wände. Sicherheit. Niemand kann mir etwas tun. Ich bin hier sicher.

Zuhause ist
wo der Schlüssel passt
Ich geb ‚drauf Acht, dass du immer ein‘ bei dir hast

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