Helligkeit & Dunkelheit 

Heute war Weihnachten. Zumindest für meine 4 Fellmonster. 

Der Herr Zitronenkater wusste natürlich direkt, dass in dem Paket was für ihn sein muss. Klar, er wohnt ja auch schließlich hier, ich bin nur zum Bespaßen und Füttern angestellt. Dass die Meeris auch noch was kriegen konnte er dann grade noch so dulden. 

Meine Mampfmaschinen sind also vorerst mal versorgt. 5 Kilo Heu, 6 Kilo Meerifutter, 6 Kilo Katertrockenfutter, 8,8 Kilo Katernassfutter, 10 Packungen Leckerlis und weil das ganze ja irgendwo wieder raus muss auch noch 6 Packungen Katerstreu. Die Supermärkte können nun also getrost mal vier Wochen schließen, meine Tiere sind versorgt. 

Den ganzen Kram habe ich erst mal verstaut, da der Zitronenkater sich natürlich direkt mal eine der Leckerlipackungen geklaut hat. Nun ist es zumindest alles sicher vor ihm, Selbstbedienung hat ja mehr oder minder 14 Wochen lang hier geherrscht (wozu habe ich eigentlich eine Kiste, wenn Frau Nachbarin sie offen lässt?). 

Auch sonst war ich relativ fleißig. Ich habe begonnen mein Schlafzimmer aufzuräumen und erstmal alles aus dem Bett geworfen was da nicht hin gehört. Kazerspielzeug, meinen Hammer habe ich endlich wieder entdeckt, einzelne Socken, Klamotten. Der Nachteil an einem großen Bett, man neigt dazu einiges auf der leeren Seite zu stapeln. Nun ist sie nur noch von meinem Berg aus Kuscheltieren blockiert, von einem Haufen Kissen und gelegentlich vom Katerkind. 

Außerdem habe ich viele Unterlagen weggeworfen. Von der Ausbildung und alle möglichen Dinge, die im Regal rumtrollten. 

N. kam zu Besuch, wir waren gemeinsam bei der Bank und einkaufen und bei der Post und bei mir daheim. 

Als es beginnt Dunkel zu werden steigt auch die Dunkelheit in mir. Ich fühle mich matschig, ausgelaugt, erledigt und unwohl. Physisch und psychisch. Vielleicht hängt das mit gestern mir doch noch ein wenig nach. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur erledigt. Ich versuche es zu akzeptieren und nicht mich selbst zu zerpflücken. Auf meine Bedürfnisse zu achten. „Manchmal ist es auch okay ein wenig dysfunktional zu sein. Etwas zu tun mit dem Wissen, dass es einem danach nicht unbedingt besser geht. Solange es nicht schlimmer wird.“ sagte meine Psychologin in der Klinik vor einiger Zeit. Sie bezog sich dabei auf mein Bedürfnis mich einfach nur im Bett zu vergraben. Und genau das werde ich nun tun. Mit Wärmflasche und Wärmetierchen, mit Serie und Kuscheldecke und dem Zitronenkater. 

Morgen sieht die Welt schon ganz anders aus. 

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