Hoff‘ es geht dir gut, da wo du bist. 

Und neben meinem momentanen eigenen Chaos beschäftigt mich gerade etwas sehr, dass ich erfahren habe.
Der Pflegesohn meiner Pflegeeltern ist tot. Er hat den Kampf gegen das Chaos im Kopf, gegen sich selbst und gegen die Krankheit verloren. Und hoffentlich die Ruhe und den Frieden gefunden, den er gesucht hat.
Vor einiger Zeit schrieb er etwas, dass mich lange beschäftigt hat.

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Nun hat Borderline in definitiv gekriegt. Ich kann so gut nachvollziehen wie man sich fühlt. Ich kann seine Entscheidung zu gehen absolut verstehen.
Und trotzdem lässt es mich mit einem seltsamen Gefühl zurück.

Ich sage der Pflegesohn meiner Pflegeeltern, weil er dort einzog als ich schon ausgezogen bin. Zu wenig gemeinsame Zeit um ihn wirklich als „Bruder“ zu bezeichnen. Trotzdem war er eben auch Teil „meiner“ Pflegefamilie, ich kannte ihn. Und es macht mich, ja, keine Ahnung.
Ich muss an S. denken. Meinen „kleinen“ Pflegebruder, den ich damals fand als er sich eine Überdosis Tabletten einverleibt hat. Ich muss an die endlosen Minuten denken, die der Notarzt und der Krankenwagen gebraucht haben. Und ich muss an meine Pflegeeltern denken, wie es ihnen damals ging. Ich gerade nach Zwangseinweisung wegen Suizidalität aus der Psychiatrie raus und er mit Suizidversuch rein.
Und ich kann mir nur vorstellen, wie es ihnen nun geht.
Ich versuche es nicht zu nah an mich zu lassen. Was schwer fällt, da diese Gedanken bei mir im Moment immer wieder sehr präsent sind. Er ist gegangen. Und ich bin hier und versuche zu kämpfen.

Lieber A., ich hoffe dir geht es gut. Dort wo du nun bist. Dass du dort Frieden findest, laute Musik hören kannst und all der Schmerz dich endlich losgelassen hat. Heute Abend wird hier eine Kerze für dich brennen.

Die Lautsprecher tönen es laut 
Dein Lieblingslied, aber hörst du das auch? Sag, hörst du das auch? 

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