I lost the keys to the prison that I built around myself

Der Tag begann ziemlich bescheiden, mit Flashbacks, alten Erinnerungsfetzen und ekligem Gefühl.
Trotzdem habe ich es irgendwann hingekriegt aus diesem Matsch raus zu kommen, Haushalt zu machen, Geschirr zu spülen, zu kochen, zu essen. Für einen so beschissenen Tag war ich also wirklich sehr produktiv.

Und dann fängt es an draußen dunkel zu werden und es kippt. Ich habe Druck. Ich fühle mich eklig. Und ich habe Suizidgedanken. Es ist nicht einfach nur in meinem Kopf, dass ich nicht mehr mag. Meine Gedanken kreisen um die Tabletten, die ich hier habe. Sie kreisen darum, dass es genug sein könnten, um es diesmal zu schaffen. Und sie kreisen um meine Fellknäuele. Und dann mache ich mir Vorwürfe, dass sie mich nicht davon abhalten können sowas zu denken. Und dann fühle ich mich noch beschissener. Wie sehr bräuchte ich nun jemanden, der einfach da ist. Der sich meine verqueren Gedanken anhört.
Aber ich sitze hier alleine mit diesen Gedanken im Kopf, die von Minute zu Minute mehr Raum einnehmen. Ich überlege zu schneiden, weil sich damit die Gedanken meistens für eine Weile in Schach halten lassen. Aber ich weiß, dass ich es aktuell nicht kontrollieren könnte. Der letzte Schnitt, der nicht kontrollierbar war, war einfach so unglaublich tief, dass ich Angst habe mir etwas wichtiges durchzuschneiden. Und ich glaube es wäre mir dann danach egal, wie sehr es blutet. Ich will das nicht riskieren. Und dabei will ich es doch so sehr.
Ich hasse solche Momente. Momente, in denen ich mir selbst nicht mehr genug vertrauen kann um zu sagen, dass ich es heute nicht tue. Wenn einem das Vertrauen in einen selbst so flöten geht, dann fühlt sich alles gleich noch mehr beschissen an.
Ich habe Bedarf genommen. Schon vor Stunden. Und es ändert nichts. Nichts an den Gedanken in meinem Kopf, nichts an dem eklig-fühlen, nichts an meinem inneren Chaos.

Nur weil’s so scheint, als hätt‘ man endlos breite Schultern
Heißt das längst nicht, dass man alles tragen kann

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