Ich lass los, lass jetzt los.

Die letzte Nacht in der Klinik. Morgen geht es wieder nach Hause. Für morgen ist auch erstmal nur ankommen geplant. In den Alltag zurück finden, in meinen 4 Wänden ankommen. Am Donnerstag steht Therapie auf dem Plan, Tee mit einem der Herzmenschen und danach kommt Chrissie mit dem Haufen an Tieren. Meine kleinen Schweine sind dann wieder bei mir. Ohne Mäxchen, ich glaube das wird in den ersten Tagen echt schwer. Dafür bleiben die Hunde dann bei mir für ein paar Tage. Dann komme ich auch definitiv vor die Türe, das ist schonmal was positives.
Aus dem Klinikaufenthalt nehme ich auf jeden Fall mit, dass ich viel bewusster drauf achten muss, dass ich auch bei niedriger Anspannung skille. Am Besten hilft da einfach Gutes tun, auf mich selbst acht geben, mich um mich kümmern. Und aus der Hochspannung muss ich mich möglichst gut und schnell raus kriegen. Und es war der erste Aufenthalt, in dem es echt gut geklappt hat mit Skills und zur Not Bedarf, ich habe mich diesmal nicht verletzt.
Mal sehen wie es daheim wird, mein Ziel ist es auf jeden Fall zu versuchen es länger als die bisherigen 3 Wochen zu schaffen, aber nicht mit aller Gewalt, denn dann kippt es schnell.
Ich freue mich auf daheim, auf mein Bett, auf WLAN, auf meine Meerchen und die „Freiheit“. Ich will auf jeden Fall versuchen mir einen Plan zu machen für die Woche, überlegen was ich koche und was ich unternehme. Vielleicht gehe ich am Wochenende aufs Fest des schönsten Viertels der Hauptstadt, K. will dort in ihren Geburtstag feiern. Je nachdem wie es mir geht und wann Chrissie zurück kommt. Eifersüchtige Freundin ist jedenfalls derzeit gar nichts für mich, deswegen muss ich mir das ganze nochmal durch den Kopf gehen lassen, auch wenn ich wirklich gerne mal wieder weg gehen würde.

Während diesem Aufenthalt habe ich von vielen Pflegern und Schwestern gesagt bekommen, dass ich wirklich weit gekommen bin im Vergleich zum Anfang des Jahres. Und das stimmt wirklich. Vor allem gestern hat man das gemerkt. Ich war extrem suizidal, hatte enormen Druck, bin nachts gar nicht angekommen und eingeschlafen, aber ich habe es gemeistert. In Momenten, in denen ich mich früher hier im Bad eingeschlossen und verletzt habe, stehe ich heute vor dem Schwesternsitz und fordere Skills ein, rede einfach nur oder bleibe eben so lange dort stehen, bis ich mir selbst wieder vertrauen kann. Insgesamt bin ich auch ruhiger und flippe nicht wegen allem aus. Liegt aber auch teilweise daran, dass ich das Gefühl habe hier mittlerweile verstanden zu werden, auch vom Chefarzt. Das nimmt auch viel Spannung.

Vorhin hab ich Frozen geschaut. Disneyfilme sind einfach tollig, auch als Skill. Heile Welt, immer ein Happy End, Musik, hach.
Und nun kuschel ich mich in die Decke, versuche anzukommen und diese Nacht mehr zu schlafen als die letzte.

Es ist schon eigenartig, wie klein jetzt alles scheint.
Und die Ängste die in mir war’n, kommen nicht mehr an mich ran.
Was ich wohl alles machen kann?
Die Kraft in mir treibt mich voran.
Was hinter mir liegt ist vorbei, endlich frei!

1 Comment

Kommentar verfassen