I’ll let it pass

Nachdem ich in der letzten Nacht bis um halb 3 nicht einschlafen konnte, haben meine Bedarfsmedikamente mich letztendlich so umgehauen, dass ich erst gegen halb 1 wieder wach wurde. Kurz danach streckte Tina den Kopf ins Zimmer und fragte, ob ich schon unter den Lebende bin.
Nachdem ich dann mein Mittagessen teilweise gefuttert hatte, habe ich mich wieder ans Puzzle gesetzt. Es tut gut und entspannt unglaublich. Ich überlege, ob ich mir nicht im Baumarkt eine Platte zurechtschneiden lassen soll, damit ich daheim puzzlen kann, ohne das Katerkind das ganze zerstört. Ich überlege nur, wo ich die dann verstauen kann.
Später bekam ich wieder lieben Besuch. Auf der Station ist es immer noch anstrengend und ich musste heute an Nathalie denken, die bei einem Besuch mal meinte, dass ich klar Grenzen setzen soll. Das tue ich derzeit und ziehe mich dann auch zurück, wenn es zu viel und zu laut wird.
Morgen werde ich dann also in die Hauptstadt fahren zu meinem Termin (hoffentlich muss ich nicht ewig warten), ich will auch kurz im Asialaden etwas kucken, dann daheim eventuell die Sachen abladen und wieder in die Klinik. Ich überlege, ob ich vorher noch kurz daheim vorbei gehe und schon mal ein paar Sachen mitnehme, die ich für die eine Nacht und den einen Morgen nicht mehr brauche. „So sehr wie diese Tour haben Sie sich bestimmt noch nie auf Zuhause gefreut, oder?“ meinte Schwester Tina heute nachmittag. Ich bin froh, wenn ich nicht mehr jeden Tag lautstarke Streitigkeiten, Beschuldigungen und Dramen erlebe. Ich freue mich auf mein Katerkind und auf meine Meerchen. Auf meine Wohnung, mein Bett, meine vier Wände. Obwohl mir die Aufenthalte hier gut tun und mich weiter bringen denke ich mir nach einer Woche dann meistens, dass es jetzt auch wieder reicht.
Bald steht mein Geburtstag an. Letztes Jahr habe ich kurz davor einen Suizidversuch hingelegt, bin auf der Intensivstation gelandet und danach hier. Meinen Geburtstag habe ich hier verbracht. Der Tag hat mir unglaublich viel Angst gemacht, hat vieles aufgewühlt und letztendlich habe ich beschlossen, dass ich ihn nicht erleben will. Dieses Jahr möchte ich das nicht nochmal erleben. Ich werde keine Party schmeißen, aber vielleicht ein paar liebe Menschen fragen, ob sie vorbei kommen möchten, auf einen Tee oder ein Gläschen Sekt. Ich werde mir selbst unendlich viel Gutes tun und das auch aushalten.
Schritt für Schritt und Tag für Tag geht es weiter.
Gleich werde ich mich ins Bett kuscheln und zum einschlafen walking dead schauen. Und mir noch 4 Wecker stellen, damit ich morgen auch wirklich wach werde. Das war in den letzten Tagen wirklich ein Ding der Unmöglichkeit.

But I will go down with this ship
And I won’t put my hands up and surrender
There will be no white flag above my door

3 Comments

  • Liebe Zitrone, ich musste gerade schmunzeln, weil ich auch ein riesengroßer Puzzle-Fan bin und auch einen kleinen Kater habe, der findet, dass das Zusammenbauen bestimmt nicht so lustig ist, wie das Teile durch die Wohnung schießen 🙂
    Wie auch immer, ich habe eine Puzzlematte, die man zusammenrollen kann, das ist viel leichter zu verstauen als eine Platte und so ist alles sicher…zerfallen tut auch nix, ich bin sehr happy damit und dachte, das wäre vielleicht was für dich.
    Ansonsten wünsche ich dir, dass dein Geburtstag ein voller Erfolg wird und eine schöne Zeit zu Hause!

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