I’m doing the best that I can

Ich fühle mich, als ob alles was an Antrieb in den letzten Jahren nicht vorhanden war, sich in die letzten Tage quetschte. So viel habe ich schon lange nicht mehr getan.
Angefangen mein Bett zu lackieren. Schlafzimmer aufgeräumt, Schränke ausgemistet und alles außer Bett und Schrank rausgeschoben und dann geputzt. Wohnzimmer abgestaubt, Sofa vorgeholt, alles geputzt. Gekocht. Wäsche gewaschen. Eingekauft. Und heute habe ich meine Küchenhängeschränke gekauft und 2 von 3 bis gerade eben zusammengebaut. Morgen ist der letzte dran und es kommt alles an die Wand. Am Montag werde ich dann Folie kaufen, nachdem ich bei Mama war, und sie auch rot machen. Vielleicht hole ich auch Folie für die Arbeitsplatte, mal sehen.
Die letzten Tage waren eigentlich ganz gut. Abgesehen von gestern, da waren Anspannung und Suizidgedanken wieder da, aber nicht so enorm.

Als Chrissie heute da war fühlte ich mich ein paar Jahre zurückversetzt. In die Zeit, in der sie so schlimm geschnitten hat und ich nur hilflos daneben stand, ständig Sorge hatte, dass sie sich zu tief verletzt. Nun stand sie heute in der Küche, diesmal auf der anderen Seite, mit Sorgen um mich.
Und ich weiß wie sie sich fühlt und fühle mich furchtbar dabei.
Immerhin ist mein Wille etwas dagegen zu tun seit spätestens gestern wieder da. Als ich unter die Verbände geschaut habe musste ich wirklich mehrere Male hinschauen, um zu glauben was ich da angerichtet habe. Insgesamt 27 Stiche, das ist so viel wie sonst mit mindestens 4 Mal Selbstverletzung. Es kann so nicht weiter gehen, definitiv nicht.
Ich werde das auch bei meinem Psychiater am Dienstag ansprechen.
Mit Schwester Nathalie habe ich gestern Nacht telefoniert, sie meint ich soll mal alle diary cards mitbringen, vielleicht findet man ja etwas, dass erklärt warum es immer heftiger wird.

In den letzten Nächten schlafe ich wieder nicht besonders. Ich brauche lange zum einschlafen, wache oft auf.
Dementsprechend erledigt fühle ich mich jeden Morgen wenn mein Wecker klingelt, aber dank der mittlerweile endlich einsetzenden Mediwirkung kriege ich doch etwas hin.
Und nun werde ich mir walking dead anmachen während das Katerkind auf mir rumtobt und mit seiner Maus spielt und hoffentlich bald einschlafen.

I admit it’s getting better
A little better all the time
(It can’t get more worse)

1 Comment

  • Ich verletz mich ja nicht mehr so oft, aber so in dem Dreh wie bei dir ist es auch bei mir, das letzte Mal 20 Stiche und das hat mich gar nicht geschockt. Es ist als würden sich die Grenzen verschieben irgendwann und eine Wunde, die nicht genäht oder zumindest gerade noch so geklammert werden kann zählt bei mir in Bezug auf mich schon so gut wie gar nicht mehr als Selbstverletzung. Beim letzten Mal beim Nähen hab ich auch ununterwegt Scherze mit dem Chirurgen gemacht. Das ist dann einfach meine Umgangsweise damit.

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