Lass dein Herz noch nicht fallen.

Heute morgen bin ich aufgebrochen um in der Hauptstadt eine Platte zu jagen. Der Plattenladen hier ist allerdings spezialisiert auf Jazz und Klassik, hatte sie also nicht. Aber er rief dort an und konnte mir sie bestellen. Und in elf Tagen erscheint endlich das Album von ‚von Brücken‘. Vorfreude.

Dann war ich bei Mama zum Essen, wenn ich eh schon mal dort hinten bin, dann im Baumarkt für Farbe fürs Bett und diese Dinger, mit denen man Kabel an der Wand befestigen kann.

Nun bin ich Zuhause, will noch ein wenig aufräumen und Wäsche waschen, mit dem Katerkind spielen, die Meeris sauber machen (bestimmt muss ich dann wieder anfangen zu weinen) und mir vor allem einfach viel Gutes tun.

Mein Schwesterherz muss bald in ihr Praktikum und ich muss dran denken, wie ich mir damals 3 Tage vor meinem das Sprunggelenk kaputt gemacht habe. Keine schöne Sache war das und auch heute, 3 Jahre später, merke ich  manchmal immer noch, dass es eben nie wieder so ganz sein wird wie früher.

Während der Zugfahrt habe ich gelesen. Über Resilienz (das war damals Prüfungsthema, sehr passend…) und innere Stärke und Vergebung. Und ich habe darüber nachgedacht, mal wieder, und bin, mal wieder, zu dem Schluss gekommen, dass es Dinge gibt, die man nicht vergeben kann. Es kann vielleicht irgendwie okay werden, dass es eben nun mal so war, aber vergeben? Dazu gehört für mich ehrliche Reue auf der anderen Seite, und da ja nie was passiert ist, haha, wird es wohl auch nie diese Reue geben. Und ich weiß auch nicht, ob ich wirklich vergeben muss, um meinen Frieden damit zu machen. Vielleicht kommt irgendwann ein Zeitpunkt in meinem Leben, an dem ich nicht mehr wütend und sauer und enttäuscht bin, mich nicht mehr furchtbar allein gelassen fühle, keine Angst mehr in mir habe. Und in den letzten Wochen habe ich oft daran gedacht (und es auch oft gesagt), dass ich wohl erst wieder ohne Angst leben kann, wenn er nicht mehr lebt. Und ich hoffe darauf, dass er nach seinem Leben zur Rechenschaft gezogen wird für die Dinge, die er getan hat. Denn im Leben wird es nicht mehr dazu kommen. Die einzige Strafe ist wohl, dass ich nicht  mehr mit ihm rede, auch wenn ich mir fast sicher bin, dass er das nicht in einen Zusammenhang bringt. Das Geschehen hat er wohl, genau wie ich, dafür aber aus anderen Gründen, tief vergraben. Da ist einfach nur eine Menge nicht wahrhaben wollen.
Aber ich will eigentlich gar nicht zu viel an ihn denken, denn dafür habe ich heute einen zu guten Tag bisher.

Mein Katerkind ist nun mal wieder friedlich auf meinem Schoß eingeschlafen, in letzter Zeit schläft er nur noch auf mir drauf, egal wie oder wo. Hauptsache auf mir und ohne Rücksicht darauf, ob es für mich auch bequem ist. Gleich muss ich ihn aufwecken, denn ich kann nicht den Rest seines Schlafes so sitzen bleiben und nichts tun. Auch wenn es einfach wunderbar ist dieses schön warme und kuschelige Fellbündel hier liegen zu haben und seinem Schnurren zu lauschen. Und schnurren kann der Herr wie ein Weltmeister, genau wie fressen.

Morgen werde ich einen kleinen Abstecher in die Klinik machen und eine Freundin besuchen, am Mittwoch kommt das Nevalein zu Besuch und wird eine Weile bleiben. Ich freue mich drauf.

Gib diesen Kampf noch nicht verloren
mach dein Licht an.
Hisse all deine Segel neu
Richte deine Fahrt nach vorn.
Stell alle Zeichen auf Surm
zünde deine Feuer neu
Richte dein Herz auf
richte dein Herz auf
es geht weiter

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