long way home

Ich sitze im Bus und fahre wieder Richtung Süden.
Heute war ich wieder mal viel unterwegs. Irgendwann zwischen Dunkelheit und hell werden fing es an zu schneien und hörte bis in den Nachmittag auch nicht mehr auf. Ich war im Schneetreiben unterwegs, habe mich zwischendurch beim bummeln durch die verschiedenen Shoppingcenter aufgewärmt. Dann bin ich los Richtung Tempelhof. Und es war einfach der Wahnsinn. Mitten im Schneegestöber stehen, um einen herum nichts als Schnee und Weite und Weite und Schnee. Ich hab mich so unglaublich frei gefühlt, so unglaublich gut. Ich hätte ewig auf den Landebahnen und den Wiesen rumlaufen können. Wenn es nicht so verdammt kalt gewesen wäre… Aber es war einfach wirklich unglaublich.
Gegen Abend bin ich dann los meinen Cousin besuchen. Wirklich gesehen haben wir unsere letzte Mal, als ich ein Kind und er ein Teenager war. Wir sind uns danach ein paar Mal in der Hauptstadt über den Weg gelaufen, aber auch nicht mehr. Es war schön ihn mal wieder zu sehen, über die Familie zu quatschen (und festzustellen, dass wir eigentlich noch relativ normal sind, wenn man sich den irren Haufen unserer Verwandtschaft mal so ansieht) und einfach beisammen zu sein.
Dann bin ich Richtung Hostel, habe meinen Kram geschnappt und los zum ZOB. Das war ziemlich abenteuerlich, denn der gefallene Schnee hat nachmittags begonnen zu tauen und ist am Abend dann gefroren. Ich bin froh, dass ich mit ein paar blauen Flecken davon gekommen bin und mir statt meiner Knochen nur die Flasche Pfeffi zerdeppert habe. Nun riecht meine Tasche samt Inhalt wenigstens schön frisch nach Pfefferminz (ja, man kann sich prinzipiell alles schönreden.).
Wir fahren nun auf Leipzig zu, während über der Autobahn gerade ein Flugzeug im Landeanflug ist. Ein toller Anblick bei Nacht.
Und so werde ich nun weiterhin die Aussicht vom Platz in der ersten Reihe im oberen Deck des Busses genießen, bis mir vielleicht endlich mal die Augen zufallen.
Berlin war ein Träumchen und es war mir, wie immer, ein Fest. Auf Bald, du Haupthauptstadt, ich fahre nun wieder in meine Hauptstadt.

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