Mist. 

Mein letzter Blick in der Nacht, bevor ich endlich die Augen schließen und einschlafen konnte. Ich war schon kurz davor durchzudrehen, weil ich einfach nicht einschlafen konnte. 

Ich habe mich im Bett gedreht, von einer Seite zur anderen. Serie geschaut, Hörbuch gehört, ein wenig gespielt. Bin aufgestanden, habe eine geraucht und mir mit dem Kater ein paar Chips geteilt. Wieder ins Bett. So ging es endlose Zeit, bis ich dann zur Ruhe kam. 

Heute morgen weckt mich meine Klingel. DHL! Scheiße! Los! schießt mir durch den Kopf und ich hüpfe aus dem Bett und eile zur Tür. 

In der Klinik fand ich das Nachtlicht immer unglaublich beruhigend. Nicht nur nun während der DBT, sondern auch während meinen Aufenthalten hier in der Klinik. Eine kleine Lichtquelle, die da ist und einem Sicherheit gibt. Beim Einschlafen und auch, wenn ich mal zwischendurch aufwache. Lange hab ich im Internet gestöbert, habe unzählige Seiten und Rezensionen durchgeklickt, bis ich gefunden habe, was ich will. Eine Nachttischlampe sollte es nicht sein. Die meisten Nachtlichter für Kinder hatten eine Zeitschaltung mit 30 Minuten, nach der Zeit gingen sie dann aus. Etwas mit Bewegungsmelder ist sinnlos, dann wache ich jedes Mal auf, weil das Licht angeht wenn der Kater durch die Gegend latscht. Endlich habe ich etwas gefunden, dass meinen Vorstellungen am nächsten kam und nun kam mein neuer Mitbewohner an. 

Aufladen lässt sich der kleine dicke Geist durch eine Schale, in die er gestellt wird. Die Kugel ist relativ weich und lässt sich knautschen, an und aus geht er durch kippen. Ich bin verliebt. 

Übrigens braucht der Kugelgeist noch einen Namen, also her mit Vorschlägen! 

Ich bin nun wieder in mein Bett gekrabbelt, habe mich unter meinen beiden Decken verkrochen. Mir geht es nicht gut. Die Nacht steckt mir noch in den Knochen. Und die Sorge um eine Mitpatientin aus der dbt, die verdammte Ohnmacht, weil ich nichts tun kann, das Aushalten müssen und Abwarten machen mich wahnsinnig. Ich wollte so viel heute erledigen, stattdessen hänge ich einfach durch und bin am Boden. Suizidgedanken, Selbstverletzungsdruck. 

Selbstfürsorge. Kuscheldecke, Serie, einrollen, ein wenig dösen oder schlafen. Auf mich achten, mir Gutes tun. In ein paar Stunden sieht die Welt hoffentlich wieder anders aus. 

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