mit einem Finger am Abzug und den Kopf im Genick

Die Nacht war voller seltsamer Träume. Nun bin ich wach und noch ein wenig wirr.
Sobald die Frühschicht alle aus dem Bett wirft und meine Zimmernachbarin wach ist werde ich anfangen zu packen. Ich will nach Hause, will mich am liebsten vergraben und nie mehr raus kommen.
Stattdessen überlege ich, ob ich trotz Streik den Weg in die Hauptstadt wagen soll.
Was ich auf jeden Fall tun muss ist einkaufen. Für mich und die Kacknasen, außerdem brauche ich Verbandszeug. Die nächsten Tage kann ich definitiv noch nicht ohne rum laufen. Könnte schon, aber wenn es Wunden wären von irgendwas anderem würde ich das ja auch nicht tun.
Das Krankenscheinproblem hat sich relativ gut lösen lassen, die Ambulanz hier kann mich ausnahmsweise krank schreiben.
Ich freue mich auf meine Quietschies, auf mein WLAN und meinen Kühlschrank. Nach einer Woche hier fühle ich mich definitiv etwas besser und bin irgendwie froh, dass die Woche rum ist. Dieses Mal waren fast nur ältere Leute hier (und damit meine ich 70+), da sind die Zeiten ohne Therapie dann doppelt langweilig.
In den nächsten Tagen will ich auf den Friedhof fahren. Das Grab meines Opas existiert nicht mehr, leider. Es hat gut getan mich dort auf die Bank zu setzen, zu heulen, mit ihm zu reden.
Aber meine Oma liegt noch dort. Aber das mache ich nach dem Streik.
Und vielleicht besuche ich mal das Juz.
Pläne in meinem Kopf die Halt geben, gut tun.
Und nun schwinge ich mich gleich zum Frühstück und zum packen. Zuhause, ich komme! ❤

Straßenbahnscheiben die die heißen Schläfen kühlen,
Lieber wüten und schreien, als nichts zu fühlen.
Und während über uns, die Oberleitung funkt,
Drehen wir hier unten Runden um den wunden Punkt.

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