morgen könnt’n schon Narben sein auf den frisch verheilten Wunden

In den letzten Nächten habe ich nicht gut geschlafen. Ich wache oft auf und bin unruhig. Drehe mich von einer Seite auf die andere (und werfe dabei den armen Zitronenkater von mir runter). Dann wache ich auf, weil mein Bett plötzlich zuende ist. Zitronenkater kuckt mich nur schläfrig an. Er wandert mit von einer Seite des Bettes auf die andere, lässt sich auch durch meine Ruhelosigkeit nicht davon abhalten auf mir zu schlafen. Es ist ihm scheinbar wichtiger, dass es warm und kuschelig ist, als dass er durchschlafen kann. Dafür habe ich am ganzen Körper kleine rote Kratzer, weil er so gerne auf mir rumtrampelt mit seinem Milchtritt.
Ich bin nicht wirklich erholt nach diesen Nächten. Gestern war ich den ganzen Tag müde und habe hauptsächlich mein Sofa gewärmt. Heute bin ich bisher dabei zu versuchen meine Augen aufzuhalten. Gleich werde ich mal unter die Dusche fallen, vielleicht bin ich danach munterer.
Die Träume zwischen der Unruhe und dem Aufwachen sind voller Vergangenheit. Ich träume von der Gymnasialzeit, träume von meinem Vater, träume von den Dingen, die ich viel lieber vergessen mag. Es ist anstrengend jedes Mal wieder in der Realität anzukommen.
Und so sitze ich auf dem Sofa, mit dem schnurrenden Zitronenkater, und wir schauen den Meeris zu, wie sie Salat verputzen.
Während meiner Umräum- und Aufräumaktion habe ich auch mal mein Zeug im Bad sortiert. Bodylotion, Labellos und Handcreme sind in Massen vorhanden, genau wie Nagellackentferner. Ich bin sonst ständig auf der Suche nach den Sachen und gebe dann frustriert auf und kaufe sie neu. Das hat sich für die nächste Zeit erstmal erledigt.
Mein Wohnzimmer gefällt mir auch besser als vorher. Jetzt muss ich mir nur noch ein paar Beine für das Meerizuhause zurecht sägen lassen, damit ich die Kisten dann auch wieder da drunter verstauen kann.
Gegen viertel nach 8 werde ich von einer Freundin abgeholt und fahre mit ihr zur Polizei. Sie muss eine Aussage machen und ich will sie dabei nicht alleine lassen. Wenn die Zeit danach noch bleibt wollen wir noch frühstücken. Und wenn ich dann schon mal so früh wach bin und Zeit habe, werde ich endlich mal mein Geschirr spülen. Vielleicht bei der Krankenkasse mal anrufen und fragen, ob sie mir nun sagen können, wann und wie das Krankengeld ausgezahlt wird (vermutlich nicht) und bei meinem Vermieter nachfragen, ob er gedenkt noch in diesem Jahrhundert die Nebenkosten abzurechnen (vermutlich auch nicht).
Ich muss mir einen Einkaufszettel schreiben für die nächsten Tage, meiner Mama Bescheid geben wann wir einkaufen gehen wollen/können (diesmal wird die ja hoffentlich keine Hochzeitstorte backen und deswegen 2 Stunden in der Backabteilung verbringen), muss bei der Bank anrufen, weil ich meine tan-Liste nicht mehr finde und meine Badvorleger waschen. Außerdem will ich es die Tage dann endlich mal hinkriegen A. in der Klinik zu besuchen. Vielleicht kriege ich Chrissie überredet mal vorbei zu kommen, es täte ihr bestimmt gut aus dem Schneckenhaus zu kriechen. Ich mag den Kalender von letztem Jahr gar nicht abhängen, denn darauf schaut mich so oft Sunny an. Und, was ich definitiv auch tun muss: um mich kümmern. Mir ganz viel Gutes tun und das auch aushalten. Das wird das schwerste von all dem Kram.
Immerhin kann ich heute Abend den Tatort von gestern schauen, wenn nur Mist im TV kommt. Den habe ich nämlich verschlafen, ich war so furchtbar müde, dass ich die Augen nicht mehr so lange aufhalten konnte.
Und nun falle ich unter die Dusche und starte in einen neuen Tag.

Was auch immer das noch ist,
was da leise durch den Kopf schwirrt,
hab den Mut und schmeiss es raus,
wenn es traurig in dein Herz irrt.

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