My world is upside down

Ich sitze mit Hochsprung auf dem Bett und heule und sage, dass ich schneiden will. Und dann muss ich lachen, weil Nathalie sagt, dass ich an meinen Blog denken soll,  „Klammer auf, dann muss ich eine VA schreiben, Klammer zu“.
Davor saß ich heulend mit der Klinge in der Hand im Bad, weil manche Dinge einfach furchtbar weh tun. Freundschaft zum Beispiel, oder was davon übrig bleibt, wenn die eine Hälfte der Freundschaft völlig am abdrehen ist. „Das dürfen Sie nicht ernst nehmen, Sie ist derzeit eben so“ sagt Nathalie. Das fällt schwer, wenn man befreundet ist, die Schwachstellen und Geschichten des anderen kennt und in den letzten Tagen einfach unglaublich viel für den anderen getan hat. „Machen Sie einen Schnitt“ sagt Nathalie, und ich muss wieder lachen. „Schreiben Sie das in Ihren Blog! Nathalie hat gesagt…“ Mittlerweile habe ich aufgehört zu heulen und die Anspannung ist wenigstens ein bisschen gesunken.
M. hat zu den anderen Patienten gesagt, dass sie nicht mit mir reden sollen. Sie sagt ich bin das Böse, bin eine Hexe. Nathalie ist übrigens auch eine. Sie steht neben mir (also M., nicht Nathalie) und fängt an mit Gesprächen über Freunde, die andere verraten und schaut dabei zu mir. Sie fährt mich an, ohne dass ich etwas sage. Vor ein paar Tagen erklärte sie mir schon, dass ich bei ihr unten durch sei, weil ich scheinbar etwas ruppig gesagt habe, dass ich noch mit dem Pfleger rede, weil sie etwas von mir wollte. Gestern war ich dann scheinheilig, weil ich eine Mitpatientin tröstete. Wieso auch immer. Was ich ihr heute getan habe weiß ich nicht, ich war schließlich gar nicht da. Aber egal. Ich versuche mich abzugrenzen, versuche es nicht an mich ran zu lassen.
Heute Mittag war ich mit Nathalie im rewe. Auf dem Weg erzähle ich ihr, dass mein Psychiater mir einen Termin einen Tag vor meinem Geburtstag gegeben hat, mit der Bemerkung „dann können Sie nicht wie letztes Jahr auf der Intensivstation liegen, Sie haben schließlich einen Termin bei mir!“ Nathalie erzählt, dass sie Nachtdienst hat dann. Ich sage, dass ich ja dann anrufen und sie vollmüllen kann, bevor ich Mist baue. „Gut. Mit wem sollte ich sonst Blödsinn machen? Wohin denn dann mit dem ganzen Quatsch?!“.
Nachdem ich fertig geheult hatte durfte sie mich vollkleben mit Pflastern und sie eine Weile später wieder abziehen. Auaaa! Und sie hatte Spaß dabei. Und meine Anspannung ging zum Glück relativ gut runter. Dann kam J. noch vorbei und sie und K. haben mir liebe Nachrichten bei WhatsApp geschrieben. Danke euch. <3
Und Danke an die Hexe mit den zwei Besen.
Nachdem ich aus dem Bad kam und Nathalie die Klingen gegeben hatte meinte sie, dass sie stolz sei, dass ich das ohne schneiden geschafft habe. Ich möchte bitte einen Zettel davon! 😜

I trusted you, broke me down
and you screwed me over
Don’t try to deny it
you cannot hide it
I’ll be ignited
When I get to watch you
Burn Burn Burn

Kommentar verfassen