Neues Jahr 

Die Tage tröpfeln so dahin. Feiertage sind eine merkwürdige Sache. Ich vergesse die Wochentage und das Datum. Und auch mit dem Ende der Feiertage finde ich noch nicht zurück. 

Mein Silvester war schön, auch wenn es mich im Vorfeld einige Kraft gekostet hat. Ich komme immer noch schwer mit plötzlichen Änderungen und der daraus entstehenden Enttäuschung zurecht. N. ging es leider nicht gut, später dann die Absage. Planungschaos, wie und ob Bibi nun kommt. Letztendlich haben wir dann zu dritt hier gefeiert und hatten einen ruhigen und gemütlichen Abend. 

Mein neues Jahr begann dann damit den Zitronenkater zu beruhigen. Er war nicht unbedingt völlig verängstigt, nur furchtbar verwirrt und wusste gar nicht wohin mit sich. So saß er mal auf dem Kühlschrank, unter dem Bett, bei den Meeris und unter dem Küchentisch, mit großen Augen und roten Öhrchen. Später schlief er dann einige Stunden neben mir, bis ich gegen 5 Uhr in mein Bett wanderte und dort schlaflos rumlag. Seit ich andere Medikamente nehme, blieb die Schlaflosigkeit bis zu dieser Nacht aus. Also lag ich im Bett, schaute Outlander und versuchte den Schlaf zu finden, den mein Körper so dringend brauchte. 

Heute habe ich meinen Besuch an den Bahnhof gebracht. Immerhin kam ich so ein wenig an die frische Luft. Nun habe ich mich ins Bett verkrochen, ich friere, aber mein Kopf glüht. Meine Nase läuft, ich huste so sehr, dass ich ständig mein Essen erbreche und mein ganzer Körper schmerzt. Ich hasse es krank zu sein. Mein Kopf funktioniert nicht richtig, mein Körper noch weniger. Ich fühle mich unnütz und unproduktiv. Also versuche ich meinem Körper mit Schlaf zu helfen. Falls ich mich heute nochmal aus dem Bett bewegt kriege, dann gibt es noch Obst und heiße Zitrone zur Unterstützung. 

Morgen will ich mich (nochmal) an die Sachen für die Reha machen. Die Unterlagen für die Klinik und die für die Rentenversicherung. Und ein wenig das Chaos in der Wohnung beseitigen, Wäsche waschen, kochen. 

Immerhin hat der heutige Tag mir schon zwei nette Überraschungen beschert. Auf dem Weg zum Bahnhof wollte ich mir eine Internetflat fürs Handy buchen. Die allnet-flat habe ich auslaufen lassen, da ich sie eigentlich nur für die Zeit der Klinik genutzt hatte. Zuhause habe ich Festnetz mit Flatrate. Also rief ich die App meines Anbieters auf um nachzusehen, wieviel Guthaben ich noch habe und wieviel ich aufladen muss, um meine Flatrate zu buchen. Und dann habe ich ziemlich überrascht festgestellt, dass ich derzeit die allnet-flat nutze. Sehr nette Sache. Einmal ’ne Ladung Highspeedvolumen und alles Telefonieren und Simsen frei für umsonst. Könnte ich jeden Monat haben. 

Beim Heimkommen habe ich dann noch ein Gratispäckchen Zigaretten aus meinem Briefkasten geangelt, als Probe für die neue Sorte konnte man sie kostenlos anfordern, sofern man bei der Firma registriert ist, ich hatte völlig vergessen, dass ich da mitgemacht hatte. Nette Sache Nummer 2.

Und nun liege ich eingekuschelt mit dem Zitronenkater im Bettchen, habe auf dem Tablet Serie an und genieße einfach, dass ich mir Ruhe und Schlaf gönnen kann. Ich versuche es zumindest, denn ein kleiner Teil von mir schreit laut, dass ich das nicht darf, dass ich etwas tun muss, dass ich mir rumhängen und Ruhe nicht erlauben darf. Aber der Stimme gebe ich einfach keinen Raum. 

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