Weltbester Psychiater

Mein Wecker klingelt kurz nach 6 zum ersten Mal und ich bin mir sicher, dass irgendwas daran falsch ist. Es kann noch nicht Morgen sein, die Nacht kann noch nicht zuende sein. Zwei Stunden Schlaf liegen hinter mir und ich schäle mich mit viel Mühe aus meiner Decke, bin kurz verwirrt über den Schmerz in meinem Fuß, bis mein Hirn den Zitronenkater, der wild mit meinem Fuß kämpft, mit dem Schmerz assoziieren kann. Dem Herrn scheint es nichts auszumachen, dass die Nacht unruhig und kurz war, er flitzt mir voraus in die Küche, jagt dann meine Füße auf dem Weg ins Bad, wo ich den Wasserhahn aufdrehe, um das Blut von meinen Armen zu waschen.

Moment. Blut? Erst in diesem Moment wird mir klar, dass meine Arme nicht zerschnitten sind, meine Beine auch nicht. Dabei waren sie es vor wenigen Augenblicken noch. Und wieder dauert es, bis mein Hirn seine Arbeit tut, bis ich begreife, dass es ein Traum war. Und ich beginne zu weinen, weil es mich zerreißt zwischen heilige Scheiße, es war zum Glück nur ein Traum und verdammt, es war nur ein Traum.

Was mir bleibt von der Nacht ist also keine Erholung, kein Ausgeruhtsein, sondern Druck, Anspannung und Sehnsucht, eine solche Sehnsucht nach dem Gefühl, dass so real war und immer noch ist. Ich spüre die nicht vorhandenen Wunden, ich spüre das feine Brennen, ich spüre die Erleichterung und will in diesem Moment nur die Tür des Badschranks öffnen, in dem eine unbenutzte Klinge liegt. Ironischerweise mit dem Namensaufkleber der Psychiatrie drauf, mit dem die persönlichen Dinge und die Akte dort gekennzeichnet werden. Wer damals auf die Idee kam mir die abgegebenen Klingen in den Entlassungsbrief zu stecken ist für mich bis heute ein Rätsel.

Also stehe ich heulend in meinem Bad um kurz nach 6, sehe das Wasser ins Waschbecken laufen und sehe doch eigentlich ganz andere Dinge. Bis der Zitronenkater in die nächsthöhere Oktave wechselt und so laut und erbärmlich jammert, dass ich schon Angst habe meine Nachbarn würden den Tierschutz rufen. Er will Futter und gekrault werden und versteht nicht, was ich da so lange und heulend im Bad mache, beißt mir auffordernd in die Wade und ist schon fast dabei noch eine Tonlage höher zu schreien, als ich den Wasserhahn wieder zudrehe und ihm in der Küche sein Frühstück verpasse, noch eine Gurke vom Tisch angel um die Schweinchen zu füttern und dann auf das Sofa sinke und mir erstmal eine Zigarette anzünde.

Ich nehme mir die Zeit durchzuatmen und dann den nicht mehr ganz so hungrigen Kater auf meinem Schoß zu kraulen, ich nehme mir sogar noch etwas mehr Zeit und lasse Haare ordnen und Schminken ausfallen, vergrabe lieber meine Nase im Fell des Zitronenkaters.

Dann purzel ich aus dem Haus, nehme Bus und Bahn und meine Füße tragen mich fast automatisch zum Drogeriemarkt am Bahnhof, denn ich könnte ja doch eigentlich Klingen kaufen und so ein ganz kleines bisschen verletzten, bevor ich beim Psychiater im Wartezimmer sitze zwischen all den Menschen und den Druck gar nicht mehr aushalte. Doch ich lasse es, vertröste mich selbst mit dem Gedanken, dass ich ja nachher noch kann, nach dem Termin.

Und so sitze ich dann im Wartezimmer. Angespannt, verkrampft, schreibe mit der lieben fylgja und lenke mich so ab.

Wie isses heute? fragt der Psychiater und ich muss mit den Tränen kämpfen. Ich erzähle von der Nacht, von den Träumen, von dem unglaublichen Druck. Und was tun wir nun mit Ihnen fragt er und ich zucke nur hilflos mit den Schultern. Er lehnt sich zurück, blickt mich über den Rand seiner Brille an und hat dann eine Idee. Akupunktur mal probiert? fragt er und ich erzähle ihm von der Akupunktur in der Klinik und das es meistens schon was brachte.

Also piekst er mir Nadeln ins Ohr. Ohne dass ich dafür bezahlen muss, denn die Krankenkasse übernimmt das ja nicht, aber er will mir ja helfen und zwar jetzt. Ich liebeliebeliebe diesen wunderbaren Psychiater!

Er parkt mich im Nebenraum und ich lausche auf die Geräusche in der Praxis und draußen, spüre meinen eigenen Herzschlag und meinen Atem. Und ich spüre, dass die Anspannung nachlässt, dass der Druck nachlässt, dass mein Körper nicht mehr nur aus den Stellen auf meinen Armen besteht, an denen ich mich immer verletzt habe.

20 Minuten später fühle ich mich wie ein anderer Mensch. Es tut so gut die Anspannung verschwinden zu sehen, zu spüren, dass es besser ist, dass ich es schaffen werde der noch übrig gebliebenen Sehnsucht standzuhalten.

Nun gehe ich erstmal wieder ins Bett. Ein wenig Schlaf nachholen, Selbstfürsorge. Und die werde ich auch den Rest vom Tag so gut wie möglich betreiben, denn ich habe es heute wirklich verdient.

Bedarf und Schlaflosigkeit 

Am Montag war ich einfach nur kaputt. Müde, erledigt, kurz vor der Selbstverletzung. Mein Körper wollte mir keinen Schlaf gönnen. So sehr ich es versucht habe. Also habe ich mich in die Küche gestellt. Spargel und Kartoffeln und Soße gemacht und gegessen. Und danach habe ich mir zum ersten Mal seit langem Bedarf eingeworfen und bin einfach wieder unter meinen Decken verschwunden. 

18 Stunden habe ich geschlafen. Ich habe ein wenig Ordnung gemacht, habe gegessen und war mit N. kurz einkaufen und bin dann abends wieder ins Bett gekippt.

Heute fühle ich mich immer noch ein klein wenig matschig, aber die Wirkung vom Bedarf ist nun weg und ich kann wieder geradeaus laufen ohne meine Türrahmen mitzunehmen oder über meine eigenen Füße zu fallen. 

Der kleine Zitronenkater ist nun übrigens 2 Jahre alt. Ich kann es kaum glauben, noch vor kurzem war er so ein kleines Häufchen, jetzt ist er ein großer Tiger mit Muskeln und Kraft. Ich bin so froh, dass er in meinem Leben ist. 

Morgen (bzw. heute) muss ich zur Therapie. Vielleicht spreche ich das mit dem Traum an, den Horror danach, das ganze Chaos in mir. 

Und eigentlich will ich nur schlafen, mein Körper ist unglaublich müde, doch mein Kopf ist hellwach und topfit. In nicht mal 4 Stunden klingelt mein Wecker, ich muss beim Ministerium anrufen, denn mein Fachabi muss anerkannt werden, ich muss dann los zur Therapie und ich bräuchte so dringend einfach Schlaf für den kommenden Tag. Ist natürlich klar, dass ich immer dann nicht schlafen kann, wenn ich früh raus muss. Hmpf. 

Albträume ohne Albträume 

Ich wache auf und bin nass. Alles an mir klebt. Das Shirt, die Bettdecke, die Unterwäsche. Ich schäle mich aus den Klamotten und schlüpfe in neue und tapse mit unsicheren Schritten und zitternden Knien in die Küche, füttere das Katerkind, dann ins Wohnzimmer um die Meeris zu versorgen und sinke dann aufs Sofa. Einen kurzen Moment später sprinte ich ins Bad und schaffe es gerade noch rechtzeitig, bevor mein Magen sich seines Inhaltes entledigt. Ich sinke auf die kalten Fliesen. Zu zittrig um aufzustehen, zu sehr neben der Spur für alles. 

Ich habe von meinem Vater geträumt. Und von D. Es war kein Albtraum im eigentlichen Sinn, trotzdem lässt die Nacht mich entkräftet, durchnässt und kotzend zurück. In meinem Kopf entsteht der Wunsch nach Selbstverletzung, ich weiß, dass im Badschrank Klingen sind, doch selbst die wenigen Zentimeter bis dorthin schaffe ich nicht, schaffe es nicht aufzustehen, schaffe es nicht mich zu bewegen, sitze einfach nur zitternd auf dem Boden. Das Katerkind kommt und miaut mich an, versucht sich zwischen meine Arme zu quetschen, die ich um meine Knie geschlungen habe, reibt sich schnurrend an mir und beginnt mich zu putzen. 

Mein Körper schreit nach Selbstverletzung. Alternativ nach einer Dusche. Doch ich habe keine Kraft, ich kann mich kaum auf den Beinen halten und so gerne ich nun das Wasser auf mir spüren würde, so gerne ich die Fetzen der Nacht von mir waschen würde, ich schaffe es nicht. Später vielleicht. Vielleicht nachdem ich mich verletze habe, vielleicht geht es mir danach endlich besser. 

Irgendwann schaffe ich es gegen die Schwerkraft anzukommen. Schaffe es von Türrahmen zu Tisch zu Türrahmen zu Regal zu Türrahmen zu Bett. Ich müsste auch das Bett frisch beziehen. Und ich müsste was essen, müsste kochen, müsste produktiv sein, müsste duschen, müsste dies und das, mich verletzen, duschen, duschen und nochmal duschen, doch nichts geht. Ich habe meinen zitternden Körper kaum unter Kontrolle. Also falle ich einfach wieder ins Bett, rolle mich auf der Bettseite zusammen, die ich eigentlich nicht benutze, wickel mich in eine frische Decke und dann noch in die frische Kuscheldecke, atme, zittere, sehne mich so sehr nach einer Klinge auf der Haut. 

Vielleicht kann ich schlafen. Vielleicht kann ich meinem durchdrehenden Körper noch ein wenig Ruhe geben, vielleicht ist es danach besser. Vielleicht hört das Chaos im Kopf dann auf, vielleicht ist es dann einfach besser in ein paar Stunden. 

Bemalen uns’re Narben mit all uns’ren Farben

Ich wache auf und es ist klebrig. Irgendwie. Sowohl außen, als auch innen. Ich versuche mein Bewusstsein in die Realität zu kriegen, versuche meine Gedanken aus der Klebrigkeit des Traumes zu befreien, an den ich mich schon nicht mehr erinnern kann. Aber das Gefühl bleibt, es klebt an mir, lässt mich nicht los. Als das Bewusstsein halbwegs in der Realität angekommen ist versuche ich rauszufinden, warum der Körper klebt. Ich bin nass. Wirklich richtig klatschnass geschwitzt. Mein Shirt  kann ich auswringen, die Unterwäsche auch. Die Decke ist nass. Das Bettlaken ist nass. Ich muss gefühlt mehrere Liter ausgeschwitzt haben in der Klebrigkeit meines Traumes. Beim Aufstehen bin ich froh um die Klebrigkeit, die meine Füße auf dem Boden hält. Und danke meinen Knien, dass sie nicht nachgeben. Mein Kreislauf ist quasi nicht vorhanden und ich schleppe mich mit Mühe ins Bad. Im Spiegel schauen mich fremde Augen an. Verwirrt. Müde. Klebrig. 

Nachdem ich mich aus meinen Kleidern geschält und unter die Dusche gestiegen bin, wird es langsam besser. Minute um Minute lasse ich das Wasser meinen Körper hinunter laufen, spüle die Klebrigkeit weg. Tropfen und Tropfen um Tropfen. Dann sacke ich erst mal auf dem Rand der Dusche zusammen, versuche mich und meinen Kreislauf zusammen zu halten, indem ich mich fest in ein Handtuch wickel. So schlecht ging es mir morgens schon lange nicht mehr. Ich will gar nicht wissen, welche Dämonen mich in der Nacht gequält haben, nachdem ich dann endlich eingeschlafen bin. 

Meine Klamotten landen mit dem Bettzeug in der Waschmaschine, ich steige in frische Kleider, trinke erstmal etwas und packe meinen Kram zusammen um in die Hauptstadt zu fahren. 

Nach einem Schinken-Käse-Croissant und gefühlten 5 Tonnen Koffein komme ich langsam zu mir, komme an in der Realität und in meinem Körper. Ich sitze in der Fußgängerzone in der Sonne, lese und warte auf V. 

Zusammen machen wir uns auf dem Weg in den großen Park, fahren einmal quer durch mit der Seilbahn, spielen Minigolf und sitzen danach eine Weile am See auf der Bank. Ich vergesse den Morgen und denke auch nicht an den Abend, wir haben einfach nur Spaß und ich genieße. 

Nun bin ich wieder Zuhause. Mit dem Zitronenkater auf dem Schoß und mampfenden Meeris mir gegenüber. Und ich bin unglaublich erledigt, etwa 5 Stunden Schlaf und den ganzen Tag unterwegs gewesen, der seltsame Morgen, all das war genug für den Tag. Und deswegen werde ich mich auch gleich einfach nur noch in mein frisch bezogenes Bett packen, egal ob es noch so früh ist oder nicht. Ich bin Matsch und ich mag auch nicht riskieren, dass der Tag doof endet. Dann lasse ich ihn lieber so enden, krabbel unter meine Decke, hole Schlaf nach. 

Alles was wir brauchen
Sind diese Tage aus Licht
Tage ohne jegliches Gewicht
Vielleicht find‘ ich sie für Dich

Nur reden mag sie nicht

Es geht mir nicht gut. Ich wurde ohne Vorwarnung oder sonstiges mit meinem Vater konfrontiert, was mich gewaltig aus der Bahn geworfen hat. Nach Außen versuche ich mir wenig anmerken zu lassen, versuche weiter zu machen. In meinem Inneren tobt das pure Chaos. Sämtliche Sicherheit ist flöten gegangen, ich schrecke zusammen wenn es unerwartet klingelt, ich kriege Panik bei jedem Auto, dass vor der Türe hält. Bin ich in der Hauptstadt, dann macht mich jedes Auto der gleichen Farbe und Marke wie das meines Vaters völlig wahnsinnig, jeden Menschen, der mir unterwegs begegnet mustere ich mehr als sonst. Alkoholgeruch triggert mehr als sonst. Sachen im Mund auch. Tabletten schlucken ist jeden Morgen ein Kampf, mittags und abends klappt es ein wenig besser. Ich bin durch und mag einfach nur noch zusammenbrechen.
Stattdessen versuche ich einfach weiter zu machen. Ich war in der Hauptstadt (zweimal, weil einmal Psychiater zu hatte. Und dann nochmal, da hatte Psychiater Urlaub. Also gibt es nur ein Rezept für die Minipackungen von der Vertretung und ich muss am Montag schon wieder hin.), besuche Freunde oder habe Besuch, gehe einkaufen, koche und esse. Zu viel mehr reicht es nicht. Meine Wohnung ist ein Chaos und ich müsste so dringend ein wenig Ordnung schaffen, aber es geht nicht. Mir fehlt die Kraft, völlig.
Ich schlafe nicht gut. Ich träume schlecht und wache oft auch, manchmal klatschnass geschwitzt und heulend. So auch heute. Irgendwann hab ich es aus dem Bett geschafft und bin zur Apotheke und habe endlich meinen Krankenschein zur Post gebracht, zuhause habe ich wenigstens mal die Wäsche in die Maschine geworfen und mir einen Tee gekocht. Gleich mag ich nochmal für ein paar Stunden in mein Bett krabbeln, denn ich bin müde und erledigt von der Nacht.
Die Suizidgedanken kommen immer wieder so heftig, dass ich das Gefühl habe sie nicht auszuhalten und ihnen nachgeben zu müssen. Die Flashbacks hauen immer wieder so extrem rein, dass ich ihnen nichts entgegenzusetzen weiß. Nur mit viel Kraft schaffe ich es mich nicht so extrem zu verletzen, dass ich ins Krankenhaus muss. Langsam habe ich aber das Gefühl, dass mir die Kraft und die Kontrolle immer mehr flöten gehen.
Für heute habe ich mir vorgenommen ein wenig in meiner Wohnung Ordnung zu schaffen, ich kriege Besuch und einkaufen steht auch auf dem Plan. Alltag. Struktur. Dinge, an denen ich mich festhalten kann.
Weiter atmen. Einfach atmen. Ein und aus. Minute für Minute.

oft sitzt sie vor dem Fenster, schaut wie der Himmel weint
sieht so viele Schatten, obwohl die Sonne gar nicht scheint
seit unendlich langer Zeit lebt sie in einer dunklen Welt
sie hat viel zu früh gelernt, dass der Tod auch zum Leben zählt
wo Rosen regnen, da wäre sie so gern
wo Felder blühen, eine Welt so nah und fern
wo Milch und Honig fließt, das ist ihre Welt
kann ich noch etwas sehen: Hoffnung!

You’re a fighter, so fight, wake up and live

Morgen ist also Heilig Abend. Und es fühlt sich absolut gar nicht danach an. Abgesehen davon, dass bei 10° schwer Winter- oder Weihnachtsstimmung aufkommt, bin ich auch irgendwie noch gar nicht im Dezember angekommen. Irgendwie verging dieses Jahr so schnell, es ist so vieles geschehen. Morgen Weihnachten zu feiern fühlt sich seltsam an. Vielleicht kommt die Stimmung morgen ja noch auf. Aber sonst hatte ich jedes Jahr, spätestens am Tag vor Heilig Abend, dann doch Weihnachtsstimmung.
Ich mache mir Gedanken, dass mein Vater auftauchen könnte. Jedes Mal, wenn es an der Türe klingelt zucke ich zusammen. Jedes Mal wenn das Telefon klingelt atme ich erleichtert auf, wenn nicht seine  Nummer auf dem Display erscheint.
In den letzten 4 Nächten habe ich von ihm geträumt. Oftmals schaffe ich es mittlerweile dann aufzuwachen. In der letzten Nacht habe ich davon geträumt, dass ich erzähle was er alles getan hat und ich verstanden und beschützt werde. Also genau die Dinge, die ich damals nicht hatte.
Morgen früh werde ich also zu Mama und Schwesterherz fahren. Wie in so einigen Jahren mittlerweile. Nächstes Jahr werden es zehn Jahre, die ich nicht mehr bei ihm bin. Und auch nach diesen zehn Jahren sitzen manche Dinge noch ziemlich tief.
Was in letzter Zeit erstaunlich gut funktioniert ist das Essen. Ich kriege es doch relativ regelmäßig hin morgens zu frühstücken, mittags zu kochen und abends noch etwas kleines zu essen.
Ich versuche mir immer wieder vor Augen zu halten, dass mein verkorkstes Essverhalten Folge der wirren Welt meines Vaters ist, so schaffe ich es dann auch oft das in normale Bahnen zu lenken.

Ich weiß nicht, wie ich diesen Abend noch überstehen soll. In den nächsten 3 Tagen habe ich Mama und Schwesterherz, die mich hoffentlich genug ablenken, habe hoffentlich die Kraft mal einfach nur zu genießen, weil ich weiß, dass er kein Teil meines Weihnachten sein wird. Ich werde zwar Klingen mitnehmen, aber mehr aus der Sicherheit heraus, dass dann welche da sind, nicht weil ich den festen Plan habe zu schneiden. Ich werde mir nur die Medis mitnehmen, die ich auch wirklich brauche und nur so viel Bedarf, dass ich damit keinen Mist machen kann und der Missbrauch davon auch ziemlich sinnfrei wäre. Ich werde meinen Laptop mitnehmen und ein Buch und ein paar Skills. Ich werde mir den Zettel von Nathalie in den Geldbeutel stecken und immer wieder lesen, wenn es notwendig ist. Ich werde einfach weiter atmen, wenn es zu schwer wird um eigentlich weiter machen zu können.

Jetzt richte ich meine Medis für die nächsten Tage, packe dann endlich mal die Geschenke ein, suche mir eine Transportmöglichkeit für die Dinge, die ich mitnehmen werde und schaue dann, wie wach ich bin. Vielleicht kippe ich danach einfach in mein Bett, vielleicht schaue ich noch ein wenig walking dead. Weiter machen, weiter atmen, ablenken. Vielleicht lege ich mich morgen bei Mama als erstes Mal schön in die Wanne und entspanne mich noch ein wenig vor dem ganzen Wahnsinn.

Everything’s gonna be alright
Everything’s gonna be okay
Everything’s gonna be alright