This isn’t giving up, no this is letting go

„Es darf Ihnen gut gehen.“ sagte Pfleger Thorsten gerade am Telefon. „Und es darf Ihnen auch schlecht gehen, ohne dass man es sieht.“
Schon gestern habe ich ihm von dem Chaos im Kopf erzählt. Von dem Abstürzen nach guten Tagen, von dem Gefühl es nicht verdient zu haben. Und von dem Gedanken, dass es mir nicht schlecht gehen darf, wenn ich nicht schneide. Dass es nur schlecht sein darf, okay ist, dass es schlecht ist, wenn da Wunden sind. Oder auch, dass es ja gar nicht schlecht ist, solange ich es noch schaffe nicht zu schneiden. Am besten viel und tief und schlimm. Es ist anstrengend und kostet viel Kraft.
Phasenweise hatte ich das immer schon. So extrem ist es lange nicht gewesen, so extrem und länger am Stück war es noch nie.
Also werde ich den Abend mit Skills verbringen. Zupflastern, nochmal. Finalgon hab ich mir schon auf den Arm geschmiert. Ich sitze auf meinem Schlafzimmerboden vor meinem Puzzle (nachdem Katerkind es vor ein paar Tagen vom Tisch fegte), habe lost laufen, versuche mich auf das Puzzle vor mir zu konzentrieren und zu vergessen, dass ich eigentlich schneiden will.
„Machen Sie keinen Scheiß“ sagte Thorsten am Schluss. Ich gebe mein Bestes. „Davon gehe ich aus.“

Go on alone, because I won’t follow
But this isn’t giving up no this is letting go
Out with the old dreams I’ve borrowed
The path I carve from here on out will be my own
A path to take me home

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