Total nervös und trotzdem froh

Mit Herzschmerz und Freude sitze ich auf meinem Sofa. Ohne das Katerkind. Denn mein kleiner großer Held ist ab heute Freigänger und darf die Welt erkunden.

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Die Freude, mit der er durch den Garten saust und die Tanne erklimmt um dort einem Vögelchen hinterherzuschleichen zeigt mir, dass es richtig ist ihn raus zu lassen. Ich würde es nicht übers Herz bringen den abenteuerlustigen und neugierigen Fellhaufen nur in der Wohnung zu halten. Trotzdem ist die Angst dabei, dass ihm etwas passiert. Gerade nun, wo er eben erst (wieder) die Welt erkunden geht. Vielleicht ist es nach einer Weile etwas weniger, ganz ohne Sorge werde ich ihn wohl nie durch die Gegend ziehen lassen. Aber ich freue mich, dass er nun Rennen und Klettern und Jagen und Schnuppern und Lauern kann nach Herzenslust. Ich vertraue einfach darauf, dass er seinen Weg nach Hause immer wieder machen wird.
In der Wohnung habe ich heute schon einiges geleistet und bin stolz auf mich. Vielleicht mache ich nachher noch ein wenig weiter, vielleicht genieße ich aber auch einfach den Abend. Und hoffe, dass Katerkind bald wieder auftaucht.
Morgen werde ich meinen Therapietermin hinter mich bringen und zum Psychiater tapsen für Überweisung, Einweisung und Medikamente. Und einen neuen Termin. Hoffentlich noch in diesem Jahrhundert. Und weiter Ordnung machen, die Möhris ausmisten, langweilig wird mir nicht werden.
Draußen frühlingt es und ich genieße es mindestens genauso sehr wie der Zitronenkater. Die Sonne hat mir gefehlt, die Wärme auf der Haut, die zwitschernden Vögel und das Grün der Wiesen und Bäume.

Mach das Radio an
und dreh richtig laut auf
wir fahren durch den Sommerregen
der Sonne entgegen.
Mach das Radio an
wir fahr’n immer weiter raus
einfach immer geradeaus,
wie sich die Wolken wegbewegen

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