Und als pusten noch half und es Drachen gab

Nicht nur ich habe Schlafstörungen, der Herr Kater auch. Nachdem ich letzte Nacht dran war scheint er nun dran zu sein, denn er macht die ganze Zeit nichts anderes als durch die Wohnung zu schleichen, sich auf einer Tüte zusammen zu rollen um dort zu schlafen, nur um dann 5 Minuten später über mich zu trampeln, auf den Schrank zu springen, sich neben mir zusammen zu rollen und dann das ganze wieder von vorne. Vielleicht hat er Werwolfgene und verspürt heute Nacht den Drang den Mond anzumiauen. 

Nach immer wieder unterbrochenem Schlaf ist es mir um kurz nach 3 dann zu doof. Ich stehe auf und werfe mir ein Oliven-Ciabatta in den Backofen, da mein Magen mich daran erinnert, dass seit Croissant und ein paar Bissen von Vs Dönerbox doch schon eine Weile vergangen ist. 

Also sitze ich mitten in der Nacht mampfend auf dem Sofa, während Kater ein paar Mücken jagt. Ich finde es nicht sonderlich schlimm, nachdem die erste Genervtheit über meinen unterbrochenen Schlaf verflogen ist. Es würde sich ja auch nicht ändern, wenn ich mich jetzt furchtbar aufrege (auch wäre ich doch nur öfter mal so schön rational…). 

In letzter Zeit träume ich häufig von der Gymnasialzeit. Von Mitschülern und Lehrern. Vielleicht, weil ich bald so nah an „dort“ sein werde wie seit 8 Jahren nicht mehr. Ich vermisse wenig von dort. Ein paar Menschen, die Spaziergänge mit dem Hund über die Felder und in das Tal, das mich immer ein wenig an Hobbingen erinnert hat. Und meine ehemalige Therapeutin. Aber sonst verbindet mich wenig mit der Gegend, in der ich fast 16 Jahre lang gelebt habe. Heimat war für mich nie jemals anders als hier. Dieses „ich bin angekommen“ – Gefühl stellte sich immer erst ein, wenn ich beim Blick aus den Auto- oder Zugfenstern meine Hauptstadt näher kommen sah. Wenn endlich der  Radiosender zu empfangen war, die Schilder nur noch wenige Kilometer zeigten, langsam die bekannten Orte und Straßen zu sehen waren. 

Ich habe die Freiheit immer geliebt, die ich hier hatte. In die Stadt gehen und bummeln, irgendwo rum sitzen, Dinge tun, ohne ständig kontrolliert zu werden. Mit meiner Schwester ins Kino gehen und sie auf dem Rückweg huckepack tragen, weil sie so müde war. Mit ihr zusammen mit den Inlinern am Fluss entlang fahren. Sie von der Schule abholen, weil ich schon Ferien hatte und sie nicht. Die Momente hier habe ich als Kind unglaublich genossen, mich frei und unbeschwert und glücklich gefühlt. Umso schlimmer war es dann zurück zu kehren. Wie oft saß ich im Zug und war so unglaublich traurig mit jedem Kilometer, der mich von hier weg trug. Manchmal hätte ich gerne einfach den nächsten Zug zurück genommen. 

Vielleicht kann ich irgendwann die schönen Momente meiner Kindheit sehen ohne die Dunkelheit dazwischen. Vielleicht kann ich das Bunt genießen und nicht an das Schwarz und Weiß denken. Vielleicht tut es irgendwann nicht mehr weh sich zu erinnern. 

Ich starte einen weiteren Versuch noch ein bisschen Schlaf zu bekommen. Der Kater liegt bei den Meerschweinchen und döst, mein Hunger ist gestillt und meine Augen beginnen wieder zuzufallen. 

Wir sind von Couch zu Couch gesprungen,
um der Lava zu entkommen 
und die Moorhuhnjagd war Trendsport am PC. 
Wir haben mit Asterix den Kampf in Gallien aufgenommen. 
Ich war dabei, warst Du dabei?

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