und dann am Ende glücklich sein mit dem was ist, ob’s das jetzt wert war oder nicht

Und während dem Tun vergesse ich was ich tue. So stand ich gerade nackt in der Wohnung und war verwirrt, bis mir einfiel, dass ich zwischen Badewanne und Sofa das abtrocknen und anziehen vergessen habe. Ich schiebe es jetzt einfach mal auf den Körper und das Antibiotikum, denn sonst würde es bedeuten dass meine Psyche ziemlich spinnt. Okay, das tut sie ja eh.
Ich glaube ich muss mir einen Plan schreiben. Mit Dingen die ich tun will bzw. tun muss. Immerhin vergesse ich es bisher nicht aufs Klo zu gehen. Dafür aber Essen und trinken und mein Körper meldet sich auch nicht wenn er es braucht. Außer zu spät, dann mit hämmernden Kopfschmerzen. Vielleicht sollte ich also trinken und essen auch auf den Plan schreiben.
Gerade versuche ich mein Körpergefühl zu finden. Mit heißer Wanne und gleich Finalgon. Weil schneiden is nich. Ich bin ja schließlich total konstruktiv und will es nicht tun. Eigentlich tu ich es nur nicht, weil ich Dank nicht vorhandenem Körpergefühl dann entweder einfach umfallen würde weil es zu tief ist oder mich irgendwie ins Krankenhaus schleppen müsste. Gerade helfen rationale Gründe noch es auszuhalten.
Die paar verbleibenden Stunden des Tages verbringe ich also mit sinnvollen Dingen. Essen zum Beispiel. Und waschen. Langsam die Dinge, die mit mir in der Klinik waren, da hin räumen wo sie hingehören. Das ist nämlich definitiv nicht die Küche.
Nach dem beschissenen Tag heute fühle ich mich zumindest heute abend ein klein bisschen besser. Noch nichts, dass man auf irgend einer Skala messen könnte. Dafür ist es zu wenig. Aber ich bin gerade zumindest nicht auf dem ich-hüpfe-sofort-von-der-Brücke-Trip.
Schreiben tut gut. Gutes tun tut gut. Weiteratmen. Nicht aufgeben.

Und alles was was wert ist
wohnt jetzt in ner fremden Stadt,
wo man weiss, das du es selbst bist,
der dich aufgegeben hat.
Viel zu weit von dir entfernt,
viel zu weit um klar zu sehen,
viel zu weit um’s zu begreifen,
viel zu nah um’s zu verstehen.

Es ist deine Zeit
musst nur dran glauben
und dann am Ende glücklich sein
mit dem was ist,
ob’s das jetzt wert war oder nicht.

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