Und jedes Wort ein Stück vom Weg.

Set Tag heute war gut. Ich habe größtenteils geschlafen (Dank Bedarf), wurde erst wach als die Visite ins Zimmer gestürmt kam und habe nach dem Mittagessen einfach weiter geschlafen. War auch nötig. Wenigstens war die Anspannung den ganzen Tag auf einem niedrigen Level, schon länger hatte ich das nicht mehr.
Und mein Puzzle ist fertig. Endlich.
Ich will Zuhause auch wieder anfangen zu puzzlen, es entspannt mich einfach unheimlich. Vielleicht räume ich den Küchentisch dafür frei, dann verbringe ich auch mal mehr Zeit in meiner Küche. Auf dem Boden puzzlen macht wegen Katerkind vermutlich keinen Sinn.
Mal sehen, vielleicht gönne ich mir vom nächsten Geld ein neues Puzzle. Irgendwo Zuhause liegt noch eins rum, dass ich bisher nicht gemacht habe. Das habe ich vor einer Weile mit dem ganzen Kram, der noch bei Mama lag, mitgenommen.

Nachdem ich dann endlich mal halbwegs ausgeschlafen hatte bin ich mit Schwester Nathalie noch um den See. Das tat gut, einfach draußen sein, über alles mögliche reden, mal nicht an Krankheit oder sowas denken.
Sie meinte vorhin, dass ihr bei dem Gedanken an den kleinen Teil in mir, der sich gegen die Destruktivität wehrt, eine Szene aus den Simpsons einfällt, bei der Lisa die kleinen Lisas im Kopf hat und ein Teil im Käfig sitzt und laut ruft. Und so habe ich eben kleine Zitronen im Kopf.
Sie meinte auch nochmal, dass ich meine Medis am besten irgendwo hin tue, wo ich dann erst mal klettern oder sonstwas muss um dran zu kommen. Vielleicht verbannen ich sie Zuhause auf einen der Küchenschränke und schreibe mir einen Zettel mit der Nummer der Klinik und lege ihn drauf, so dass ich an dem auf jeden Fall vorbei komme wenn ich doofe Gedanken im Kopf habe. 
Am Abend war noch „Märchengruppe“. Eigentlich wäre ein anderer Name passender, aber das ist ja auch egal. Im Groben geht es darum, dass jemand vom Pflegepersonal eine Geschichte vorliest und in Nachhinein dann darüber  gesprochen wird, eventuell auch in Bezug auf die eigene Krankheit. Eben ein kleiner Rahmen um sich auszutauschen.
Schwester Kirsten hat die Geschichte von der traurigen Traurigkeit vorgelesen, danach haben wir über die Traurigkeit bei Depressionen gesprochen, einer hat von seiner Alkoholerkrankung erzählt, ich von meiner Selbstverletzung. Kirsten hat versucht den anderen zu erklären, wieso jemand auf die Idee kommt sich selbst in den Körper zu schneiden und hat das auch gut getroffen. Sie meinte auch, dass sie manchmal überfordert ist, wenn ich anrufe, aber das Gefühl hat, dass es oftmals reicht einfach da zu sein und zuzuhören. Ich habe ihr das bestätigt. Es hilft schon zu wissen, dass dieser Anlaufpunkt hier existiert. Nun kuschel ich mich in die Decken, mache mir lost an und werde zum letzten Mal in der Klinik einschlafen, bevor es wieder nach Hause geht.

Positiv:
Schlafen.
Mit Nathalie um den See gehen.
Puzzle vollenden.
Märchengruppe.

Und ganz ehrlich hier geht’s einfach mal um Dich.
Jetzt krall Dich nicht fest, an allem, was Du nicht weißt.
An allem, was du so gern wüsstest.
Denn wen sollst Du schon fragen und hier schließt sich der Kreis.

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